Gleiche Börsenanforderungen: US-Finanzminister kündigt härtere Gangart für China-Firmen an

Epoch Times14. August 2020 Aktualisiert: 14. August 2020 14:12
Gleiches Recht und gleiche Pflicht. Wenn chinesische Firmen die Prüfungsanforderungen der US-Börsen nicht erfüllen, könnten sie bald schon ihre Notierung verlieren.

US-Finanzminister Steven Mnuchin kündigte an, dass chinesische Firmen, die die US-Rechnungslegungsstandards nicht einhalten, ab Ende 2021 von den US-Börsen genommen werden.

Um dies umzusetzen hatten Mnuchin und andere hochrangige US-Beamte in der vergangenen Woche diesbezügliche Empfehlungen an die Börsenaufsicht, die U.S. Securities and Exchange Commission (SEC) gegeben, um sicherzustellen, dass chinesische Firmen zukünftig die gleichen Standards einhalten wie US-Firmen.

Auf einer Pressekonferenz im Weißen Haus sagte Mnuchin, es werde erwartet, dass die SEC die Empfehlungen annehmen werde.

Der Vorteil ungleicher Bedingungen

Chinesische Firmen nutzen die Kapitalmärkte der USA seit mehr als einem Jahrzehnt und arbeiten dabei mit laxen Standards. Doch aufgrund einer ihnen gegenüber drohenden härteren Gangart, erwägen immer mehr chinesische Firmen, sich von den US-Börsen zurückzuziehen und eine Zweitnotierung in Hongkong zu suchen.

Der Hintergrund liegt allerdings im chinesischen System. Das kommunistische Regime beruft sich auf sein Staatssicherheitsgesetz, welches auch den Umgang mit Staatsgeheimnissen regelt. Da in China alles mögliche Staatsgeheimnis ist, sind es auch die Daten der in den USA börsennotierten Firmen. China weigert sich, diese von den Vereinigten Staaten prüfen zu lassen. Die US-amerikanische Buchhaltungsaufsicht klagt seit langem darüber, dass sie nicht in der Lage sei, Prüfungsunterlagen chinesischer Firmen einzusehen.

Doch es gibt auch Kritiker einer strikteren Gangart gegenüber China. Diese behaupten, dass ein härteres Durchgreifen die Wettbewerbsfähigkeit der US-Märkte beeinträchtigen würde.

Allerdings glauben viele Experten daran, dass sich mehr Aufsicht langfristig auszahlen wird.

Der Börsendeal der Obama-Ära

Seit 2013 haben chinesische Unternehmen Zugang zur New Yorker NASDAQ-Börse und zu anderen Börsen, ohne die Sarbanes-Oxley-Regeln für die Rechnungslegung aus der Zeit von Präsident George W. Bush vollständig zu erfüllen. Diese Regeln sollen jedoch US-Investoren vor Fehlinvestitionen aufgrund fehlerhafter Finanzinformationen schützen.

Allerdings wurden China Zugeständnisse in einem Memorandum of Understanding während der Obama-Regierung gemacht. Es erlaubt chinesischen Firmen, die Herausgabe ihrer Rechnungsprüfungsbücher zum Schutz der nationalen Sicherheit zu verweigern. Dieses Memorandum wurde vor sieben Jahren vom Public Company Accounting Oversight Board (PCAOB) unterzeichnet, welches selbst zugegeben hat, dass die Bundesaufsichtsbehörden nicht sicherstellen können, dass die von chinesischen Unternehmen vorgelegten Finanzdaten korrekt sind. In einer Erklärung sagte PCAOB kürzlich:

Leider hat die chinesische Zusammenarbeit seit der Unterzeichnung der Absichtserklärung im Jahr 2013 nicht ausgereicht, damit die PCAOB rechtzeitig relevante Dokumente und Zeugenaussagen erhält, die für die Durchführung unserer Mission im Einklang mit den oben genannten Kernprinzipien erforderlich sind, noch haben die im Rahmen der Absichtserklärung durchgeführten Konsultationen zu Verbesserungen geführt.“

(PCAOB)

Dies hat dazu geführt, dass globale Investoren, darunter auch Amerikaner, potenziell riskante Investitionen in Höhe von fast zwei Billionen US-Dollar getätigt haben. Mehrere chinesische Unternehmen haben inzwischen zugegeben, Einnahmezahlen zu fabrizieren, wie etwa Luckin Coffee.


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