Irans Rolle beim Angriff der Hamas auf Israel

Die Hamas wird vom Iran finanziert und ausgerüstet. Das Land soll im Laufe der Jahre Milliarden Euro an die militärisch aktive Organisation im Nahen Osten geschickt haben – mit dem Ziel, Israel zu zerstören.
Titelbild
Der iranische Präsident Ebrahim Raisi vor der 78. Generalversammlung der Vereinten Nationen im UN-Hauptquartier in New York City am 19. September 2023.Foto: Angela Weiss/AFP via Getty Images
Von 9. Oktober 2023

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Am 7. Oktober startete ein militärischer Flügel der vom Iran unterstützten Hamas einen Angriff auf Israel. Wie israelische Medien berichteten, schossen die bewaffneten Terroristen auf Zivilisten in Städten, entlang an Autobahnen und auf einem Techno-Musikfestival in der Wüste bei Gaza. Schätzungen zufolge starben über 600 Menschen und es gab Tausende Verletzte. Zudem entführten die Angreifer eine unbekannte Zahl Zivilisten und Soldaten.

Die Izzuddin-Al-Qassam-Brigaden (IQB), die den Angriff durchführten, lobten den Iran für seine Unterstützung: „Wir danken der Islamischen Republik Iran, die uns mit Waffen, Geld und anderen Ausrüstungsgegenständen versorgt hat“, sagte ein Sprecher der IQB in einem Videoclip. „Er gab uns Raketen, um zionistische Festungen zu zerstören und half uns mit Standard-Panzerabwehrraketen!“ Es ist unklar, wann die Erklärung abgegeben wurde.

Der Hamas-Angriff erfolgte nur wenige Tage nachdem der Oberste Führer des Iran, Imam Sayyid Ali Khamenei, zu Gewalt gegen Israel aufgerufen hatte. „Imam Khomeini bezeichnete das zionistische Regime einst als Krebsgeschwür“, schrieb er am 3. Oktober in einem Beitrag auf X, früher bekannt als Twitter. „Dieses Krebsgeschwür wird definitiv durch die Hand des palästinensischen Volkes vernichtet werden.“

Am 7. Oktober veröffentlichte IQB Videoclips, die mehrere seiner Angreifer in israelischen Militäreinrichtungen zeigen. Sie ist die größte und am besten ausgerüstete Hamas-Gruppe, die im Gazastreifen operiert, und hat an mehreren Kriegen gegen Israel teilgenommen.

Die 1987 gegründete Gruppe Hamas hat ihre Wurzeln in der Muslimbruderschaft, einer sunnitischen Bewegung. Die Organisation hat sich dem Widerstand gegen Israel verschrieben und strebt die Errichtung eines unabhängigen palästinensischen Staates an. Die Sunniten stellen den größten Teil der weltweiten muslimischen Bevölkerung. Die Bevölkerung des Iran ist überwiegend schiitisch und die bevölkerungsmäßig zweitgrößte islamische Gruppierung.

Geldquelle für Hamas

Der Iran unterstützt die im Gazastreifen ansässige Hamas, um Angriffe gegen Israel durchzuführen. Mit Teherans Hilfe hat die Hamas ein verzweigtes Tunnelnetz gebaut, um Waffen und entführte israelische Bürger zu verstecken.

Saleh al-Arouri, stellvertretender Chef des politischen Büros der Hamas, sagte in einem Interview gegenüber Al Jazeera, bei dem Angriff am 7. Oktober seien genügend israelische Soldaten gefangen worden, um alle palästinensischen Gefangenen freizupressen. Der stellvertretende Leiter des Politbüros der Hamas führte aus: „Unsere Gefangenen in [israelischen] Gefängnissen, ihre Freiheit ist in greifbarer Nähe. Was wir in der Hand haben, wird alle unsere Gefangenen befreien.“

Die iranische Führung hat in den vergangenen Monaten zahlreiche Treffen organisiert. Dort rief sie zu einem erneuten und gemeinsamen Vorgehen gegen Israel auf. Das sagt die in Washington ansässige gemeinnützige Forschungsorganisation Foundation for Defense of Democracies (FDD, Stiftung zur Verteidigung der Demokratien).

