Türkei-FlaggeFoto: iStock

Internationale Geldwäsche-Einheit setzt Türkei auf Beobachtungsliste

Epoch Times22. Oktober 2021 Aktualisiert: 22. Oktober 2021 8:36

Die internationale Anti-Geldwäsche-Einheit FATF hat die Türkei auf ihre Liste genauer zu überwachender Länder gesetzt. Zwar habe das Land in den vergangenen Jahren Fortschritte unter anderem bei der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung gemacht, teilte die in Paris ansässige internationale Organisation am Donnerstag mit. Es gebe aber „weiterhin ernsthafte Probleme“ hinsichtlich der Kontrolle der türkischen Behörden über Finanzgeschäfte, sagte FATF-Präsident Marcus Pleyer.

Ankara habe seine Entschlossenheit erklärt, seine Bemühungen um eine Verbesserung des Kampfes gegen Geldwäsche fortzusetzen, sagte Pleyer bei einer Pressekonferenz. Er appellierte an die türkische Regierung, „diese Selbstverpflichtung umzusetzen“.

Die Türkei protestierte gegen die Aufnahme auf die Liste. Die Einstufung sei „ungerecht“, erklärte das Außenministerium in Ankara und listete in seiner Stellungnahme die von der Regierung ergriffenen Maßnahmen zur Bekämpfung der Finanzkriminalität auf.

Die sogenannte graue Liste der FATF umfasst 39 Staaten, denen unzureichende Strukturen im Kampf gegen Geldwäsche und Terrorfinanzierung bescheinigt werden. Neu auf die Liste aufgenommen wurden neben der Türkei Jordanien und Mali. Botsuana und Mauritius wurden von der Liste gestrichen – ihnen attestierte die FATF ein „hohes“ Reformniveau im Bereich der Geldwäsche-Bekämpfung.

Die Aufnahme auf die graue Liste der FATF kann für betroffene Staaten einen herben Imageverlust bedeuten und eine abschreckende Wirkung auf ausländische Investoren haben. Die Entscheidung der FATF, die Türkei auf die Liste aufzunehmen, erfolgt inmitten einer schweren Wirtschaftskrise in dem Land. Die türkische Lira hat in den vergangenen Jahren erheblich an Wert verloren. Die Inflation liegt bei fast 20 Prozent.

Die Financial Action Task Force (FATF) ist der internationale Standardsetzer beim Kampf gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung. Derzeit hat Deutschland die FATF-Präsidentschaft inne. (afp/oz)



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