Mao lässt grüßen: 5G-Riese Huawei hat weltweit eigenartige Geschäftspraktiken am Start

Von 6. Februar 2019 Aktualisiert: 7. Februar 2019 12:16
Der chinesische Mobilfunkkonzern unterwandert mit einer Strategie von Mao Tse-tung zunächst weniger gut entwickelte Länder. Die Europäer spielen immer weniger mit - für den 5G-Ausbau werden die Chinesen immer mehr blockiert.

Der chinesische Mobilfunkkonzern Huawei wendet eine Reihe von unorthodoxen Taktiken an, um Geschäfte in Märkten auf der ganzen Welt zu machen. Die zugrundeliegende Strategie dafür kommt von Mao Tse-tung.

Der Gründer und CEO von Huawei, Ren Zhengfei, wollte die Strategie des ehemaligen chinesischen Führers der Kommunistischen Partei: „die ländliche Gegend erobern und dann die ländlichen Basen nutzen, um Städte zu umzingeln und zu erobern“ nutzen.

Wie in einem chinesischen Zeitschriftenartikel aus dem Jahr 2014 über Rens Leben erklärt wird, wollte er, dass Huawei zuerst die weniger entwickelten Märkte erobert und dann die dort gewonnenen Erfahrungen nutzt, um in die wettbewerbsfähigeren und entwickelteren Märkte einzudringen.

In dem Bericht wird darauf hingewiesen, dass Huawei 1997 mit Russland seinen ersten Ausflug in den Auslandsmarkt unternommen hat. Die technologische Entwicklung Russlands lag hinter der der meisten europäischen und amerikanischen Länder zurück, und das ehemalige kommunistische Land hatte gute Beziehungen zu China unterhalten.

Nach Russland zielte Huawei auf afrikanische Länder, osteuropäische Länder, den Nahen Osten, Südostasien und südamerikanische Länder. Das ultimative Ziel des Unternehmens war es, Geschäfte in Westeuropa und den USA zu machen.

Formelles Schreiben an Minister: „Wir haben ihren Mail-Account gehackt“

Am 14. Oktober 2014 richtete Michael Makuei Lueth, Informationsminister für den Südsudan, ein formelles Schreiben an Barnaba Marial Benjamin, den Minister für auswärtige Angelegenheiten und internationale Zusammenarbeit des Landes, in dem er behauptete, dass Huawei sein offizielles E-Mail-Konto gehackt und ein gefälschtes Dokument an Li Ruogu, den Präsidenten der Export-Import-Bank von China, geschickt habe, um dem Unternehmen zu helfen, einen Vertrag abzuschließen.

Angesichts der Fälschung „vermute ich, dass Huawei viele W-Mail-Konten von Regierungsbeamten gehackt hat und Dokumente im Namen der hohen Regierungsbeamten gefälscht und verschickt hat“, schrieb Lueth in dem Brief.

Im Jahr 2016 teilte ein anonymer Huawei-Vertriebsleiter in Nigeria seine Erfahrungen in den Sozialen Medien mit.

Er sprach über einen Vorfall im Jahr 2012, als der Technikraum eines unbenannten europäischen Telekommunikationsnetzbetreibers Feuer fing und Ericsson-Geräte im Wert von rund 20 Millionen Dollar verbrannten. Er und seine Kollegen sahen darin eine Chance für den Markteintritt.

„Wir haben uns entschieden, die Chance zu nutzen und ihnen ein gleichwertiges System kostenlos zur Verfügung zu stellen“, schrieb der Huawei-Vertriebsleiter. „Strategisch gesehen wird es uns helfen, auf den Markt zu gelangen [wenn der Betreiber zustimmt].“ Der Manager hat das europäische Land, in dem dies geschah, nicht offengelegt.

Lobbying, Einstellung von Mitarbeitern

Huawei weiß auch, wie man die richtigen Leute für das Unternehmen rekrutiert.

Im Jahr 2011, kurz nachdem der Botschafter der Europäischen Union in China, Serge Abou, von seinem Amt zurückgetreten war, bot Huawei Abou an, ihr Senior Advisor zu werden. Abou kam 2013 zu Huawei, nachdem er zwei Jahre lang warten musste, bis er den Beratungsjob annahm – aber der potenzielle Interessenkonflikt sorgte für Aufsehen.

In einem Bericht vom Oktober 2013 zitierte die South China Morning Post (SCMP) Olivier Hoedeman vom Corporate Europe Observatory, einem in Brüssel ansässigen gemeinnützigen Verein, der die Auswirkungen von Corporate Lobbying untersucht, wie folgt: „Auch wenn Abou nicht direkt Lobbyarbeit leisten kann [für Huawei], kann er der Firma doch, durch sein Insiderwissen, helfen Zugang zu erhalten. Es besteht ein großes Risiko von Interessenkonflikten, denn er weiß, an welche Türen man klopfen muss und wie man sie öffnet.“

Abgesehen von Abou stellte Huawei auch sieben Lobbyisten ein, „die beim Europäischen Parlament akkreditiert sind, und hat fünf Beratungsunternehmen angeheuert, um für sie bei der Europäischen Union einzutreten“, sagte Hoedeman dem SCMP.

Laut dem EU-Transparenzregister, einem freiwilligen Register von Lobbyisten, hat Huawei jedes Jahr rund 3 Millionen Euro für Lobbyarbeit bei der EU ausgegeben.

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Im Oktober 2011 kam John Suffolk, ehemaliger Chief Information Officer der britischen Regierung, zu Huawei als globaler Leiter der Cybersicherheit, nachdem er die Genehmigung – gemäß den britischen Vorschriften – vom damaligen Premierminister David Cameron erhalten hatte.

Suffolk hatte sieben Jahre lang in der britischen Regierung gearbeitet. Er half Huawei bei der Entwicklung des Systems zur Sicherung der Cybersicherheit.

Heute verfügt Huawei über 18 Forschungs- und Entwicklungszentren in Europa, die vom Europäischen Forschungsinstitut Huaweis mit Sitz in Belgien geleitet werden. Das Unternehmen unterhält akademische Partnerschaften mit mehr als 100 Universitäten in Europa und investierte 75 Millionen Euro in sie, so die Website des Unternehmens. Aber ihr Wirken wurde vor kurzem in Frage gestellt, als der chinesische Technologieriese immer genauer unter die Lupe genommen wurde.

Insgesamt hat Huawei mehr als 210 Kooperationsverträge mit europäischen Unternehmen abgeschlossen.

Europa zeigt der chinesischen Huawei-Gruppe für den Bau der 5G-Netze immer klarer die kalte Schulter. In Deutschland ist Huawei de facto aus dem Rennen, in Frankreich gab es für die Chinesen bereits ein offizielles „Non“ für den 5G-Netzbau. In Großbritannien ist die Tür für die unter massivem Spionageverdacht stehende chinesische Firma für 5G ebenfalls zu.

Die tschechischen Geheimdienste warnen vor der Gefährdung der Netzsicherheit durch Huawei und auch Polen erwägt ein Verbot, nachdem ein Huawei-Mitarbeiter verhaftet und wegen Spionage angeklagt wurde.

Das Original erschien in The Epoch Times (USA) (deutsche Bearbeitung von al)
Originalartikel: Huawei in Europe: Will Mao Zedong’s Strategy Win the Market?

Dieser Beitrag stellt ausschließlich die Meinung des Verfassers dar. Er muss nicht zwangsläufig die Sichtweise der Epoch Times Deutschland wiedergeben.