Kim Jong-un herrscht seit zehn Jahren

Von 11. Januar 2022 Aktualisiert: 11. Januar 2022 11:22

Vor zehn Jahren im Dezember übernahm Kim Jong-un die Macht in Nordkorea. Wie hat sich das Land unter ihm verändert? Es ist jetzt waffentechnisch besser ausgerüstet, aber stärker isoliert und noch abhängiger von China. 

Vor zehn Jahren wurde Kim Jong-un Herrscher von Nordkorea. Er regiert in der dritten Generation seiner Familie den zurückgezogenen Staat.

In den letzten zehn Jahren hat der jüngste Kim Hoffnungen auf einen wirtschaftlichen Wandel und Öffnung geweckt, aber auch teilweise wieder zunichtegemacht.

Werfen wir einen Blick auf sein bisheriges Erbe.

Kim Jong-un wurde Anfang der achtziger Jahre geboren.

Er wurde als „Großer Nachfolger“ gefeiert, nachdem sein Vater Kim Jong-il 2011 an einem Herzinfarkt gestorben war. Doch bis dahin war der junge Kim von Geheimnissen umhüllt.

Kims bisherige Herrschaft hat vor allem eines ausgemacht: Atomwaffen. Kim Jong-un führte vier von sechs Atomtests in Nordkorea durch, ebenso wie zahlreiche ballistische Raketentests.

„Die ganze USA befindet sich in Reichweite unserer Atomwaffen und der Atomknopf ist immer auf meinem Schreibtisch.“

Doch Kims Fixierung auf Atomwaffen hat einen hohen Preis: Die UNO und andere haben deshalb harte Wirtschaftssanktionen gegen sein Land verhängt.

Die Sanktionen verhindern den politischen Durchbruch, der notwendig wäre, um Nordkoreas zerrüttete Wirtschaft zu verbessern und Millionen Menschen vor dem Hungertod zu bewahren.

„Nordkorea hat auf zwei große Ziele hingearbeitet: die Stärkung der nationalen Verteidigung und die Verbesserung des Lebensstandards“, erklärt Yang Moo-Jin, Professor an der Universität für Nordkorea-Studien.

„Ich denke, dass sich (die Lebenssituation) durch die Sanktionen und die Pandemie verschlechtert hat“, so Yang Moo-Jin weiter.

Kim scheint einen anderen Stil zu verfolgen als sein Vater.

Durch Gipfeltreffen mit ausländischen Staatsoberhäuptern, die ihn wiederholt zur Denuklearisierung aufforderten, versuchte er, international anerkannt zu werden sowie die Lockerung der Sanktionen zu erwirken.

Dies führte zu dem einmaligen Treffen zwischen Kim und Ex-US-Präsident Donald Trump. Doch die Gespräche mit Amerika sind seitdem ins Stocken geraten.

„Sie wollten die vollständige Aufhebung der Sanktionen und das konnten wir nicht tun.“

Kurz darauf führte Nordkorea die ersten Raketentests seit Jahren durch.

Immerhin hatte Kim in den USA einen Verbündeten, der ihn unterstützte.

„Happy Birthday to you, Happy Birthday to you“, sang Dennis Rodman, US-amerikanischer Basketballspieler.

Kim ist dafür bekannt, dass er sich in den Staatsmedien gegenüber den einfachen Menschen fürsorglich zeigt.

Aber unter den Überläufern sagen einige, dass dies nur Fassade sei.

„Kim eifert seinem Großvater nach, weil sich viele Menschen nach der Vergangenheit sehnen. Er versucht, wie sein Großvater auszusehen und sich ähnlich zu kleiden. Er weint sogar, während er Reden hält. Das ist alles nur Fassade“, sagt Ha Jin-Woo, Überläufer aus Nordkorea.

In Wirklichkeit scheint Kim die grausamsten Praktiken seines Vaters fortzusetzen, um seine Macht zu erhalten: Exekutionen, Berichten zufolge auch von Familienmitgliedern, politische Gefangenenlager und ein hartes Vorgehen gegen Überläufer.

Kim greift zudem hart gegen die ausländische Popkultur durch, um den Einfluss aus dem Ausland zu unterbinden. Nach Angaben einer in Seoul ansässigen Menschenrechtsgruppe wurden unter seiner Führung mindestens sieben Menschen wegen des Anschauens und Verbreitens von K-Pop-Videos hingerichtet.

Analysten zufolge ist Nordkorea unter Kim Jong-un zwar besser bewaffnet, aber auch stärker isoliert.

Durch Sanktionen und Abschottung ist Pjöngjang übermäßig von China abhängig. Die Beziehung ist für Nordkorea lebenswichtig, aber auch von Misstrauen gezeichnet.

Kim wird sich entscheiden müssen, ob er einen Teil seines Waffenarsenals gegen die Aufhebung der Sanktionen eintauscht oder ob er andere Wege findet, um die Wirtschaft anzukurbeln, zum Beispiel durch eine stärkere internationale Öffnung, ohne die politische Kontrolle zu verlieren.



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