Fetthaltige Milch gleich fette Kinder?

Von 10. Dezember 2016 Aktualisiert: 10. Dezember 2016 9:44
Studie belegt: Kinder, die Vollmilch trinken, sind schlanker und haben einen höheren Vitamin D-Spiegel als Kinder, die fettarme Milch bekommen. Trotz der ganzen Light-Produkte hat sich die Fettleibigkeit in den letzten 30 Jahren verdreifacht, während der Verzehr von Vollmilch um die Hälfte gesunken ist.

 

Lange geisterte die Mähr: Fett macht fett. Immer mehr Light-Produkte überschwemmten die Supermärkte, viele Frauen wunderten sich nach diesen Diäten, bei der sie komplett Fett weg ließen oder zu Lightprodukten griffen, dass sie manchmal sogar zunahmen!

Wie konnte das geschehen? Entzieht man den Lebensmitteln ihren natürlichen Fettgehalt, entzieht man auch die Möglichkeiten Vitamine und Mineralien im Körper aufzuspalten. Und mit irgend etwas mussten diese Produkte aufgefüllt werden, und nicht selten waren das dann zusätzliche Kohlenhydrate oder Süßstoffe! Wir wissen alle: Kohlenhydrate machen dick, denn man braucht davon eigentlich am Tag sehr viel weniger, als wir essen. Und was Süßstoff dem Hirn vorgaukelt ist hinlänglich bekannt.

Am schlimmsten aber war die Erkenntnis, dass auch viele Eltern damit begannen, Kindern Light-Produkte zu geben, anstatt sie weiter mit natürlichen Produkten zu ernähren. Natürlich wundert es keinen, als man herausfand, dass kleine Kinder, die Vollmilch trinken, schlanker sind und höhere Vitamin-D-Werte haben als diejenigen, die fettarme Milch konsumieren. Denn Vitamin D stärkt vor allen Dingen die Knochen, sorgt dafür dass die Mineralstoffe wie Calcium und Phosphat vom Körper aufgenommen werden können. Auch wenn Vitamin D das Vitamin ist, das der Körper selber bilden kann, braucht es dafür aber die Hilfe von außen – nämlich genügend Sonne. Ein Anzeichen von Vitamin D-Mangel sind Knochenprobleme, vor allem bei Kindern und alten Menschen. Kinder, die eine Tasse Vollmilch jeden Tag trinken, weisen den vergleichbaren Vitamin D-Gehalt auf wie diejenigen, die fast drei Tassen Halbfett Milch trinken. Das kann daran liegen, dass Vitamin D fettlöslich ist, was bedeutet, dass es sich im Fett und nicht im Wasser auflöst.

Eine Studie mit mehr als 2.700 Kindern im Alter von einem bis sechs Jahren ergab, dass diejenigen, die Vollmilch tranken, einen Body-Mass-Index von einer fast vollen Einheit niedriger aufwiesen, als bei den Kindern, die fettarme Milch konsumierten. Dr. Jonathon Maguire von St. Michael’s Hospital in Toronto stellt fest, dass das vergleichbar mit dem Unterschied ist, zwischen einem gesunden Gewicht und ungesundem Übergewicht.

Weiter beschreibt er, dass Kinder, die Vollmilch trinken, sich schneller satt fühlen als diejenigen, die die gleiche Menge an fettarmer Milch trinken. Hier konnte er beobachten, wie diese Kinder dann schneller wieder zu kalorienhaltigen Lebensmitteln griffen. Und letztendlich sehr viel dicker waren. „Kinder, die fettarme Milch trinken, haben nicht weniger Körperfett!“, so seine mahnenden Worte.

Trotz Light-Produkten Fettleibigkeit verdreifacht, während Verzehr von Vollmilch um die Hälfte gesunken ist

Mittlerweile wird auch hier in Deutschland empfohlen, dass Kinder unter zwei Jahren nur Vollmilch konsumieren sollten. Wenn man überlegt, wofür die Kuhmilch eigentlich gedacht ist, nämlich die Kälber großzukriegen, dann macht es ja auch Sinn, dass Kinder mit Vollmilch ernährt werden. Denn sie müssen, wie die Kälber, groß und stark werden. Fakt ist aber auch, dass wir Erwachsenen keine Vollmilch mehr brauchen! Dieses Fett wird später schlecht vom Darm verdaut, was dann nicht selten zu einer Laktoseintoleranz führen kann. Das ist keine Krankheit, der Darm signalisiert einfach nur, dass er diese Stoffe nicht mehr benötigt und krank davon werden kann. Wer hier nicht auf Milch, zum Beispiel in seinen Kaffee, verzichten möchte, sollte dann hier eher zu fettarmer Milch greifen. Hier empfiehlt es sich auf Soja-, Mandel- oder Dinkelmilch auszuweichen.

Denn trotz der ganzen Light-Produkte hat sich die Fettleibigkeit in den letzten 30 Jahren verdreifacht, während der Verzehr von Vollmilch um die Hälfte gesunken ist.

Quellen:

 

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