Bremse beim Familiennachzug nach Deutschland: Mehr als 2.000 Zuwanderer sitzen in Griechenland fest

Deutschland hat anscheinend Griechenland gebeten, den Familiennachzug von Zuwanderern zu verringern. In einem Schreiben vom 4. Mai betonte der griechische Migrationsminister, dass der Familienachzug "wie vereinbart" verlangsamt werde.
Titelbild
Flüchtlingskinder im Flüchtlingscamp Debaga zwischen Erbil und Mossul (Symbolbild).Foto: Jens Kalaene/dpa
Epoch Times29. Mai 2017

Durch eine von Deutschland und Griechenland vereinbarte Bremse beim Familiennachzug für Flüchtlinge sitzen in dem südeuropäischen Land offenbar mehr als 2.000 Menschen fest. Das geht aus einem Brief des griechischen Migrationsministers Yiannis Mouzalas an Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hervor, den die griechische Zeitung „Efimerida ton Syntakton“ am Montag veröffentlichte.

Einige der Festsitzenden müssten nun „jahrelang“ auf die gewünschte Ausreise nach Deutschland warten, schrieb Mouzalas darin.

In seinem Schreiben vom 4. Mai an den deutschen Kollegen betonte der griechische Minister dem Bericht zufolge weiter, dass der Familienachzug „wie vereinbart“ verlangsamt werde.

In Deutschland hatten die Linkspartei bereits vor eineinhalb Wochen bekannt gegeben, dass die Bundesregierung den Transfer der Angehörigen von Asylsuchenden zuletzt deutlich reduziert habe. Im April kamen demnach nur noch 70 Menschen. Laut Flüchtlingsorganisationen waren es im März noch 370.

Der Familiennachzug von Asylsuchenden ist im Dublin-Abkommen der EU geregelt. Nach der Kritik der Linksfraktion im Bundestag hatte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums erklärt, es gebe „keine starre Obergrenze“ für den Familiennachzug. Vor einer Aufnahme nachziehender Angehöriger seien allerdings immer „eine gewisse Vorarbeit und eine gewisse Vorprüfung“ notwendig.

In einer schriftlichen Antwort des Innenministeriums auf eine Anfrage der Linken wurde zudem auf „teilweise begrenzte Betreuungs- und Unterbringungskapazitäten“ verwiesen. Daher sei die griechische Regierung in Athen vor zukünftigen Charterflügen um eine „engere Abstimmung“ und „mögliche Verfristungen“, also einen Aufschub, gebeten worden.

Flüchtlingsorganisationen hatten das Vorgehen scharf kritisiert und vor den Folgen für Flüchtlingsfamilien gewarnt. Nach Angaben der Organisation Pro Asyl müssen tausende Angehörige von in Deutschland lebenden Flüchtlingen und Asylsuchenden – unter ihnen viele Frauen und Kinder – in Griechenland unter schwierigen Umständen ausharren. (afp)



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