Einstein kritisieren, weil Relativitätstheorie nicht mit dem Denken von Marx und Mao übereinstimmte.Foto: Chung Sung-Jun/Getty Images)

Mathematik mit mehreren richtigen Antworten – Absurde Bildungs-Initiativen in den USA

Von 29. März 2021 Aktualisiert: 29. März 2021 12:36
Ist 2+2=4 oder gibt es da einen Ermessensspielraum, je nach Hautfarbe etwa? In George Orwells Roman 1984 ist das Ergebnis 5, weil es der „Große Bruder“ so festgelegt hat. Ein Leitfaden im US-Bundesstaat Oregon lässt befürchten, dass man sich auf dem Weg in diese Richtung befindet. Autor Alexander Liao erinnert das auch an seine Jugendzeit im kommunistischen China.

Vor kurzem hat das Bildungsministerium von Oregon den Leitfaden „A Pathway to Equitable Math“ [Ein Weg zu gerechter Mathematik] an die Mathematiklehrer des US-Bundesstaates verschickt. Dieses 82-seitige Toolkit für den Unterricht ist ein Rahmenwerk für die „Dekonstruktion von weißem Rassismus in der Mathematik“ und den „Abbau der weißen Vorherrschaft im Matheunterricht.“ Das ist für mich ein bisschen seltsam. Dass es einen Restrassismus in der Literatur, den Sozialwissenschaften und der Geschichte gibt, ist leichter zu verstehen. Aber was ist „weiße Vorherrschaft“ in Mathe?

In dem Leitfaden steht: „Die Kultur der weißen Vorherrschaft infiltriert Mathematik-Klassenzimmer durch das, was der Lehrer jeden Tag unterrichtet. (…) Wir sehen, dass sich die weiße Vorherrschaftskultur im Mathematikunterricht zeigen kann, wenn der Fokus darauf liegt, die ‚richtige‘ Antwort zu bekommen … [und] von den Schülern verlangt wird, dass sie ‚ihre Ergebnisse zeigen‘.“ Und: „Die Vorstellung, dass Mathematik rein objektiv ist, ist eindeutig falsch, und das zu lehren, ist noch viel weniger richtig.“

Aufgaben infrage stellen, die eine „richtige“ Antwort vorsehen

Ich weiß nicht, ob das bedeutet, dass sich ein Kind, wenn es Mathematik lernt, um eine falsche Antwort bemühen soll. Um ehrlich zu sein, denke ich, dass ich sehr tolerant bin und die Gleichberechtigung der Rassen absolut unterstütze, aber ich kann wirklich nicht verstehen, was die Richtlinien für den Mathematikunterricht in Oregon bedeuten.

Laut den Richtlinien sollen Lehrer „Aufgabestellungen mit komplexen, konkurrierenden oder mehrfachen Antwortmöglichkeiten auswählen, und die Schüler auffordern, sich mindestens zwei Antworten einfallen zu lassen, die dieses Problem lösen können“, anstatt den Fokus auf eine „richtige“ Antwort zu legen.

Wie kann ein mathematisches Problem zwei Antworten haben? Mathematik ist eine rein wissenschaftliche Sprache, weil sie eine klare Logik und keine schwammigen Bereiche hat. Sie stellt Fakten und objektive Antworten dar. Die Schönheit der Mathematik liegt in ihrer Fairness und Objektivität. Mathe selbst hat keine Vorurteile, und die richtige Antwort bleibt unabhängig von der Hautfarbe richtig. Aber nach den Richtlinien des Staates Oregon ist es Rassismus oder weiße Vorherrschaft, wenn es nur eine Antwort auf eine Mathematikfrage gibt. Diese Logik ist ein wenig eigenartg.

Die Richtlinien sollen Lehrer darin schulen, „standardisierte Testfragen infrage zu stellen, die eine ‚richtige‘ Antwort vorsehen, und andere Antworten rechtfertigen, indem sie die Prämissen untersuchen, die in der Aufgabenstellung gemacht werden.“

Rassistische Mathematik?