Unterstützungsnetzwerk

„Seit 1992 hat das iranische Regime Milliarden Dollar in die Bereitstellung von Geld, Waffen und Ausbildung für die Hamas investiert, die sich offen mit der iranischen Führung verbündet hat“, schrieb Hussain Abdul-Hussian, ein FDD-Forschungsstipendiat, in einem Beitrag vom 7. Oktober.

„Die Ereignisse, die sich im Süden Israels abspielen, sind die Folge der langjährigen Lieferung von Waffen und Finanzmitteln durch das iranische Regime an palästinensische Terrorgruppen, die im Gazastreifen operieren“, ergänzt der FDD-Forschungsanalyst Joe Truzman.

Nach dem Angriff der Hamas auf Israel griff die libanesische Hisbollah israelische Militärstellungen in der umstrittenen Region der Shebaa-Farmen an. Die Gruppe erklärte, die Aktion erfolge „aus Solidarität“ mit dem palästinensischen Volk. Die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) reagierten mit Angriffen auf Ziele der Hisbollah im Libanon.

Die Hisbollah ist eine schiitisch orientierte Organisation. Sie wurde 1982 von den iranischen Revolutionsgarden gegründet. Viele Länder, darunter die USA, Kanada, die EU-Mitgliedstaaten und Israel, stufen die Hisbollah als terroristische Organisation ein. Andere Länder und internationale Akteure sehen sie als legitime Widerstandsbewegung und politische Partei.

Am 7. Oktober erklärte die Hisbollah, sie stehe in „direktem Kontakt“ mit Führern von „Widerstandsgruppen“ in Palästina und bezeichnete den Angriff der Hamas in Israel als „entschlossene Antwort auf Israels anhaltende Besatzung und als Botschaft an diejenigen, die eine Normalisierung mit Israel anstreben“, so „Reuters“.

„Der Iran hat ein Netzwerk von mindestens 19 bewaffneten Gruppen an den Grenzen Israels aufgebaut, unter anderem im Gazastreifen, im Westjordanland, im Libanon und in Syrien“, zählt die Foundation for Defense of Democracies in ihrem Bericht auf. Die größten dieser Organisationen seien die Hamas und die Hisbollah. Laut der FDD schickt der Iran jährlich rund 100 Millionen Dollar an die Hamas und 700 Millionen Dollar an die Hisbollah.

Gesamter Naher Osten betroffen

Der Angriff der Hamas erschwert die Bemühungen der USA, ein Abkommen zwischen Saudi-Arabien und Israel zu vermitteln.

Saudi-Arabien nahm eine pro-palästinensische Haltung ein und erklärte, dass die Situation in der Region eskalieren könnte. Sie sei das „Ergebnis der anhaltenden Besatzung, des Raubs der legitimen Rechte des palästinensischen Volkes und der Wiederholung systematischer Provokationen gegen seine Heiligtümer“, so die Onlinezeitung „Times of Israel“.

Die Palästinenser seien besorgt, dass „ihre Sache weiter an den Rand gedrängt werden könnte“, sollte es zu einer saudisch-israelischen Normalisierung kommen. Diese Sorge könnte den Angriff der Hamas ausgelöst haben, meint Joost Hiltermann, Nahost-Direktor der International Crisis Group (Internationale Krisengruppe), in einem Interview mit der US-Wochenzeitschrift „Barron’s“.

Angesichts der heftigen Reaktion Israels könnten sich auch die arabischen Staaten gezwungen sehen, eine härtere Haltung gegenüber Israel einzunehmen, um die öffentliche Meinung zu unterstützen. Hiltermann: Der „kalte Frieden“, der zurzeit zwischen Israel und Jordanien und Israel und Ägypten existiere, könnte sich ausweiten. Er sieht „eine Abkühlung der Beziehungen zwischen Israel und den [Arabischen] Emiraten und wahrscheinlich eine Verzögerung […] von Abkommen zwischen Israel und Saudi-Arabien“.

Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „Iranian Regime’s Role in Ongoing Terrorist Attacks on Israel“ (deutsche Bearbeitung jw).



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