Warum gibt es den 29. Februar?

Dieses Jahr gibt es einen 29. Februar, doch mit einem Schalttag alle vier Jahre ist es nicht getan. Papst Gregor XIII. setzte 1582 im Zuge der nach ihm benannten Kalenderreform die heutigen drei Regeln für das Schaltjahr in Kraft.
108
Was haben die Planeten unseres Sonnensystems mit dem 29. Februar zu tun?Foto: iStock
Epoch Times23. Februar 2024

Der kommende Donnerstag trägt ein Datum, das nur alle vier Jahre vorkommt: 2024 gibt es wieder einen 29. Februar. Notwendig ist die Aufnahme dieses zusätzlichen Tags in den Jahreskalender, weil die Erde für ihren Umlauf um die Sonne nicht exakt 365 Tage braucht – sondern knapp sechs Stunden mehr, wie schon die Ägypter in vorchristlicher Zeit wussten. Fragen und Antworten:

Warum gibt es den 29. Februar?

Um die Differenz zwischen Sonnenjahr und Kalenderjahr auszugleichen, wird alle vier Jahre Ende Februar ein Tag hinzugeschaltet. Daher kommt auch der Name Schaltjahr.

Reicht das Hinzufügen von 24 Stunden alle vier Jahre?

Nein. Die möglichst exakte Angleichung unseres Kalenders an das astronomische Sonnenjahr – also die Dauer eines Erdumlaufs um die Sonne – erwies sich in den vergangenen gut 2000 Jahren als durchaus verzwickte Angelegenheit.

Denn mit einem Schalttag alle vier Jahre ist es nicht getan: Dadurch wird die durchschnittliche Jahresdauer zwar von 365 auf 365,25 Tage verlängert – das aber ist wiederum ein bisschen zu viel, denn tatsächlich ist das Sonnenjahr nur 365,2422 Tage lang.

Wie wird das Problem gelöst?

Durch eine weitere Korrektur, diesmal in die andere Richtung. Um die Unstimmigkeit auszugleichen, setzte Papst Gregor XIII. 1582 im Zuge der nach ihm benannten Gregorianischen Kalenderreform die heute noch geltenden drei Regeln für das Schaltjahr in Kraft.

Wie lauten diese Regeln?

Erstens sind grundsätzlich alle durch vier teilbaren Jahre Schaltjahre. Zweitens fällt der Schalttag bei einem vollen Jahrhundert aus – es sei denn, dass sich – drittens – das volle Jahrhundert glatt durch 400 teilen lässt.

Das erklärt, warum die Jahre 1700, 1800 und 1900 keine Schaltjahre waren – sie lassen sich nicht glatt durch 400 teilen. Das Jahr 2000 dagegen schon – deshalb gab es vor 16 Jahren ebenfalls einen 29. Februar, trotz des vollen Jahrhunderts.

Durch den päpstlichen Kniff beträgt die durchschnittliche Jahresdauer nun 365,2425 Tage, womit der Gregorianische Kalender der tatsächlichen Dauer des Sonnenjahrs sehr nahe kommt.

Welcher Kalender galt vor Gregors Reform?

Zuvor galt der Julianische Kalender, der auf Julius Cäsar zurückging und aus dem Jahr 46 vor Christus stammte. Cäsar reformierte damals den bis dahin geltenden römischen Mondkalender und übernahm dabei auch die Schalttage der Ägypter.

In der Folge war die durchschnittliche Jahresdauer zwar nicht mehr knapp sechs Stunden zu kurz, dafür aber gut elf Minuten zu lang – bis Gregor XIII. das Kalenderregelwerk verfeinerte.

Wie wird da Geburtstag gefeiert?

Der 29. Februar ist ein seltener Geburtstag, nur alle vier Jahre können die an diesem Tag Geborenen so richtig feiern. Zum ersten Mal gilt das in diesem Jahr für diejenigen, die am 29. Februar 2020 zur Welt kamen – 1.700 Babys. Ein Schaltjahr davor, im Jahr 2016, waren es 1.810.

Auffällig ist: In beiden Jahren wurden am Schalttag weniger Kinder geboren als an einem durchschnittlichen Februartag. Pro Tag kamen normalerweise im Februar 2020 immerhin 2.024 Babys auf die Welt, im Februar 2016 waren es 2.072 Kinder.

(afp/red)



Epoch TV
Epoch Vital
Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Dies umfasst ebenso abschweifende Kommentare, die keinen konkreten Bezug zum jeweiligen Artikel haben. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.


Ihre Epoch Times - Redaktion