Hohe Haftstrafen für Diebstahl von Edelmetallen bei Aurubis

Im Strafverfahren wegen millionenschweren Diebstahls beim Kupferhersteller Aurubis hat das Landgericht Hamburg die sechs Angeklagten zu teils hohen Haftstrafen verurteilt. Der Schaden für Aurubis betrug rund zehn Millionen Euro.
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Im Aurubis-Werk werden Edelmetalle wie Kupfer recycelt.Foto: Sascha Schuermann/Getty Images
Epoch Times23. Februar 2024

Ein Gerichtssprecher teilte am Freitag mit, es seien Strafen von zwei Jahren bis zu knapp sechs Jahren verhängt worden, in einem Fall auf Bewährung. Der Schaden für Aurubis betrug rund zehn Millionen Euro.

Aurubis-Chef Roland Harings begrüßte „das konsequente und rasche Vorgehen von Polizei und Justiz gegen diesen Fall von organisierter Kriminalität“. Die teils hohen Haftstrafen zeigten die Schwere der Taten und „werden sicher eine abschreckende Wirkung entfalten“, erklärte er.

Die Firma hatte im Juni die Behörden alarmiert – Staatsanwaltschaft und Polizei ermittelten wegen ehemalige und aktive Mitarbeiter von Aurubis sowie Mitarbeiter von Fremdfirmen, die auf dem Werksgelände von Aurubis tätig waren. Der Prozess begann Mitte Dezember.

Gestohlen wurden nach Einschätzung des Gerichts über Monate hinweg insgesamt knapp fünf Tonnen Rohsilberfegsel, die als Rückstände bei Metallrecycling- und Aufbereitungsprozessen entstehen. Im regulären Verkauf hätten diese Edelmetalle knapp zehn Millionen Euro gebracht – die Angeklagten erhielten demnach nur einen Bruchteil dafür. Sie wurden teils wegen Bandendiebstahls, teils wegen Hehlerei verurteilt, wie der Gerichtssprecher angab.

Der Hauptangeklagte soll für fünf Jahre und zehn Monate ins Gefängnis, ein ehemaliger Mitarbeiter der Firma für drei Jahre und sechs Monate, wie Aurubis mitteilte. Die weiteren Angeklagten erhielten Haftstrafen von zwei bis vier Jahren. Bei einem Angeklagten wurde die zweijährige Strafe auf Bewährung ausgesetzt, wie der Gerichtssprecher mitteilte. Jeder Verurteilte soll zudem einen Geldbetrag zahlen, um „Wertersatz für Taterträge zu leisten“.

Aurubis-Chef Harings erklärte am Freitag, als Multimetallunternehmen sei Aurubis „stets dem Risiko ausgesetzt, in den Fokus von Kriminellen zu geraten“. Das Unternehmen nahm den Diebstahl zum Anlass, „seine Präventions- und Sicherheitsstandards zu analysieren und zu verbessern“. So werde Aurubis auf dem Hamburger Werksgelände einen neuen Sicherheitsbereich errichten, „der die gesamte Prozesskette der Edelmetallverarbeitung integriert“. (afp)



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