Mittagsruhe – Von Paul Heyse

Von 8. Juli 2020 Aktualisiert: 8. Juli 2020 23:58
Aus der Reihe Epoch Times Poesie - Gedichte und Poesie für Liebhaber

Mittagsruhe

Goldner Nebelsonnenduft
Überhaucht Gebirg und Flur.
Droben steht ein Wölkchen nur
In der windstill reinen Luft.

Auf dem See ein Fischerkahn
Mit den Segeln gelb und blau,
Drauf gemalt die Himmelsfrau,
Zieht wie träumend seine Bahn.

Rings kein Laut der wachen Welt
Um des Monte Baldo Thron,
Gleich als wüßten’s alle schon,
Daß der Alte Siesta hält.

Leis am Ufer gluckst die Flut;
Auch der Kummer, der zur Nacht
Mich um meinen Schlaf gebracht,
Hält den Atem an und ruht.

Paul Heyse   (1830 – 1914)

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