Kein "Gasthaus zum goldenen M" auf Oléron - Eine Insel wehrt sich erfolgreich gegen die Ansiedlung des Fast-Food-Riesen McDonalds. (Symbolbild)Foto: Tim Boyle/Getty Images

„Bessere Alternative“ – Bürgermeister von Oleron verteidigt seine Insel gegen McDonalds

Epoch Times7. November 2017 Aktualisiert: 29. August 2019 14:58
2019 n. Chr. - Ganz Frankreich ist von McDonalds besetzt. Ganz Frankreich? Nein, vor der Küste von Charentes Maritime wehrt sich der Bürgermeister der kleinen Insel Oléron noch immer gegen den Eindringling. Aber wie lange noch?

Bereits im Jahr 2014 versuchte McDonalds, sich auf der Insel Oléron niederzulassen und reichte den ersten Bauantrag ein. Als die Bewohner die Identität ihrer Insel bedroht sehen, reagieren sie ganz im Sinne der gallischen Tradition: Dem Eindringling Widerstand leisten.

Trotz des Versprechens, 70 Arbeitsplätze zu schaffen, lehnte der Bürgermeister von Dolus d‘ Oléron, Patrick Moquay, diesen ab. Unterstützt von einem Bürgerkollektiv befürchtete er, dass dadurch die Authentizität von Oléron zerstört werden könnte.

Dann fanden Kommunalwahlen statt, und Grégory Gendre übernahm den Posten von Patrick Moquay. Der Umweltaktivist machte es daraufhin zu einem seiner vorrangigen Ziele, McDonalds davon abzubringen, das Projekt weiterzuführen. Er lehnte die Baugenehmigung erneut ab.

Später wurde diese Entscheidung vom Verwaltungsgericht Poitiers kassiert. Er beschließt daher, Berufung einzulegen, und die Akte ging an den Verwaltungsgerichtshof von Bordeaux.

„Wir haben eine bessere Alternative“

Für den Bürgermeister gibt es kaum einen größeren Gegensatz als das McDonald’s-Junk Food und die traditionelle lokale Küche.

„Die Insel-Restaurants, mit ihren Menüs aus frischen Zutaten, würden leiden. Wir versuchen Träume zu verkaufen und nutzen dabei die natürlichen Ressourcen und Gegebenheiten unserer kleinen Insel. Wir wollen das nicht für die dicken großen Schuhe und die fettigen Macs des amerikanischen Eindringlings aufgeben“, sagte Grégory.

Um McDonalds etwas entgegen setzen zu können, plante der Bürgermeister mit Hilfe einer Sammlung, ein lokales Projekt anzuschieben. „Wir wollen einen Platz für junge Menschen schaffen, an dem sie günstig essen können. Die Küche würde vorwiegend, saisonale lokale Produkte verarbeiten und außerdem würden dadurch Arbeitsplätze geschaffen.“

Das Beispiel Florenz

Es ist eher selten, dass McDonalds auf solchen Widerstand stößt. Ähnlich energisch wehrt sich aber auch Florenz in Italien. Um das historische Erbe der berühmten Piazza del Duomo zu bewahren, gibt es eine Vorschrift, die jedes Restaurant ausschließt, das Tiefkühlprodukte verwendet.

Das Gleich gilt übrigens auch für solche, die nicht aus der Region stammen und wenig mit der italienischen Küche zu tun haben – zwei Fettnäpfchen für McDonalds. Das hat die Ambitionen der amerikanischen Kette nicht gebremst.

McDonalds versuchte es mit dem Versprechen „Essen auf den Tisch zu bringen, das italienische Menüs integriert“. Sie forderten eine Verzichtserklärung von Florenz und prüften ihre Chancen, die Gesetzgebung zu umgehen.

Der Bürgermeister von Florenz, Dario Nardella, hat sich aus ähnlichen Gründen wie der Bürgermeister der Insel Oleron gegen dieses Vorhaben ausgesprochen: „Es ist nicht im Einklang mit dem Kampf, den wir seit Jahren gegen Fast-Food und Supermärkte führen, um die Tradition und Identität der Stadt zu bewahren.“

Florenz von McDonalds verklagt – Bürger wehren sich

Im Jahr 2016 reichte Mc Donalds eine Schadenersatzforderung über 17,8 Millionen Euro gegen Florenz vor Gericht ein „wegen offensichtlicher und schwerwiegender Ungleichbehandlung“. Der Bürgermeister, auch hier unterstützt durch eine Petition der Einwohner, aber sagt:“ Nein, auf der Piazza del Duomo wird es keinen McDonalds geben.“ (cs)



Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion