Soziale Isolation und Prestigeverlust: Bei Gutverdienern steigt Sterblichkeit nach Renteneintritt

Epoch Times5. August 2019 Aktualisiert: 5. August 2019 17:20
Bei Gutverdienern, die mit 65 Jahren in Rente gehen, steigt laut einer Studie die Sterblichkeit kurz nach der Verrentung. Dagegen sinkt die Sterblichkeit bei Männern mit unterdurchschnittlichem Einkommen kurz nach einem Renteneintritt mit 63 Jahren.

Bei Gutverdienern, die mit 65 Jahren in Rente gehen, steigt einer Studie zufolge die Sterblichkeit kurz nach der Verrentung um zwei bis drei Prozent. Dagegen sinkt bei Männern mit einem unterdurchschnittlichen Einkommen kurz nach einem Renteneintritt mit 63 Jahren die Sterblichkeit um gut ein Prozent, wie aus der am Montag in Essen veröffentlichten Untersuchung des RWI-Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung hervorgeht.

Den Forschern zufolge hat die Erwerbsbiografie einen wesentlichen Einfluss darauf, wie der Renteneintritt die Sterblichkeit beeinflusst. Eine Schlüsselrolle für die Sterblichkeitseffekte spielt demnach die Aktivitätsveränderung beim Renteneintritt.

Soziale Isolation bei Gutverdienern führt zu Gesundheitsrisiken

„Gerade frühere Gutverdiener sind durch den Renteneintritt offenbar größeren Gesundheitsrisiken ausgesetzt“, erläuterte der RWI-Wissenschaftler und Studienautor Matthias Giesecke. „Bei ihnen steht wahrscheinlich die soziale Isolation im Rentenalter im Vordergrund, weil sie mit der Berufstätigkeit auch Berufsprestige und soziale Netzwerke verlieren.“

Hingegen kommen Männer, die mit 63 Jahren in Rente gehen, der Untersuchung zufolge überwiegend aus Berufen mit manuellen Routinetätigkeiten und relativ geringem Verdienst. Viele dieser Jobs seien körperlich anstrengend oder gefährlich. Weniger Stress und Gefahren sowie ein relativ hoher Freizeitwert senken laut der Studie bei dieser Gruppe nach dem Renteneintritt die Sterblichkeit.

Noch positiver wirkt sich die Verrentung auf Männer aus, die mit 63 Jahren aus vorheriger Arbeitslosigkeit in Rente gehen. Sie profitieren demnach davon, dann nicht mehr dem Stigma der Arbeitslosigkeit ausgesetzt zu sein.

Die Untersuchung basiert auf Daten der Deutschen Rentenversicherung von knapp 800.000 Rentnerinnen und Rentnern der Geburtsjahrgänge 1934 bis 1936, die für den Zeitraum von 1994 bis 2013 ausgewertet wurden. Als zweite Datenquelle diente das Sozio-oekonomische Panel. (afp)

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