Garnelen und Fleisch mit mRNA-Impfung: Eine unterschätzte Bedrohung für die Lebensmittelsicherheit?

Immer mehr Lebensmittel – darunter Garnelen, Schweine- und Rindfleisch – werden mit mRNA-Gentechnologie behandelt. Langzeitfolgen und Risiken sind dabei unbekannt.
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Frische Garnelen auf einem Markt in Israel.Foto: iStock
Von 30. September 2023

Garnelen sind der jüngste Neuzugang auf der wachsenden Liste von Lebensmitteln, die mit mRNA-Gentherapietechnologie behandelt werden. Ein israelisches Unternehmen hat 8,25 Millionen Dollar von Risikokapitalgebern erhalten, um die Gesundheit bei Meerestieren durch seine oral verabreichte RNA-Partikelplattform zu fördern und zu verbessern.

Das Biotechnologieunternehmen ViAqua hat ein Impfstoffprodukt auf RNA-Basis entwickelt, das auf ribonukleinsäuregestützter Interferenz (RNAi) beruht und die Gensequenzen bei Garnelen manipuliert. RNAi ist ein biologischer Prozess, bei dem RNA-Moleküle eingesetzt werden, um die Genexpression oder die Translation zu hemmen.

Der Impfstoff wird in Form eines Futtermittelzusatzes angeboten, der die Resistenz gegen das Weißfleckensyndrom-Virus (WSSV) steigern soll – einer viralen Infektion, die jährliche Verluste in Höhe von etwa 3 Milliarden US-Dollar verursacht. Durch das Virus kommt es jedes Jahr zu einer 15-prozentigen Reduzierung der weltweiten Garnelenproduktion. ViAqua zufolge können RNA-Moleküle mit jeder Mahlzeit, die das entsprechende Präparat enthält, die Entwicklung der krankmachenden Gene hemmen.

„Die orale Verabreichung ist das erklärte Ziel der Entwicklung der Gesundheit in der Aquakultur.“ Das liege daran, dass es unmöglich sei, einzelne Garnelen zu impfen. So könne man aber auch die „Betriebskosten der Krankheitsbekämpfung erheblich senken und die Ergebnisse optimieren“, so Shai Ufaz, CEO von ViAqua, in einer Pressemitteilung. Das Unternehmen plant, die Produktion im Jahr 2024 in Indien zu starten.

Laut einer Proof-of-Concept-Studie aus dem Jahr 2022 war der Nano-Impfstoff in einem WSSV-Testmodell zu etwa 80 Prozent wirksam und hatte ein gutes In-vivo-Sicherheitsprofil. Jedoch sind die Langzeitrisiken der Genexpressionveränderung bei Garnelen und die Auswirkungen des Konsums geimpfter Garnelen unbekannt.

mRNA-Impfstoffe werden bereits bei Schweinen eingesetzt

Die Aquakulturindustrie ist jedoch nicht der einzige Markt. Das Start-up-Unternehmen Genvax Technologies hat im Jahr 2022 6,5 Millionen US-Dollar erhalten, um eine Plattform für selbstreplizierende mRNA-Impfstoffe (saRNA) zu entwickeln. Die Plattform soll maßgeschneiderte Impfstoffe für Viehherden oder Geflügelställe ermöglichen, die genau auf aktuelle Krankheitsvarianten abgestimmt sind.

Die Technologie von Genvax beinhaltet das Einsetzen spezifischer Gene in die Plattform, um eine Immunantwort auszulösen, ohne den gesamten Erreger anpassen zu müssen. Genvax arbeitet an einem saRNA-Impfstoff gegen die Afrikanische Schweinepest in Zusammenarbeit mit dem US-Landwirtschaftsministerium. Dafür erhielt das Start-up im April 2022 einen Zuschuss in Höhe von 145.000 US-Dollar von der Foundation for Food and Agriculture Research (Stiftung für Lebensmittel- und Agrarforschung). Die Afrikanische Schweinepest ist ein hochansteckendes Virus mit einer hohen Sterblichkeitsrate von nahezu 100 Prozent bei Schweinen.