Online wurde ein Kommentar auf Chinesisch gepostet: „In zukünftigen Matheprüfungen wird man nicht mehr fragen können, was eins plus eins ist. Man wird nur noch fragen können, was die mögliche Antwort auf eins plus eins sein könnte und welche Rasse der Schüler hat. Wenn die Antwort von einer Minderheit gegeben wird und die Antwort lautet drei, wird der Lehrer kommentieren: ‚Sehr originell, revolutionär und kritisch. Du bekommst die volle Punktzahl.'“

In George Orwells dystopischem Roman „1984“ gibt es ebenfalls ein berühmtes Mathematikproblem: Was ist zwei plus zwei? Nachdem Orwells Protagonist Winston Smith verhaftet wird, wird er dahingehend erzogen, dass zwei und zwei fünf ergibt. Es wird ihm immer wieder eingebleut und er muss das immer wiederholen. Er wird erst freigelassen, nachdem er das sagt, was man ihm beigebracht hat. Natürlich spielt es dabei keine Rolle, was zwei und zwei ergibt. Das Hauptziel des Systems ist, dass der Einzelne in der Gesellschaft die Machthaber nicht infrage stellt, und dass er von ganzem Herzen daran glaubt. Die korrekte Antwort ist also, dass zwei plus zwei eine beliebige Zahl ergibt, die „Big Brother“ vorgibt.

Es ist nicht das erste Mal, dass das Bildungsministerium von Oregon dieses Konzept vorschlägt. Schon seit geraumer Zeit werden die traditionelle Ausdrucksweisen und der Unterricht der Mathematik von der amerikanischen Mathematik-Gemeinschaft mit dem Etikett des Rassismus und der weißen Vorherrschaft belegt. Natürlich nicht in allen Mathematikkreisen, sondern nur in einigen wenigen.

„CNN“ machte 2016 mit der Schlagzeile auf: „Mathematik ist rassistisch: Wie Zahlen die Ungleichheit vorantreiben„.

2017 hieß es in einer gemeinsamen Stellungnahme (pdf) des „National Council of Supervisors of Mathematics“ und der Organisation „TODOS Mathematics for All“: „Mathematiklehrer und Führungskräfte müssen anerkennen, dass das derzeitige Bildungssystem in Mathematik ungerecht ist und auf einem Erbe institutioneller Diskriminierung aufgrund von Rasse, ethnischer Zugehörigkeit, Klasse und Geschlecht beruht.“

Die standardisierten Mathe-Tests seien als „Gatekeeping-Tool“ eingesetzt worden, was zu sozialer Ungerechtigkeit geführt habe. Die Tests müssten daher an den ethnischen Hintergrund der Schüler angepasst werden, heißt es in der Erklärung.

„Antikapitalistischer“ Ton

In einem Artikel von „Fox News“ über den Leitfaden hieß es: „In einem Abschnitt des Arbeitsbuchs ‚Dismantling Racism‘ wird argumentiert, dass ’nur weiße Menschen in unserer Gesellschaft rassistisch sein können, weil nur weiße Menschen als Gruppe diese Macht haben.'“ Demnach können sich die Chinesen sehr glücklich schätzen, weil sie nicht „rassistisch“ sein können.

Aber amerikanische Linke scheinen die Chinesen nicht zu mögen. Wenn Linke über die Ungleichheiten sprechen, denen ethnische Minderheiten ausgesetzt sind, und wie sie durch die Vorherrschaft Weißer und den Rassismus unterdrückt werden, führen sie als Beweis dessen auf deren niedriges Einkommen hin. Chinesen widerlegen diese Aussage aber oft. Die Chinesen, oder allgemeiner gesagt Asiaten, sind eine ethnische Minderheit in den Vereinigten Staaten, aber ihr Einkommen ist ähnlich oder höher als das der Weißen. Und Asiaten haben in der Regel bessere Mathe-Ergebnisse. Daher vermute ich, dass die ethnische Gruppe der Asiaten, einschließlich der Chinesen, in die von amerikanischen Linken anvisierte Feindgruppe eingeteilt wurde.

In der Tat, für Linke ist die Rasse nur ein Werkzeug.

„Fox News“ stellte auch fest, dass ein Arbeitsbuch über die „Beseitigung des Rassismus“ einen entschiedenen „antikapitalistischen“ Ton anzuschlagen scheint und zitiert aus dem Buch: „Wir können den Rassismus nicht in einem System abbauen, das Menschen für privaten Profit ausbeutet.“

Das Arbeitsbuch fährt fort: „Wenn wir den Rassismus abbauen wollen, dann müssen wir eine Bewegung für wirtschaftliche Gerechtigkeit aufbauen.“ Dies ist eine Art Euphemismus für die Beseitigung des Kapitalismus und die Errichtung des Sozialismus.

„Fox News“ bemerkte weiter, dass das Arbeitsbuch Zitate von Howard Zinn, einem selbsternannten Sozialisten, und dem marxistischen Revolutionär Che Guevara enthält.

