Britischer Gesundheitsminister tritt nach Verstoß gegen Corona-Regeln zurück

Epoch Times27. Juni 2021 Aktualisiert: 28. Juni 2021 9:59
Nachdem seine Affäre mit einer Mitarbeiterin bekannt wurde, trat der britische Gesundheitsminister Matt Hancock zurück. Auf einem Foto ist er zu sehen wie er diese küsst, obwohl den Briten zu der Zeit – im Rahmen der Corona-Beschränkungen –, selbst das Umarmen der Liebsten untersagt wurde.

Nach Berichten über eine Affäre mit einer Mitarbeiterin ist der britische Gesundheitsminister Matt Hancock zurückgetreten. Hancock begründete seinen Rücktritt am Samstag mit einem Verstoß gegen die von seiner Regierung verhängten Corona-Regeln, der durch ein Kuss-Foto bekannt geworden ist.

Die „Sun“ hatte ein Bild einer Überwachungskamera vom 6. Mai veröffentlicht, auf dem Hancock seine Beraterin Gina Coladangelo in seinem Ministerium küsst. Damals galten in England noch Kontaktbeschränkungen. Den Britten war es zum Zeitpunkt von Matt Hancocks Affäre und der Umarmung mit seiner Geliebten in den Büroräumen untersagt, Menschen außerhalb ihres Haushalts zu umarmen.

Hancock entschuldigte sich öffentlich

Hancock, der sich am Freitag bereits öffentlich entschuldigt hatte, schrieb in seinem Rücktrittsgesuch an Premierminister Boris Johnson: „Wir sind es den Menschen, die in dieser Pandemie so viel geopfert haben, schuldig, ehrlich zu sein, wenn wir sie enttäuscht haben – wie ich es durch den Bruch der Regeln getan habe.“ Er wolle nicht, dass sein Privatleben vom Kampf gegen die Corona-Pandemie ablenke, fügte Hancock hinzu.

Johnson erklärte, er bedauere Hancocks Rücktrittsgesuch. Hancock könne „ungeheuer stolz“ auf die von ihm geleistete Arbeit sein, fügte der Premierminister hinzu. Er hob insbesondere Hancocks Verdienste für die erfolgreiche britische Covid-Impfkampagne hervor.

Am Freitag hatte Johnson sich noch hinter seinen Minister gestellt. Der Premierminister habe Hancocks Entschuldigung angenommen und betrachte die Angelegenheit damit als erledigt, hatte sein Sprecher gesagt.

Die oppositionelle Labour-Partei hatte aber weiter Hancocks Rücktritt gefordert und zudem eine Untersuchung zur Anstellung der Hancock-Mitarbeiterin Gina Coladangelo gefordert, die früher als Lobbyistin gearbeitet hatte und dann in Hancocks Beraterteam wechselte. Hancock und Coladangelo kennen sich aus dem Studium und sind beide verheiratet. Hancock ist Vater von drei Kindern. Coladangelo hat ihre Anstellung im Gesundheitsministerium verloren.

Hancock wollte Entlassung von Regierungsberater Corona-Beschränkungen-Verstoß

Wenige Monate zuvor noch hatte Matt Hancock selbst vorgeschlagen, den britischen Regierungsberater und Epidemiologe Neil Ferguson wegen Verstoßes gegen die Covid-Regeln strafrechtlich zu verfolgen, als er seine verheiratete Geliebte während eines strengen Lockdowns traf. Ferguson trat daraufhin als Regierungsberater zurück.

Labour-Chef Keir Starmer schrieb am Samstag im Onlinedienst Twitter, Hancocks Rücktritt sei richtig, Johnson „hätte ihn aber entlassen sollen“.

Hancock war als Gesundheitsminister maßgeblich für die Corona-Politik und das britische Covid-Impfprogramm verantwortlich. Den Posten soll nun der frühere Finanzminister Sajid Javid übernehmen.

Hancock war zuletzt durch Enthüllungen von Johnsons Ex-Berater Dominic Cummings stark unter Druck geraten. Cummings hatte Mitte Juni Chat-Protokolle veröffentlicht, in denen Johnson sich über seinen „hoffnungslosen“ Gesundheitsminister beschwerte.

Massive Vorwürfe gegen Hancocks Ministerium

Den Protokollen zufolge machte Johnson Hancock zu Beginn der Pandemie unter anderem für den Mangel an Beatmungsgeräten verantwortlich. „Es ist Hancock. Er ist hoffnungslos“, schrieb der Premier demnach per Whatsapp-Nachricht an seinen damaligen Berater Cummings.

Zuvor war Hancock bereits wegen der Vergabe eines Auftrags an einen Freund unter Druck geraten. Außerdem wurde bekannt, dass Hancock an einem Unternehmen seiner Familie beteiligt ist, das in der Corona-Pandemie ebenfalls einen Auftrag erhielt.

Ihm wird zudem vorgeworfen, Pflegeheimpatienten mit mangelhaften Tests versorgt zu haben, Milliarden für eine zweifelhafte Test- und Rückverfolgbarkeits-Aktion zu verschwenden und Millionen für Verträge zur Beschaffung persönlicher Schutzausrüstung (z.B. Masken, Kittel, Handschuhe) verschwendet zu haben , die nicht geliefert wurden.

In Großbritannien waren die Infektionszahlen wegen der sich rasch ausbreiteten Delta-Variante zuletzt wieder stark angestiegen. Die Regierung hatte die für den 21. Juni geplante Aufhebung aller Corona-Maßnahmen in England deshalb um vier Wochen verschoben. (afp/er)

 



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