Ahmadinedschad und Ayatollah Ali Khamenei.Foto: Getty Images

Iranische Banken in der Krise

Von 15. April 2008 Aktualisiert: 20. Februar 2022 16:34

Finanzanalysten des britischen Geheimdienstes MI6 haben ein grafisches Bild darüber erstellt wie sich die weltweite Finanzkrise auf die iranische Wirtschaft auswirkt, während Präsident Mahmud Ahmadinedschad nach den Wahlen am Freitag, in denen die Konservativen mit überwältigender Mehrheit an die Macht zurückkehrten, seinen Einfluß auf das Land sichert.

Aber hinter den Feiern des Regimes, im Zeichen des Überlebens der Regierung der islamischen Republik durch eine Kombination aus brutaler Unterdrückung und einem durch die Revolutionsgarden kontrollierten hocheffizienten Sicherheitssystem, gibt es immer mehr Anzeichen dafür, daß die Finanzkrise, die die Wall Street und den weltweiten Aktienmarkt erschüttert hat, auch begonnen hat sich noch stärker auf die iranische Wirtschaft auszuwirken.

Ein Land, das Öl im Überfluß hat – Iran produziert 4,3 Millionen Barrel pro Tag und besitzt die zweitgrößte Ölreserve – kann keine ausreichenden Mengen des raffinierten Materials erzeugen, um den Bedarf seiner 65 Millionen Einwohner zu decken.
Ein MI6-Bericht stellt fest: Der Grund für diese Situation ist klar. Das Regime besteht darauf eine wachsende Menge an Energie und Rohstoffquellen für sein Streben nach dem heiligen Gral der nuklearen Anreicherung abzuzweigen und die daraus resultierenden UN-Wirtschaftssanktionen in Kauf zu nehmen, die diese Politik mit sich brachte. Das bedeutet, daß die Ajatollahs unfähig sind, die Ölraffinerien für heimische Zwecke zu erhalten.

Auf einem Vorwahltreffen vor dem Beginn der Freitagswahlen trug Ahmadinedschad wieder seine Lieblingsbehauptung vor, daß sich die Sanktionen nicht auf die iranische Wirtschaft ausgewirkt haben, und bestand darauf, sie wären „nur psychologische Augenwischerei, die von Washington und seinen Verbündeten gegen uns gestartet wurde.“
Inflation bei 19 Prozent

Aber die MI6-Analysten, die mit Informationen arbeiten, die teilweise aus Quellen von Regimegegnern im Iran kamen, zeigen, daß die wirtschaftliche Inflation des Landes jetzt bei 19 Prozent liegt und daß das Regime jedes seiner Wachstumsziele verfehlt hat. Das Ergebnis ist, daß Benzin auf 100 Liter pro Haushalt im Monat rationiert ist – was etwa zwei vollen Tanks für das Familienauto entspricht.

Die Wähler gingen zu den Wahlen vor dem Hintergrund der Tatsache, daß etwa 30 Prozent der Tankstellen der Nation seit der Orgie von Gewalt und Zerstörung im letzten Jahr beim stärksten Ausbruch von gegen die Regierung gerichteten Protesten, die seit über einem Jahrzehnt über das Land schwappten, zerstört wurden.

Regime in Panik

Die Protestierenden wurden von den Revolutionsgarden rücksichtslos behandelt. Niemand weiß wieviele von ihnen getötet oder ins Gefängnis gesteckt wurden. „Aber es gibt keinen Zweifel daran, daß die Unruhen das Regime in Panik versetzten. Das erste Anzeichen dafür war, daß Teheran kürzlich befahl, Einlagen im Wert von Millionen von Dollar von staatseigenen Banken in Europa und dem Fernen Osten abzuziehen. Mit dieser präventiven Maßnahme möchte man verhindern, daß das Geld unter weiteren Sanktionen durch die UN eingefroren wird,“ enthüllte der MI6-Bericht.

Drei von Irans großen Banken stehen weiterhin auf der schwarzen Liste des US-Schatzamtes. Es sind die Bank Saderat wegen ihrer Finanzmittel für die Hisbollah und die Bank Sepah, die unter dem Verdacht steht Irans Nuklearprogramm zu finanzieren. Eine dritte Bank, die Meli-Bank von Teheran, wird auch beschuldigt, dieses Programm zu finanzieren. Jetzt, da das Regime seinen Einfluß auf das Volk gesichert hat und da sich abzeichnet, daß die Bush-Regierung nicht mit militärischer Gewalt gegen den Iran vorgehen wird, wächst der Glaube, daß das Regime von Präsident Ahmadinedschad weiterhin überleben wird, wenn es den Gürtel enger schnallt. „Wenn sogar der Westen gezwungen wird das zu tun, können wir das auch,“ war Ahmadinedschads Botschaft an die Wähler, bevor sie zu den Wahlbüros gingen.

© G-2 Bulletin, Washington D.C./USA and Gordon Thomas

Gordon Thomas ist ein international anerkannter Geheimdienstspezialist und Autor des Buches „Secrets & Lies: A History of CIA Mind Control and Germ Warfare“ (Octavo Editions, USA). Er veröffentlicht regelmäßig Beiträge im Internet im G2 Bulletin.



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