Standards senken

In einem kürzlich erschienenen Artikel auf „American Thinker“ schrieb die Autorin Andrea Widburg: „Was sie [die Linken] verbindet, ist der Glaube, dass Minderheiten die grundlegenden Bildungsstandards nicht erreichen können und dass der einzige Weg, die von den Linken geliebte ‚Gleichheit‘ zu erreichen, darin besteht, die Standards zu senken oder sie ganz abzuschaffen.“

„Auch hier ist der Rassismus entsetzlich“, beklagt Widburg. „Sie bringen die Menschen nie nach oben. Sie schaffen immer ‚Gleichheit‘, indem sie alle verdummen.“

Das offenbart nicht nur, dass Linke tatsächlich Rassismus betreiben. Der Ansatz verändert auch das amerikanische Lehrsystem drastisch. Während sich China eifrig um harte wissenschaftliche Entwicklungen in Mathematik und Ingenieurwesen bemüht, müssen sich die amerikanischen Studenten damit auseinandersetzen, ob zwei und zwei vier ergibt. Wie wollen die Vereinigten Staaten mit China konkurrieren?

Meiner Meinung nach geht es hier nicht um Mathematik oder Rasse, sondern um den Kommunismus.

Erinnerungen an das kommunistische China

Menschen vom chinesischen Festland, die die Kulturrevolution durchgemacht haben, ist diese Form der Hypnose nicht fremd. Als ich in der Mittelschule war, wurde ein von einem Schüler geschriebener Aufsatz als ein „Musteraufsatz“ ausgezeichnet. In dem Aufsatz wurde allerdings nur eine einzige Phrase gelobt: „Dung-Aroma“. Das reichte für die Höchstnote. Die Bezeichnung „Stinkender Dung“ wurde im kommunistischen China als abwertender Begriff für das Bürgertum verwendet. Dung war aber wichtig für die landwirtschaftliche Produktion, also schlussfolgerte der Lehrer, dass das Proletariat Dung als Aroma bewerten „sollte“.

Während der chinesischen Kulturrevolution in den 1960er Jahren wurden die Chinesische Akademie der Wissenschaften und die Chinesische Akademie der Sozialwissenschaften mit Aktivitäten und Publikationen dazu aufgerufen, Einstein zu kritisieren. Grund war, dass dessen Relativitätstheorie nicht mit der Theorie von Marx und dem Denken von Mao Zedong übereinstimmte. Die Physik wurde als „bourgeoise Physik“ bezeichnet. Zu dieser Zeit galten in China der Musikgeschmack, die Ästhetik und der Bildungsstand der Menschen als Nebenprodukte der Klassenungleichheit. Daher gab es keine „Objektivität“ in der Wissenschaft, da die Wissenschaft eine soziale Klasse repräsentierte.

Wenn das Bildungsministerium von Oregon erklärt, dass es in der Mathematik nicht nur eine objektive Antwort gibt, klingt das für einen Chinesen älteren Semesters sehr vertraut. Die amerikanischen Linken haben „soziale Klasse“ einfach durch Rasse und Geschlecht ersetzt.

Meiner Meinung nach schaffen sie damit eigentlich nur Chaos und soziale ethnische Konflikte. Genau das ist eines der Ziele des Marxismus und des Kommunismus.

Das Kommunistische Manifest sagt klar und deutlich: „Die Kommunisten verschmähen es, ihre Ansichten und Ziele zu verbergen. Sie erklären offen, dass ihre Ziele nur durch den gewaltsamen Umsturz aller bestehenden gesellschaftlichen Verhältnisse erreicht werden können.“

Jetzt tun kommunistische Ideologen in den Vereinigten Staaten genau das Gleiche.

Alexander Liao ist ein Kolumnist und Journalist, der über internationale Angelegenheiten in den Vereinigten Staaten, China und Südostasien recherchiert. Er hat eine große Anzahl von Berichten, Kommentaren und Videosendungen in Zeitungen und chinesischen Finanzmagazinen in den Vereinigten Staaten und Hongkong veröffentlicht.

Das Original erschien in The Epoch Times USA mit dem Titel: Can’t 2 Plus 2 Only Equal 4? – The communist movement is behind absurd education (deutsche Bearbeitung von mk)

Dieser Beitrag stellt ausschließlich die Meinung des Verfassers dar. Er muss nicht zwangsläufig die Sichtweise der Epoch Times Deutschland wiedergeben.

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