Genvax ist nicht das erste Unternehmen, das mRNA-Technologie bei Schweinen einsetzt. Die Firma Merck stellte im Jahr 2018 die Plattform SEQUIVITY vor, die die RNA-Partikeltechnologie nutzt, um maßgeschneiderte Impfstoffe gegen verschiedene Krankheitserreger bei Schweinen zu entwickeln – darunter das Influenza-A-Virus, das Porcine Circovirus (PCV) und das Rotavirus.

Laut Merck ermöglicht die RNA-Partizipationstechnologie die Entwicklung eines „sicheren und flexiblen“ Schweinegrippeimpfstoffs in nur acht bis zwölf Wochen. Die Entwicklung von herkömmlichen Impfstoffen dauert in der Regel mehrere Jahre. Es gibt jedoch erst sehr wenige Studien, welche die Auswirkungen des Fleischverzehrs geimpfter Schweine auf den menschlichen Körper haben.

Bedenken gegen den Einsatz von mRNA-Impfstoffen bei Rindern

Laut der US-Lobbygruppe National Cattlemen’s Beef Association sind derzeit in den USA keine mRNA-Impfstoffe für die Verwendung bei Rindern lizenziert. Die Impfstoffe werden entwickelt, um Krankheiten bei Rindern zu verhindern, deren Fleisch könnte jedoch auf den Tellern des Verbrauchers landen.

Die Ranchers-Cattlemen Action Legal Fund United Stockgrowers of America (R-CALF USA) hat Bedenken bezüglich des Einsatzes von mRNA-Impfstoffen bei Rindern vorgebracht. Die nationale gemeinnützige Organisation hat über 5.000 Mitglieder, die sich für die Rentabilität und Lebensfähigkeit der US-Rinderindustrie einsetzen.

Im April 2023 führte R-CALF USA Gespräche mit Medizinern und einem Molekularbiologen. Die Organisation wollte Informationen zum Status von mRNA-Injektionen in der globalen Proteinlieferkette erhalten. Tierarzt Max Thornsberry berichtete dabei, dass einige Forscher folgendes herausgefunden hätten: mRNA und das darin kodierte Virus könnte auf Menschen übergehen, die Milch- oder Fleischprodukte von geimpften Tieren konsumiert haben.

Er äußerte große Bedenken hinsichtlich der vollständigen Auswirkungen und der unbekannten Langzeitfolgen. Zudem forderte der Tierarzt weitere Untersuchungen. Obwohl die USA noch keine mRNA-Impfstoffe für Rinder zugelassen haben, importieren sie zunehmend Rindfleisch aus Ländern, in denen Rinder entweder mit mRNA-Impfstoffen geimpft werden oder solche Impfungen planen.

R-CALF USA betonte die Notwendigkeit einer verpflichtenden Herkunftskennzeichnung von Produkten. Dadurch könnten Verbraucher entscheiden, ob sie Rindfleisch aus einem Land wählen möchten, das Rinder mit umstrittenen mRNA-Impfstoffen behandelt. In einer Stellungnahme von R-CALF USA erklärte der Geschäftsführer Bill Bullard, die Organisation sei wegen ihrer Position angegriffen worden. Demnach hätten pharmazeutische Publikationen sie der „Angstmacherei und Fehlinformation“ beschuldigt.

In mehreren US-Bundesstaaten – darunter Tennessee, Idaho, Arizona, Texas und Missouri – wurden jedoch bereits Gesetzesentwürfe oder Vorschläge eingereicht. Diese schreiben die Kennzeichnung von Produkten vor, die von Tieren stammen, denen mRNA-Impfstoffe verabreicht wurden.

Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel: „Meat From Animals Vaccinated With mRNA Vaccines May Soon Make Its Way Into the US Food Supply“ (redaktionelle Bearbeitung il)



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