Nach Unruhen in einem brasilianischen Gefängnis bei denen mindestens 15 Menschen ums Leben gekommen sind, diskutieren Angehörige der Insassen mit der Polizei, um Informationen zu erhalten.Foto: Edmar Barros/AP/dpa

Wieder 15 Häftlinge bei Kämpfen in „Horror-Gefängnis“ in Brasilien getötet

Epoch Times27. Mai 2019 Aktualisiert: 27. Mai 2019 9:32
In derselben Haftanstalt waren im Januar 2017 bei einer Gefängnisrevolte 56 Menschen getötet worden. Damals hatten rivalisierende Banden fast 20 Stunden lang gegeneinander gekämpft.

Bei gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Häftlingen in einem Gefängnis im Norden Brasiliens sind mindestens 15 Menschen getötet worden. Die Gewalt im Anísio-Jobim-Gefängnis nahe der Stadt Manaus im nördlichen Bundesstaat Amazonas brach am Sonntag während der Besuchszeit aus, wie die Strafvollzugsbehörden mitteilten. „Es war ein Kampf zwischen Insassen“, sagte Behördenchef Marcos Vinicius Almeida. Noch nie zuvor habe es während der Besuchszeit Tote gegeben.

Einige der Opfer wurden den Angaben zufolge mit angespitzten Zahnbürsten erstochen, andere wurden erwürgt. Almeida sagte, die Sicherheitskräfte seien innerhalb weniger Minuten eingeschritten und hätten so weitere Opfer verhindert. Die Ursache der Auseinandersetzungen ist demnach noch unklar, die Polizei nahm Ermittlungen auf.

Bei Revolte im gleichen Gefängnis kamen im Januar 56 Menschen ums Leben

In derselben Haftanstalt waren im Januar 2017 bei einer Gefängnisrevolte 56 Menschen getötet worden. Damals hatten rivalisierende Banden fast 20 Stunden lang gegeneinander gekämpft.

Brasilien hat weltweit die drittgrößte Gefangenenpopulation der Welt. Im Juni 2016 saßen in den Gefängnissen Brasiliens 726.712 Häftlinge ein – ungefähr doppelt so viele, wie es Haftplätze gab. In den überfüllten Haftanstalten gibt es immer wieder tödliche Auseinandersetzungen, Meutereien und Ausbruchsversuche, oft werden Haftanstalten faktisch von Drogenbanden kontrolliert.

Im September hatten schwer bewaffnete Männer ein Gefängnis im Nordosten Brasiliens angegriffen, das Tor aufgesprengt, einen Polizisten erschossen und 92 Insassen zur Flucht verholfen. Im April 2018 war es in einem Gefängnis nahe der Stadt Belém im nördlichen Bundesstaat Pará zu Kämpfen zwischen Wachleuten und schwer bewaffneten Häftlingen und Helfern von außen gekommen. Es gab 21 Tote. (afp)



Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion