Schottischer Professor wandelt Whisky-Abfälle in Benzin um

Von 25. Oktober 2021 Aktualisiert: 25. Oktober 2021 7:09

Martin Tangney, Professor der Edinburgh Napier University, hat Pionierarbeit geleistet. Er wandelt Abfälle aus der Whisky-Produktion durch ein traditionelles Fermentationsverfahren in Biokraftstoff um. Seiner Meinung nach kann dieser Biokraftstoff Benzin ersetzen. Im Vorfeld des UNO-Klimagipfels in Schottland ruft Tangney zu Investitionen für die Massenproduktion auf. Eddie Aitken von NTD mit mehr Einzelheiten.  

Die Whisky-Produktion, eine der wichtigsten Industriezweige Schottlands, könnte bald die Wirtschaft ankurbeln. Ein schottisches Unternehmen verwandelt die bei der Whisky-Herstellung anfallenden Abfälle in Chemikalien um, die normalerweise aus Öl gewonnen werden.

Der Biokraftstoff, den das Unternehmen Celtic Renewables von Professor Martin Tangney herstellt, kann als direkter Ersatz für Benzin in Autos verwendet werden.

„Wir von Celtic Renewables leisten mit einem Verfahren Pionierarbeit, bei dem wir Industrieabfälle, zum Beispiel aus der Whisky-Industrie, in hochwertige Produkte umwandeln, nämlich in Butanol, das für den Antrieb von Autos verwendet wird“, sagte Professor Martin Tangney, Gründer von Celtic Renewables.

Whisky wird aus Gerste, Hefe und Wasser hergestellt. Übrig bleibt der Braumalz aus Gerstenkörnern und ein zuckerhaltiges Wasser, das sogenannte Pot Ale.

Der Abfall wird oft als Tierfutter verwendet oder ins Meer gepumpt.

Wandelt man die Abfälle um, entstehen Chemikalien, die in der Kraftstoff- und Lebensmittelproduktion bis hin zur Medizin und Kosmetik verwendet werden.

Professor Tagney zufolge könnten die Chemikalien noch lange in der Zukunft verwendet werden, wenn sie nachhaltig hergestellt werden.

„Es wird aus lebendem Kohlenstoff hergestellt. Im Wesentlichen stammt es aus Industrieabfällen, einer der wichtigsten schottischen Wirtschaftszweige. Wir verwandeln die Abfälle in etwas, das wir jetzt brauchen, und zwar aus nachhaltigen Rohstoffen“, so der Professor.

Der Fermentationsprozess, den Celtic Renewables wiederbelebt hat, war früher weltweit ein riesiger Industriezweig. Dieser wurde jedoch durch die Petrochemie abgelöst und wegen der Kosten für die Rohstoffe schließlich eingestellt.

Professor Tangney sagte, dass man bei seinem patentierten Verfahren organische Abfälle statt hochwertiger Pflanzenrohstoffe verwenden kann.

„Bei Celtic Renewables nutzen wir ein biotechnologisches Verfahren, das vor hundert Jahren zur Herstellung von Aceton, Butanol und Ethanol entwickelt wurde: die ABE-Fermentation. Wir haben es für die moderne Welt wiederbelebt, um aus Abfällen und Rückständen nachhaltige Chemikalien herzustellen“, erklärte er.

Die Versuchsanlage in Grangemouth kann aus 50.000 Tonnen Braumalz, Pot Ale oder Rohstoffen wie Kartoffeln sowie fast jedem anderen organischen Abfall eine Million Liter Biochemikalien herstellen.

Wenige Tage bevor in Glasgow der UN-Klimagipfel COP26 mit Staats- und Regierungschefs aus der ganzen Welt stattfindet, ruft Professor Tangney zum Handeln auf.

Sein Unternehmen plant, in den nächsten fünf Jahren weltweit fünf große Raffinerien zu bauen, und ruft Regierungen und Investoren dazu auf, sie zu unterstützen.



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