Alexander gründete auch die Stadt Alexandria in Ägypten, die mit ihrer riesigen Bibliothek und ihrem 40-stöckigen Leuchtturm für Jahrhunderte das intellektuelle und wirtschaftliche Zentrum der westlichen Zivilisation werden sollte. „Alexander der Große gründet Alexandria“, 1736-1737 von Placido Costanzi.Foto: Public Domain

Wie Alexander der Große groß wurde

Von 27. September 2021 Aktualisiert: 27. September 2021 11:26
In nur neun Jahren eroberte er den Großteil der damals bekannten Welt und leitete das Zeitalter des Hellenismus ein: Alexander von Makedonien, besser bekannt als Alexander der Große. Doch was war das Geheimnis hinter seinem Erfolg?

Wenn wir Alexander den Großen und seine Großartigkeit verstehen, werden wir auch verstehen, was unsere menschliche Zivilisation ausmacht. An seinen guten Eigenschaften können wir uns erfreuen und nach ihnen streben und aus seinen Fehlern lernen wir, werden weiser und wachsen geistig.

Geburtsstunde Alexander des Großen: der Feldzug gegen die Perser

Wer war also Alexander der Große? Ich bezeichne ihn gerne als antiken griechischen Helden, doch eigentlich stammte er aus Makedonien, dem Land nördlich von Griechenland. Die makedonische Kultur unterschied sich jedoch nicht groß von der griechischen: Unter anderem sprachen sie Griechisch, verehrten dieselben Götter und betrachteten die Griechen im Kampf gegen die bedrohlichen Perser als ihre Landsleute.

Im 4. Jahrhundert vor Christus war dieser Kampf das bestimmende Thema der Zeit. Neben dem relativ winzigen Gebiet Griechenlands und Makedoniens gab es das riesige Perserreich, das sich von der heutigen Türkei an der Grenze Europas, hinunter bis nach Ägypten in Nordafrika und bis zum Indus-Fluss im heutigen Pakistan erstreckte.

Alexanders Volk lebte jahrhundertelang im Schatten des Perserreichs. Sie waren von den Persern in den Jahrhunderten zuvor zweimal überfallen worden und konnten sie zweimal erfolgreich zurückschlagen. Um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, beteiligten sich die Perser höchstwahrscheinlich an der Ermordung von Alexanders Vater, König Philipp II.

Also tat Alexander das Undenkbare: Er nahm sein weitaus kleineres Heer und zog gen Asien. Seine Armee war perfekt trainiert und beherrschte eine einfache, aber effektive Kampfformation aus geschlossenen Schilden und langen Speeren – die makedonische Phalanx. Mit ihr gewann Alexander eine Schlacht nach der anderen gegen die persische Übermacht – bis er König der Welt wurde, zumindest der Welt, wie die Griechen sie kannten.

Er zog sogar weiter, über den Chaiber-Pass im Hindukusch nach Indien, und kehrte erst um, als seine angeschlagenen und heimwehkranken Truppen meuterten. Selbst dann nahm er einen anderen Weg zurück und setzte seinen Eroberungsfeldzug fort. Und das alles im Alter zwischen 20 bis 32 Jahren!

Dank seines Erfolges konnte die griechische Kultur des Goldenen Zeitalters mit der tiefgründigen Weisheit des Sokrates, den exquisiten realistischen Skulpturen, der wegweisenden Architektur und den Tragödien und Komödien, die später Shakespeare inspirieren sollten, vor der drohenden Zerstörung bewahrt werden.

Alexander gründete außerdem die Stadt Alexandria in Ägypten, die mit ihrer riesigen Bibliothek und ihrem 40-stöckigen Leuchtturm für Jahrhunderte das intellektuelle und wirtschaftliche Zentrum der westlichen Zivilisation werden sollte. Die römische Republik und später das Römische Reich übernahmen ihr kulturelles Erbe. All das ist, kurz gesagt, der Grund, warum Alexander groß ist.

Doch wie genau schaffte er das? Die populäre moderne Erzählung gibt uns darauf nur wenige Antworten: Entweder war er ein imperialistischer weißer Mann, der andere überall unterdrückte, oder er war ein unbekümmerter, extravaganter Jüngling mit einem unvergleichlichen Sinn für Abenteuer. Das Letztere wird durch die Tatsache gestützt, dass aus Alexanders außergewöhnlichem Leben eine unglaubliche Fülle von märchenhaften Geschichten und Legenden entstand.

So wurde, als er ein Knabe war, ein widerspenstiges Pferd in sein Königreich gebracht. Sein Vater mied den Hengst, doch Alexander beobachtete ihn aufmerksam und bemerkte, dass das Pferd nur Angst vor seinem eigenen Schatten hatte. Wenn es von seinem Schatten weggedreht wurde, konnte das Pferd beruhigt werden. Die Geschichte besagt, dass Alexander dieses wilde Tier in sein treues Ross Bucephalus verwandelte, das ihn in jeder Schlacht begleitete.

Es heißt auch, Alexander, der von dem antiken griechischen Philosophen Aristoteles unterrichtet wurde, sei von den antiken epischen Gedichten Homers so angetan gewesen, dass er bei seinem Einmarsch in das Perserreich an der antiken Stätte Trojas landete, von der in Homers Ilias die Rede ist, während seine Armee an einem anderen Ort an Land ging.

Später, während seiner Eroberungsfeldzüge, soll Alexander auf den Gordischen Knoten gestoßen sein. Es handelte sich um viele verknotete Seile an einem alten Streitwagen. Der Sage nach würde derjenige die Herrschaft über die Welt erringen, der den Knoten lösen könne. Alexander sah den Knoten nur kurz an und durchschlug ihn. Damit löste er ihn – mehr oder weniger – und hinterließ die Redewendung „den Gordischen Knoten durchschlagen“, also ein kompliziertes Problem auf eine einfache und etwas grobe Art zu lösen.

In einer anderen Erzählung traf Alexander den obdachlosen Philosophen Diogenes auf der Straße. „Geh mir nur ein wenig aus der Sonne!“, soll dieser zu Alexander gesagt haben. Alexander war von Diogenes‘ völliger Missachtung von irdischem Reichtum und Status so inspiriert, dass er sagte: „Wenn ich nicht Alexander wäre, dann möchte ich wohl Diogenes sein!“

Doch diese Sorglosigkeit steht im Widerspruch zu anderen Erzählungen über Alexander. So soll ein Philosoph Alexander erklärt haben, die Welt, in der wir leben, sei nur eine von unzähligen Welten. Daraufhin soll Alexander geweint haben, weil es ihm nicht möglich wäre, alle diese Welten zu erobern.

Ob nun fiktiv oder real, all dies sind prächtige Ornamente im Wandteppich der Geschichte. Sie erzählen uns jedoch weder kohärent noch zuverlässig, wie Alexander so groß wurde. 

Daher ist es aufschlussreich, sich der frühesten historischen Quelle über Alexander den Großen zuzuwenden, dem griechischen Historiker Diodorus Siculus (90-30 v. Chr.). Er schrieb Jahrhunderte vor allen anderen überlieferten Quellen. Bei Diodorus finden wir zuverlässig die entscheidenden Charaktereigenschaften beschrieben, die uns die Geschichte Alexanders des Großen wirklich nahe bringen. Werfen wir im Folgenden einen Blick auf diese Aufzeichnungen.

Brüderlichkeit

Alexander hatte ein unglaubliches Gefühl der Verbundenheit mit seinen Soldaten – nennen wir es Kameradschaft, Führung, Bodenständigkeit oder vielleicht Brüderlichkeit.

Als Alexander zum Beispiel seinen Asienfeldzug und die massive Eroberung des Perserreiches plante, unterbrachen ihn seine Berater. Da er sterben könnte, sollte er zuerst einen Erben zeugen, rieten sie ihm. Er weigerte sich jedoch, weil er an seine Männer dachte.

Diodorus schreibt: „[Sie] rieten ihm, erst einen Erben zu zeugen und sich danach einem solch ehrgeizigen Vorhaben zuzuwenden, aber Alexander war voller Tatendrang, lehnte jeden Aufschub ab und widersprach ihnen. Er betonte, es wäre eine Schande für jemanden, der von Griechenland zum Kriegsführer ernannt worden war und die unbesiegbaren Streitkräfte seines Vaters geerbt hatte, zu Hause zu sitzen, eine Hochzeit zu feiern und auf die Geburt von Kindern zu warten.“

Diese Brüderlichkeit zeigte sich auch darin, dass Alexander bei Schlachten an der Spitze seiner Armee ritt. Er legte genau die Tapferkeit an den Tag, die er sich von seinem einfachsten Soldaten erhoffte.

Dazu gibt es zahlreiche Beispiele, aber ein besonderer Vorfall sticht hervor: Bei der Belagerung einer indischen Stadt überwand Alexander als erster die Mauer und war plötzlich von allen Seiten von Feinden umzingelt.

„Die Inder wagten es nicht, sich ihm zu nähern, sondern schleuderten Speere und schossen Pfeile aus einiger Entfernung auf ihn. Er taumelte unter der Last ihrer Schläge. Als die Makedonier zwei Leitern aufstellten und massenweise hochkletterten, zerbrachen beide und die Soldaten stürzten zurück auf den Boden. So blieb der König [Alexander] allein zurück.

Als die Inder sich um ihn drängten, hielt er ihrem Angriff unverdrossen stand. Er schützte sich auf der rechten Seite durch einen Baum, der dicht an der Mauer wuchs, und auf der linken Seite durch die Mauer selbst und hielt die Inder fern, wobei er einen solchen Mut zeigte, wie man ihn von einem König seines Kalibers erwarten würde. Er war bestrebt, diese mögliche letzte Heldentat seines Lebens zu einer höchst glorreichen zu machen. Er musste viele Schläge auf den Helm und nicht wenige auf den Schild einstecken. Schließlich wurde er von einem Pfeil unterhalb der Brust getroffen und fiel auf ein Knie, überwältigt von dem Schlag.“

Die Verletzung war zwar schwer, doch wurde Alexander gerettet und erholte sich später. Diese Haltung war es, die ihm die absolute Loyalität seiner Männer sicherte, als sie sich tief in Länder vorwagten, von denen sie nur in Geschichten und Legenden gehört hatten.

Gute Sitten

Alexanders Hauptrivale war der persische König Dareios III. Als Alexander Dareios besiegte, floh dieser und ließ seine gesamte Familie zurück. Alexander hätte Dareios’ Verwandte hinrichten, inhaftieren, ins Exil schicken oder zu einfachen Bürgern machen können. Doch er tat nichts von alledem. Im Gegenteil: Alexander behandelte Dareios‘ Mutter, als wäre sie seine eigene, und sorgte dafür, dass sie und Dareios‘ Frau genau denselben Status erhielten, den sie zuvor hatten.

Diodorus berichtet: „[Alexander] schmückte sie mit ihrem königlichen Schmuck und gab ihr ihre frühere Würde mit der gebührenden Ehre zurück. Er übertrug ihr all ihr früheres Gefolge an Dienern, das ihr von Dareios gegeben worden war, und fügte noch weitere hinzu. Er versprach, für die Heirat der Töchter noch großzügiger zu sorgen, als Dareios es versprochen hatte und den Knaben wie seinen eigenen aufzuziehen und ihm königliche Ehre zu verleihen.

Was die Ehefrau des Dareios betrifft, so sagte er, er werde dafür sorgen, dass ihre Würde so gewahrt bleibe, dass sie nichts erlebe, was mit ihrem früheren Glück unvereinbar sei. Er machte noch viele weitere Zusagen der Rücksichtnahme und Großzügigkeit, sodass die Frauen in unkontrolliertes Weinen ausbrachen, so groß war ihre unerwartete Freude.“

Diodorus hinterließ uns seinen eigenen Kommentar zu diesem Vorfall: „Im Allgemeinen würde ich sagen, dass es unter den vielen guten Taten Alexanders keine gibt, die größer oder würdiger ist, in der Geschichte aufgezeichnet und erwähnt zu werden, als diese.“

Alexander hielt sein Wort und kümmerte sich so gut um Dareios‘ Mutter, dass sie ihn wie einen Sohn ansah. Sie war entsetzt, als er so jung starb. In ihrer Trauer weigerte sie sich zu essen und starb fünf Tage nach ihm.

