Bundeswehr beteiligt sich an Abwurf von Hilfsgütern über Gaza

Künftig will auch die Bundeswehr – wie andere Streitkräfte – Hilfsgüter aus der Luft abwerfen. Minister Pistorius nennt die Aktion „nicht ungefährlich“.
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Der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius äußerte sich jüngst in einer Sondersitzung des Verteidigungsausschusses des Bundestags zum Abhörskandal.Foto: Tobias Schwarz/AFP über Getty Images
Epoch Times13. März 2024

Die Bundeswehr beteiligt sich an der Luftbrücke zur Versorgung der Menschen im Gazastreifen mit Hilfsgütern. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) gab nach Angaben seines Ministeriums am Mittwoch den Auftrag an die Luftwaffe, die humanitäre Hilfe für die Bevölkerung in dem Palästinensergebiet „durch Lastenabwurf zu unterstützen“.

Dafür stelle die Bundeswehr zwei Hercules-Transportflugzeuge bereit, die jeweils bis zu 18 Tonnen Last transportieren könnten. Der Einsatz könnte Ende kommender Woche beginnen.

Pistorius: „Nicht ungefährlich“

„Den Menschen in Gaza fehlt es am Nötigsten“, erklärte Pistorius. „Wir möchten unseren Teil dazu beitragen, dass sie Zugang zu Nahrung und Medikamenten bekommen.“ Der Abwurf sei „nicht ungefährlich“, fügte der Minister hinzu. „Die dafür vorgesehenen Crews sind für entsprechende Verfahren ausgebildet und sehr erfahren.“

Den Auftrag sollen laut Ministerium die deutschen Angehörigen der binationalen Lufttransportstaffel in Evreux in Frankreich übernehmen. Initiiert wurde die Luftbrücke von Jordanien. Andere Länder wie die USA und Frankreich beteiligen sich ebenfalls daran.

Geholfen wird der Bevölkerung im Gazastreifen mittlerweile auch auf dem Seeweg. Am Dienstag war das Schiff „Open Arms“ der gleichnamigen Hilfsorganisation aus dem zyprischen Hafen von Larnaka in Richtung Gazastreifen in See gestochen. Der umgebaute Schlepper zieht eine Plattform, auf die Hilfsgüter geladen worden sind – rund 200 Tonnen Trinkwasser, Medikamente und Lebensmittel. Die Fahrt könnte bis zu 60 Stunden dauern.

Allerdings machen Seetransporte von Hilfsgütern in den Gazastreifen einem Sprecher der Vereinten Nationen zufolge nicht den Mangel an dringend benötigten Lkw-Lieferungen wett.

Israel wehrt sich gegen Kritik wegen der Versorgungslage im Gazastreifen. Derzeit kämen sogar mehr Hilfsgüter in den abgeriegelten Küstenstreifen als vor Beginn des Krieges, erklärte die Regierung.

Neue Straße, damit die Güter nicht bei der Hamas landen

UN-Angaben zufolge liegt das Problem bei der Verteilung der Güter innerhalb des Kriegsgebiets. Laut dem UN-Nothilfebüro Ocha erreichten etwa im Februar nur die Hälfte aller geplanten Hilfskonvois die Gebiete, für die sie bestimmt waren. Bei den übrigen Lieferungen habe die israelische Unterstützung gefehlt. Die Verteilung erfordere Koordination mit dem israelischen Militär.

Am Dienstagabend wurde bekannt, dass ein Hilfskonvoi mit Nahrungsmitteln über eine neue Straße des israelischen Militärs den Norden des Gazastreifens erreichte. Es habe sich um ein Pilotprojekt gehandelt, um zu verhindern, dass die Hilfsgüter in die Hände der islamistischen Hamas fallen, teilte das Militär mit. Die Ergebnisse würden nun der Regierung vorgelegt.

Der UN zufolge ist im Gazastreifen in vielen Gebieten durch den Krieg inzwischen jede Ordnung zusammengebrochen. Lkw mit Hilfsgütern werden immer wieder geplündert. Regelmäßig kommt es im Kampf um die Hilfslieferungen zudem zu heftigen Rangeleien unter Bewohnern.  (afp/dpa/red)



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