500 E-Autos an Bord: Brennender Auto-Frachter wird doch abgeschleppt

Niederländische Experten haben am Sonntag begonnen, den seit Tagen in der Nordsee brennenden Auto-Frachter abzuschleppen. Eines der knapp 500 Elektroautos an Bord hatte offenbar Feuer gefangen und damit einen tödlichen Großbrand ausgelöst.
Eine Luftaufnahme zeigt einen deutschen Notschlepper(l), der das Feuer auf dem brennenden Frachter «Fremantle Highway» bekämpft.
Eine Luftaufnahme zeigt einen deutschen Notschlepper (l), der das Feuer auf dem brennenden Frachter „Fremantle Highway“ bekämpft.Foto: Herman IJsseling/FLYING FOCUS aerial photography/dpa
Epoch Times30. Juli 2023

Wie die niederländischen Behörden am Sonntag Abend mitteilten, wird die „Fremantle Highway“ von der Nordsee-Insel Terschelling mit zwei Schleppern zu einem vorläufigen Ankerplatz etwa 16 Kilometer nördlich der Inseln Schiermonnikoog und Ameland geschleppt. Starker Wind und der Rauch von dem brennenden Auto-Frachter hatten das riskante Manöver zunächst verhindert.

Das mit fast 3.800 Neuwagen beladene Frachtschiff war auf dem Weg von Bremerhaven nach Ägypten und Singapur, als Dienstagabend ein Feuer an Bord ausbrach. Über die Brandursache wird immer noch spekuliert. Möglicherweise hatte eines der knapp 500 Elektroautos an Bord Feuer gefangen. Ein Besatzungsmitglied kam durch das Feuer ums Leben, 22 Menschen konnten von Bord des Schiffes gerettet werden – einige Crewmitglieder sprangen über Bord.

Um den Frachter mit bis 18.500 Tonnen Zuladung nicht durch die großen Mengen an Löschwasser zum Kentern zu bringen, waren die Löscharbeiten am Donnerstag vorübergehend eingestellt worden. Es dauerte daher, bis die Intensität des Feuers und die Rauchentwicklung nachließen.

Der Frachter befand sich zuletzt rund 18 Kilometer nördlich der niederländischen Insel Terschelling und war bereits mit dem Schleppschiff verbunden. Am Freitag konnten dann erstmals Bergungsexperten an Bord gehen und eine bessere Kabelverbindung herstellen.

Erster Schleppversuch schlug fehl

Ein erster Versuch, den Frachter zu einem neuen Ankerplatz zu schleppen, wurde am Samstag aber gestoppt. Starker Südwestwind trieb den Rauch von der „Fremantle Highway“ direkt auf das Schleppschiff, was als zu große Gefahr für die Crew eingeschätzt wurde.

„Heute Nachmittag war deutlich weniger Rauch auf dem Frachtschiff“, erklärte die für Wasserwege zuständige niederländische Behörde Rijkswaterstaat am Sonntag und gab letztlich doch grünes Licht für das bis zu 14 Stunden lange Abschleppmanöver. Die genaue Dauer hängt demnach von den Wetterbedingungen, der Rauchentwicklung, der Strömung und den Gezeiten ab.

Die Stabilität des Schiffes werde bei dem Abschleppmanöver ständig überwacht, versicherte die Behörde. Der Frachter wird zudem von einem Spezialschiff begleitet, das Öl auffangen kann. Langfristig soll der Frachter in einen Hafen geschleppt werden.

„Schrecklicher“ Geruch durch freigesetzte Chemikalien

Nach Angaben der niederländischen Behörden ist die „Fremantle Highway“ unter der Wasserlinie noch intakt. Nach Angaben des Chemie-Experten Manfred Santen von Greenpeace Deutschland, der am Samstag mit einem Team auf Terschelling eintraf, ging von dem brennenden Schiff aber ein „schrecklicher“ Geruch durch freigesetzte Chemikalien aus, die schädlich für Mikroorganismen, Vögel und Fische sein könnten.

Für das zum Unesco-Welterbe gehörende Wattenmeer wären ein Auseinanderbrechen oder ein Untergang des Frachters verheerend: Laut dem Bundesumweltministerium in Berlin befinden sich an Bord der „Fremantle Highway“ 1.600 Tonnen Schweröl sowie weitere 200 Tonnen Marinediesel. Ihr Untergang könnte eine Ölpest auslösen, mit verheerenden Folgen für das empfindliche Ökosystem des Naturparks Wattenmeer. (afp/er)



Epoch TV
Epoch Vital
Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Dies umfasst ebenso abschweifende Kommentare, die keinen konkreten Bezug zum jeweiligen Artikel haben. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.


Ihre Epoch Times - Redaktion