Einige der 82 freigelassenen Schülerinnen am 7. Mai 2017 in Abuja, Nigeria.Foto: STRINGER/AFP/Getty Images

Boko-Haram-Geiseln freigelassen: Nigerias Präsident Buhari sagt 82 Schülerinnen Hilfe zu

Epoch Times8. Mai 2017 Aktualisiert: 8. Mai 2017 15:31
2014 entführte die Dschihadistengruppe Boko Haram mehr als 200 nigerianische Schülerinnen. Am Wochenende ließen die Terroristen 82 von ihnen im Tausch für mehrere inhaftierte Boko-Haram-Kämpfer frei. Heute sagte Nigerias Präsident Muhammadu Bihari den freigelassenen Schülerinnen staatliche Unterstützung zu.

Nigerias Präsident Muhammadu Buhari hat den nach dreijähriger Boko-Haram-Geiselhaft freigelassenen Schülerinnen staatliche Unterstützung zugesagt.

Er werde die Behörden „persönlich überwachen“, die für die „Gesundheit, Ausbildung, Sicherheit und das generelle Wohlbefinden“ der 82 Mädchen zuständig seien, erklärte Buhari am Sonntag bei einem Empfang in der Hauptstadt Abuja. Die Bundesregierung äußerte sich erleichtert über die Freilassung der Schülerinnen.

„Ich kann nicht in wenigen Worten beschreiben, wir glücklich ich bin, unsere lieben Mädchen zurück in der Freiheit zu begrüßen“, erklärte Buhari.

Wie ein AFP-Reporter vor Ort berichtete, dauerte das Treffen des Staatschefs mit den Mädchen rund 45 Minuten. Nach Angaben von Präsidentensprecher Femi Adesina wurden die Schülerinnen anschließend „denjenigen übergeben, die sich um ihre Rehabilitierung kümmern“.

Die Mädchen gehören zu einer Gruppe von mehr als 200 Schülerinnen, die 2014 in der Stadt Chibok entführt worden waren. Die Dschihadistengruppe Boko Haram ließ die Mädchen am Wochenende frei, im Gegenzug wurden mehrere inhaftierte Boko-Haram-Kämpfer aus der Haft entlassen.

Regierungssprecher Seibert bezeichnet Befreiung der Mädchen ist eine „freudige Nachricht“ und fordert „umgehende“ Freilassung der weiterhin Festgehaltenen

Die Entführung im April 2014 hatte international für Entsetzten gesorgt. Die Schülerinnen wurden zu einem Symbol für den Konflikt mit der Extremistengruppe in Nigeria. Zahlreiche Prominente setzten sich unter dem Slogan BringBackOurGirls für ihre Freilassung ein.

Boko Haram kämpft seit Jahren für die Errichtung eines islamischen Gottesstaats im mehrheitlich muslimischen Nordosten Nigerias.

Die Bundesregierung bezeichnete die Befreiung der Mädchen als „freudige Nachricht“. Für die Schülerinnen und für ihre Familien habe „das schreckliche Leid ein Ende“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin.

Mehr als hundert Mädchen würden aber weiterhin von der Extremistengruppe festgehalten. Auch sie müssten „umgehend“ freigelassen werden, forderte Seibert.

Präsident Buhari fliegt zur „medizinischen Nachkontrolle“ nach London – seit seinen jungen Jahren nicht mehr „so krank gewesen“

Buhari reiste unterdessen nach London. Nach Angaben seines Sprechers will er sich dort einer „medizinischen Nachkontrolle“ unterziehen.

Es gebe aber „keinen Grund zur Besorgnis“, erklärte der Sprecher. In den vergangenen Wochen hatte es Spekulationen über den Gesundheitszustand des Präsidenten gegeben.

Buhari hatte sich wochenlang nicht öffentlich gezeigt und war erst im März nach einem knapp zweimonatigen Aufenthalt in London wegen einer medizinischen Behandlung in seine Heimat zurückgekehrt.

Zur Art seiner Erkrankung äußerte sich Buhari zu diesem Zeitpunkt nicht. Er sagte lediglich, er könne sich nicht erinnern, seit seinen jungen Jahren „so krank gewesen zu sein“. Er habe Bluttransfusionen bekommen. (afp)

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