Von Tannenbaum und Hollyzweig

Von 25. Dezember 2010 Aktualisiert: 25. Dezember 2010 1:15
Woher kommt das emotionalste Fest für Christen, wie feiern andere und was macht die saure Gurke am Weihnachtsbaum?

Weihnachten ist nicht immer die geweihte Nacht gewesen, die wir heute kennen. Viele Kulturen Europas feierten um diesen Zeitpunkt herum die Wintersonnenwende. So bereiteten der Mithraskult und andere Festtraditionen noch im vierten Jahrhundert der römisch-katholischen Kirche Konkurrenz. Das Geburtsfest Christi schien geeignet, diese Feste zu christianisieren. So wurde der Geburtstag von Jesus auf den 25. Dezember verlegt und in Rom erstmals im Jahr 354 gefeiert.

Auch der Weihnachtsbaum ist kein christliches Symbol. Immergrüne Pflanzen versprachen den Menschen, die früher noch naturverbunden lebten, Aussicht auf ein Leben, das den Winter überdauert. Ein Hauch von Unsterblichkeit zwischen dem sichtbaren Zyklus von Entstehen, Bestehen und Verwelken, worauf wieder das neue Entstehen sich Bahn bricht. Immergrüne Pflanzen sollten Lebenskraft symbolisieren, sie schmücken und werden geschmückt. Kerzen, Strohsterne, Naschwerk und selbst gebastelter Schmuck, kleine Kunstwerke aus Watte, später dann gläserne Figuren, Kugeln und die versilberten, vermessingten oder vergoldeten „leonischen Drähte“ zieren bis heute den deutschen Baum.

In manchen Regionen Deutschlands kam auch eine saure Gurke an den Nadelbaum. Im grünen Baum musste die „Weihnachtsgurke“ erst gefunden werden. Das Kind, das sie entdeckte, ohne den Baum zu berühren, bekam ein Extra-Geschenk. Glasbläsereien bieten heute drei unterschiedliche Größen für Glas-Gurken an, um das Alter der Kinder zu berücksichtigen. Der Ursprung der Weihnachtsgurke bleibt im Dunkeln, aber das charmante Gemüse feiert als deutscher Brauch in den Vereinigten Staaten große Erfolge.

Die naturschutzrechtlich geschützte, immergrüne Ilex mit den roten Beeren ist  als Haus- und Festtagsschmuck seit langer Zeit mit Weihnachten verbunden. Der Ursprung liegt in vorchristlicher Zeit. In der keltischen Mythologie regierte der Ilex-König die Hälfte des Jahres, die andere Hälfte regierte der Eichenkönig. Das britische Weihnachtslied „Deck the Hall“ verweist auf die Nutzung von Ilex. Die erste Zeile lautet „Deck the halls with boughs of holly“ und bedeutet „Schmück die Diele mit Zweigen von Holly“ also Ilex. Stallungen und Haus wurden zum Schutz vor Bösem mit den stacheligen Zweigen verziert. Der Name zeigt die Verbindung mit der mythischen Frau Holle.

Ein heiliger Aufstand, Chanukka und Weihnukka

Das hebräische Wort Chanukka bedeutet „Einweihung“. Der Ursprung von Chanukka, dem Lichterfest ist ein Ereignis im zweiten Jahrhundert v.Chr. Juden lehnten sich gegen die Unterdrückung ihrer Religion und Lebensart durch die hellenistischen Syrer auf. Nach dem erfolgreichen Aufstand wurde der Altar des geschändeten Tempels erneut geweiht. Aber die Juden hatten nur einen Rest geweihtes Öl, um das Licht im Tempel zu entzünden. Sie zündeten das Licht an und auf wunderbare Weise reichte das Öl acht Tage lang. Laut Rabbiner Dr. Joel Berger ist „die wichtigste Zeremonie des Festes das allabendliche Anzünden der Lichter an dem achtarmigen Leuchter, der Chanukkija. Dieser Leuchter hat wegen der achttägigen Dauer des Festes acht Arme. Im Gegensatz zu der von der Tora vorgeschriebenen siebenarmigen Menora.“ Wo die christlich-geprägte Mehrheit über Weihnachtsmärkte schlendert und Schokoweihnachtsmänner sich in Supermärkten stapeln, ist der Dezember für religiöse Minderheiten, auch für viele Juden ein Dilemma. Wer oft verfolgt, versklavt und wessen Glaube unterdrückt wurde, hat eine besondere Bindung zur eigenen kulturellen Identität. Viele machen den Spagat mit „Weihnukka“: sie beschenken ihre Lieben zu Chanukka.



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