Neuseeland: „Zero Covid“ von Delta besiegt? – Opposition fordert Öffnung

Von 4. Oktober 2021 Aktualisiert: 4. Oktober 2021 19:15
Neuseelands radikale „Zero-Covid“-Strategie hat es nicht geschafft, die Delta-Variante des Corona-Virus einzudämmen. Offenbar soll es einen Strategiewechsel geben, der derzeit jedoch noch nicht zu sehen ist. Die Opposition im Parlament fordert die rot-grüne Regierung dazu auf, ihr Scheitern einzugestehen und legt einen Plan vor, mit großflächigen Schnelltests zu öffnen. Derzeit habe man das Schlechteste von beiden Welten: Lockdown-Schäden und dennoch COVID-19.

Seit der Corona-Pandemie hat sich Neuseeland stark vom Rest der Welt abgeschottet und die Anhänger von Regierungschefin Jacinda Arderns radikaler „Zero-Covid“-Strategie feierten die „dünn besiedelte Inselgruppe im Südpazifik als Modellstaat“, wie die Epoch Times bereits berichtete.

Doch dann kam Delta und bereitete der harten Corona-Politik der neuseeländischen Regierung einen herben Rückschlag. Die Opposition bestätigt: „Die Eliminierung ist gescheitert.“ Das Land stecke aufgrund von Arderns Inkompetenz und ihrer vermeintlichen Strategie in einem „Lockdown-Limbo“ – ohne Antworten und ohne Ausweg, meinte die Oppositionsführerin im Parlament, Judith Collins.

Lockdown – Lockerung – Lockdown …

Am Sonntag hatte Jacinda Ardern angekündigt, dass nach Neuinfektionen außerhalb von Auckland ab Montag weitere Regionen der Nordinsel gesperrt werden, schreibt „ntv“. Zuvor hatte es noch bis auf Auckland Lockerungen im ganzen Land gegeben.

Doch die aktuellen Zahlen zeigen, dass die Null-Strategie nicht wirklich funktioniert, nicht bei Delta. Laut Regierungsangaben gibt es trotz wochenlangen Lockdowns in Auckland immer noch 61 aktive Fälle und in weiteren angrenzenden Gebieten um Auckland City wurden zahlreiche weitere Fälle registriert: Manukau 174, Waitemata 37, Waikato 2.

Lange Zeit galt Premierministerin Jacinda Arderns „Zero-Covid“-Strategie in dem 5,1-Millionen-Einwohner-Inselstaat im Südpazifik als erfolgversprechend. Doch dann, Mitte August meldeten die Behörden in Neuseeland einen 58-jährigen Infizierten in Auckland (1,7 Millionen Einwohner), der größten Stadt des Landes.

Daraufhin hatte die Regierungschefin Mitte August Alarmstufe Vier und einen landesweiten Lockdown ausgerufen, der außerhalb von Auckland nach drei Wochen weitgehend aufgehoben wurde.

Einsperren kein „Game-Changer“

Wie der irische öffentlich-rechtliche Rundfunk „Raidió Teilifís Éireann“ nun berichtet, erklärte Ardern, dass die hochübertragbare Delta-Variante sich als „Game-Changer“ erwiesen habe, der nicht beseitigt werden könne. Man habe selbst mit den „langfristigen Einschränkungen“ die Null offensichtlich nicht erreicht. Laut Ardern sei ein neuer Ansatz erforderlich.

Dennoch werde man die Eliminierungsstrategie nicht sofort aufgegeben, so Ardern, die allerdings einlenkte und die Sperren für Auckland leicht lockerte, trotz neuer Fälle. AFP-Angaben zufolge sollen sich dort wieder bis zu zehn Menschen im Freien treffen dürfen.

Wöchentlich soll es Prüfungen der Regierung geben, inwieweit die Lockerungen fortgesetzt werden könnten, wann zum Beispiel welche Geschäfte oder Schulen wieder öffnen können. Ende September hätten bereits einige Geschäfte öffnen dürfen, wie etwa Restaurants mit Lieferdiensten.

Lockdown-Kritik in Neuseeland

Arderns Reaktion auf die aktuelle Lage dürfte auch der wachsenden Kritik an ihrer Lockdown-Lockerungen-Lockdown-Politik geschuldet sein. Am Wochenende hatten in Auckland 2.000 Menschen bei einer verbotenen Demonstration gegen die Regierungsmaßnahmen protestiert.

Doch auch in Neuseelands Politik gibt es vermehrt Kritik gegen die Lockdown-Maßnahmen der Regierung aus Sozialisten und Grünen, besonders jetzt, da sich die Delta-Variante auch nicht durch extreme Einschränkungen aufhalten lässt.

Judith Collins, Oppositionsführerin von der neuseeländischen Nationalpartei, erklärte am Montag in einem Statement: „Die heutige Ankündigung bestätigt, was die meisten Neuseeländer – insbesondere Aucklander – in den letzten sieben Wochen der Sperrung nur zu gut gelernt haben: Die Regierung hat keine Ideen mehr.“

Die „Eliminierung“ sei gescheitert und Jacinda Ardern habe keine Antworten auf die Probleme. Der „vermeintliche Fahrplan“ der Premierministerin sei nur eine vage Wunschliste. An dieser bastle Ardern je nach diktierter Situation herum.

Opposition schlägt „Opening Up“ vor

Genug sei genug, so Collins. Die Zeit sei abgelaufen und Ardern müsse zugeben, dass sie und ihre Regierung versagt hätten. „Stehen Sie zu Ihren Fehlern“, fordert die Oppositionsführerin von der Premierministerin. Sie solle die Richtung ändern und mutig sein. Es gebe Auswahlmöglichkeiten und man werde helfen, wo man könne. „Tatsächlich könnte unser ‚Opening Up‘-Plan, wenn er sofort angenommen wird, dazu führen, dass die Schließungen ein Ende haben und die Kiwis bis Weihnachten wieder reisen können.“

Dazu wolle man mit einer „konsequenten Bekämpfungsstrategie öffnen“. Statt den alleinigen Fokus auf die Grenzen zu legen, will man etwa mit schnellen Antigentests die Fälle identifizieren und isolieren. Der derzeitige Ansatz der Regierung sei „der schlechteste beider Welten“, so Collins: „Wir haben alle Kosten und Schäden einer Sperrung ohne den Vorteil der Beseitigung von Covid.“



Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion