Heimatlose – Von Joachim Ringelnatz

Von 27. Februar 2020 Aktualisiert: 27. Februar 2020 22:17
Aus der Reihe Epoch Times Poesie - Gedichte und Poesie für Liebhaber

Heimatlose

Ich bin fast
Gestorben vor Schreck:
In dem Haus, wo ich zu Gast
War, im Versteck,
Bewegte sich,
Regte sich
Plötzlich
hinter einem Brett
In einem Kasten
neben dem Klosett,
Ohne Beinchen,
Stumm, fremd und nett
Ein Meerschweinchen.
Sah mich bange an,
Sah mich lange an,
Sann wohl hin und sann her,
Wagte sich
Dann heran
Und fragte mich:
„Wo ist das Meer?“

Joachim Ringelnatz   (1883 – 1934)

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