Glaube

Das dritte Merkmal, das Alexander zu seiner Größe verhalf, war sein Glaube. Man könnte ihn auch als Frömmigkeit oder als Vertrauen in das Göttliche und Übernatürliche bezeichnen. Auf jeden Fall zollte Alexander den alten griechischen Göttern sowie dem ägyptischen Gott Ammon stets den gebührenden Respekt und achtete auf Omen – also auf Zeichen des Himmels, die durch Priester, Propheten und Naturphänomene mitgeteilt wurden.

Bevor Alexander mit seiner großen Eroberung des Perserreiches begann, „brachte er den Göttern in Dium, Makedonien, großzügige Opfer dar und veranstaltete dramatische Wettkämpfe zu Ehren von Zeus und den Musen. Er feierte das Fest neun Tage lang und benannte jeden Tag nach einer der Musen.“

Die Musen waren Töchter von Zeus, dem griechischen Gott des Himmels, und Göttinnen, die für die Künste zuständig waren und Tanz, Musik und Poesie inspirierten. (Tatsächlich leitet sich das Wort Musik von ihrem Namen ab.)

Als Alexander am Ende seines ausgedehnten Feldzuges in Indien jenseits der persischen Grenze ankam, zollte er ihnen erneut Respekt und „errichtete als Erstes Altäre der zwölf Götter, jeder 50 Ellen hoch.“

Als er fast in einem Fluss ertrunken war, erkannte er erneut, dass sein Leben in den Händen der Götter lag, und verglich sein eigenes Schicksal mit dem des Halbgottes Achilles aus der griechischen Mythologie. Diodorus schreibt: „So knapp dem Ertrinken entronnen, brachte er den Göttern ein Opfer dar, denn er hatte die tödliche Gefahr überstanden und reflektierte, dass er, wie Achilles, in der Gewalt eines Flusses gewesen war.“

Arroganz und Extravaganz

Alexander starb im Alter von nur 32 Jahren, als er sich auf dem Rückweg von seinen Eroberungen befand. Sein frühes Ableben ist von großer Bedeutung, denn er starb zeitgleich, als er alle seine drei edlen Tugenden verletzte: Brüderlichkeit, gute Sitten und Glaube. 

Nachdem er das Perserreich erobert hatte, veränderte sich Alexanders Charakter allmählich zum Schlechten. Alexander hatte sein ganzes Leben lang nur auf dieses eine Ziel hingearbeitet. Als dieses schließlich erreicht war, sah er keinen Grund mehr, sich nicht zu entspannen und zu vergnügen – und es schien, dass er zunehmend keinen unmittelbaren Grund mehr hatte, mit dem Spaß aufzuhören.

Er verletzte die Brüderlichkeit zwischen ihm und seinen makedonischen und griechischen Mitstreitern, als er beschloss, seinen Eroberungszug nach Indien fortzusetzen, um dem Perserreich, das er nun regierte, zu mehr Ruhm zu verhelfen und dabei seine Männer weiter von ihrer Heimat wegzubringen.

Außerdem warb Alexander für seinen neuen Titel „Sohn des Ammon“, was „Sohn Gottes“ bedeutet. Das war jedoch nur wichtig für die Perser, nicht für seine Männer.

Diodorus erklärt: „Die Makedonier meuterten nicht nur, als sie den Befehl erhielten, den Ganges zu überqueren, sondern wurden auch häufig ungehorsam, wenn man sie zu einer Versammlung rief und machten sich über Alexanders Heuchelei, Ammon sei sein Vater, lustig.“

Die Situation war so schlimm, dass Alexander ein Heer von 30.000 Persern aufstellte, um es im Fall der Fälle gegen seine eigenen Makedonier einzusetzen.

Auch hier sehen wir, wie Alexander es mit den guten Sitten übertrieb, um seiner nun schwärmerischen persischen Öffentlichkeit zu gefallen. Er war außerdem dazu übergegangen, die persischen Sitten nicht nur zu respektieren, sondern sie sich auch zu eigen zu machen und die griechischen Sitten, die ihn die meiste Zeit seines Lebens genährt hatten, über Bord zu werfen.

