Großmutti, was ist das für ein Schmetterling?

Von 2. Dezember 2009 Aktualisiert: 2. Dezember 2009 15:03
Wer waren schon immer die überaus wichtigen Personen, die kleine Kinderaugen inspirierten? „Und was gibt es Schöneres für Großeltern und ihre Enkel, als gemeinsam die Welt zu entdecken?“, steht auf der Rückseite eines mit liebevollen rosa Ornamenten auf violettem Hintergrund illustrierten Taschenbuchs von Eleo Gordon und Tony Lacey.

Unsere Kinder wachsen heute mit Computerspielen auf. Das ist Stand der Technik und die Zeit wird sich auch nicht zurückdrehen lassen. Bleiben die Debatten über Gewaltspiele und deren Folgen. Und darüber, auf wieviele Stunden pro Tag das Chatten  und Spielen eingeschränkt werden sollte, um psychische Schäden zu vermeiden.

Dabei gibt es ein einfaches Zauberwort: Beschäftigung. Das funktioniert viel besser als Verbote. Denn welches Kind würde es an den Game Boy ziehen, wenn sich nebenan etwas viel Spannenderes abspielen würde. „Mama, mir ist langweilig.“ „Dann mach doch was Sinnvolles.“ Aber was? Und vor allem: wer waren schon immer die überaus wichtigen Personen, die kleine Kinderaugen inspirierten?

Mit Geduld und Liebe

Wer flickte das Kleidchen, das beim übern Zaun steigen zerriss, und bewahrte so vor der Schelte der Mutter? Wer saß geduldig neben den Hausaufgaben, wenn man in Klasse 2 das erste Mal mit dem Füller schreiben musste und das Blatt mit Tintenklecksen und nicht selten auch mit Kindertränen übersät war? Großmama oder Großpapa, sofern die Kleinen das Glück hatten, sie in ihrer Nähe zu haben. „Und was gibt es Schöneres für Großeltern und ihre Enkel, als gemeinsam die Welt zu entdecken?“, steht auf der Rückseite eines mit liebevollen rosa Ornamenten auf violettem Hintergrund illustrierten Taschenbuchs von Eleo Gordon und Tony Lacey. Und auf dem Cover prangt in goldenen Lettern, dass man hier das einzig wahre Buch in den Händen halte für Großeltern und ihre Enkel. Ein hoher Anspruch, wobei der englische Originaltitel mit „The Really Useful Grandparents Book“ vielleicht ein wenig schlichter gehalten wurde, als der der deutschen Übersetzung. Doch auch Skeptikern wird beim Durchblättern des Buches warm ums Herz, wenn sie auf den Seiten zwei und drei einen Stammbaum vorfinden, bei dem man in die jeweiligen Kästchen Vater, Mutter, Kinder, dann die Großeltern bis hinauf zu den Urgroßeltern eintragen kann. Danach handeln die beiden britischen Autoren einen bunten Reigen aus allen Bereichen ab. Lacey arbeitete 30 Jahre als Lektor und verbringt heute mehr Zeit damit, mit seinen Enkeln zu spielen, als Manuskripte zu lesen. Gordon arbeitet ebenfalls im Verlag, verbrachte die meisten ihrer Ferien bei ihren Großeltern und war bereits mit acht Jahren passionierte Briefmarkensammlerin und Hobby-Archäologin.

Fischstäbchen und Geheimschriften

„Das einzig wahre Buch für Großeltern und ihre Enkel“ wartet denn auch auf mit Geschichtlichem in kurzen verständlichen Abhandlungen, etwa über das alte Ägypten oder das alte Rom, klassischen und modernen Geschichten. Andere Kapitel tragen Titel wie „Sommer“, „Das Meer“, „Fußball“ oder „Alles über Gorillas“. Natürlich dürfen Ausflüge nicht fehlen oder Kochrezepte. Plötzlich fällt einem wieder ein, dass man als Kind doch selber so gerne Fischstäbchen gegessen hat, wie lange ist das jetzt her? Und was hatte man noch alles gemacht, Singen am Lagerfeuer oder mit Geheimschrift Briefe verfassen, die die gegnerische Bande auf keinen Fall entziffern durfte, sollten sie ihnen in die Hände fallen. Dieses Buch hilft also meisterhaft, dass man sich wieder erinnert an die eigene Kindheit. Es ergänzt, wo man vielleicht vergessen hat, wie denn nun die Geheimtinte hergestellt wurde, nämlich mit Zitronensaft. Es gibt Tipps, wie ein Picknick sicher gelingt, mit welchen Kartenspielen man durch verregnete Sonntage kommt oder wie das nun mit den Vögeln war – inklusive Anleitung zum Vogelhausbau. Oder wie man Tierspuren im Schnee unterscheiden kann.

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Das Buch von Eleo Gordon und Tony Lacey, empfohlen ab neun Jahren, kann schon mit ganz kleinen Kindern, etwa wenn sie erste Fingerreime lernen, angeschaut werden. Es wächst gewissermaßen mit der Neugier der Kinder, die bekanntlich ganz schöne Löcher in Bäuche fragen können, mit. Es hat vielleicht nicht auf alles eine Antwort, kann aber Anregung sein und ein Beginn, wie man aktiv und mit viel Freude seine Zeit mit Kindern gestalten kann. Und das sicher nicht nur für die Großeltern, sondern ebenso für Eltern, Bekannte, Freunde, eben alle, die gerne Zeit mit Kindern verbringen.

Eleo Gordon, Tony Lacey: Das einzig wahre Buch für Großeltern und ihre Enkel. Aus dem Englischen von Karin Miedler. cbj-Verlag, Taschenbuch, Broschur, 400 Seiten, 12,95 €

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