Diodorus macht die Veränderungen deutlich: „So trug Alexander schließlich persische Kleidung, bevorzugte Perser gegenüber den Griechen und nahm sich sogar 360 Konkubinen. Alexander schien es, er habe sein Ziel erreicht und kein anderer könne ihm sein Reich streitig machen. Er begann, den persischen Luxus und die extravagante Zurschaustellung der Könige Asiens zu imitieren.“

„Außerdem fügte er seinem Hofstaat nach Art des Dareios Konkubinen hinzu, deren Zahl nicht geringer war als die Zahl der Tage im Jahr. Sie waren von beeindruckender Schönheit und aus allen Frauen Asiens ausgewählt worden. Jede Nacht stolzierten sie um die Liege des Königs, damit er sich aussuchen konnte, mit welcher er diese Nacht verbringen würde. Es ist wahr, dass viele ihn deswegen rügten, aber er brachte sie mit Geschenken zum Schweigen.“

Alexander versank in grenzenlose Muße und in etwas, das seinen Männern als Entartung erschienen sein muss. Verschwörungen und scharfe Kritik seines inneren Kreises folgten. Einmal erdolchte Alexander in einem betrunkenen Wutanfall einen alten Soldaten namens Kleitos, der Alexander einst das Leben gerettet hatte. Kleitos hatte Alexander offen für seine jüngste Misswirtschaft kritisiert.

Zu guter Letzt wurden auch Alexanders Glauben und seine Frömmigkeit verzerrt und gingen schließlich ganz verloren. Am Ende seiner Reisen starb sein engster Freund Hephaistion, und Alexander beschloss, ein unglaublich extravagantes Begräbnis abzuhalten. Dieses endete damit, dass er allen befahl, Hephaistion als einem Gott Opfer darzubringen. Dafür konnte er sich die Zustimmung eines örtlichen Priesters einholen.

Alexanders Tod

Als Alexander sich am Ende seiner langen Reise der großen Stadt Babylon näherte, erklärten ihm die Chaldäer, sollte er die Stadt betreten, würde er in ihr sterben. Die Chaldäer waren für ihre Fähigkeit bekannt, Omen zu lesen. Alexander nahm dies ursprünglich sehr ernst.

„Als Alexander also von Nearchos von der Prophezeiung der Chaldäer erfuhr, war er beunruhigt und wurde immer unruhiger, je mehr er über die Fähigkeiten und das hohe Ansehen dieses Volkes nachdachte. Nach einigem Zögern schickte er den Großteil seiner Mitstreiter nach Babylon, änderte aber seine eigene Route, um die Stadt zu umgehen. Er schlug sein Hauptquartier in einem Lager in einer Entfernung von mehr als 300 Kilometern auf.“

Schließlich wurde Alexander jedoch von griechischen Philosophen, wahrscheinlich der Bequemlichkeit und der öffentlichen Meinung wegen, dazu überredet, Babylon zu betreten, wo er tatsächlich starb.

Diodorus geht stark davon aus, dass Alexander vergiftet wurde. Sollte es jedoch eine malariaübertragende Mücke gewesen sein, die Alexander tötete, dann sollten wir das übermäßige Trinken und Prassen nicht vergessen. Es schwächte wahrscheinlich Alexanders Immunsystem soweit, dass er trotz seines jungen Alters und eines starken Körpers an dem Fieber starb.

Aus dem letzten Viertel von Alexanders Leben, nachdem er sein großes Ziel erreicht hatte, geht klar hervor, dass es ein Gegenstück zu seinem bisherigen Leben darstellt.

Insgesamt gesehen ist Alexanders Leben geprägt gewesen von den Tugenden der Brüderlichkeit, des guten Benehmens und des Glaubens. Dies sind starke Wesenszüge, die Menschen in Regionen führen können, die zuvor undenkbar waren, und die Säulen unter dem Dach einer großartigen Zivilisation bilden können. 

Wenn man Alexanders Leben auf diese Weise betrachtet, erhält man vielleicht das umfassendste und schlüssigste Bild davon, wer er war und wie er groß wurde. 

Alle Zitate stammen aus Diodorus Siculus.

Evan Mantyk ist Englischlehrer in New York und der Präsident der Gesellschaft „Society of Classical Poets“.



Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion