Das Logo des russischen Energieriesen Gazprom.Foto: NIKOLAY DOYCHINOV/AFP via Getty Images

Ungarischer Außenminister: Zusätzliche Gaslieferung von Russland

Von 31. August 2022 Aktualisiert: 31. August 2022 22:08
Ungarn hat sich kontinuierlich Gaslieferungen aus Russland über eine südliche Route gesichert. Die Regierung möchte aber die Lagerbestände erhöhen, weshalb eine neue Vereinbarung getroffen wurde. Die Verhandlungen, die zu Beginn des Sommers in Moskau geführt wurden, haben nun Ergebnisse gebracht.

Der ungarische Außenminister Péter Szijjártó berichtete am Mittwoch auf seiner Facebook-Seite: Der russische Energiekonzern Gazprom wird Ungarn über das ursprüngliche Abkommen hinaus mit zusätzlichem Erdgas beliefern. Ein entsprechender Vertrag wurde bereits unterzeichnet.

Der Außenminister hat sein Live-Video in Prag aufgenommen, wo er gerade am informellen Treffen der Außenminister der Europäischen Union teilnimmt.

Befüllung der Erdgasspeicher sieht gut aus

In seiner Videobotschaft betonte Szijjártó, dass Ungarn bei der Befüllung der Erdgasspeicher gut dastehe: Die Füllrate liege 36,5 Prozent über dem Verbrauch. Im europäischen Durchschnitt liegt dieser Wert nur bei 21,4 Prozent.

Das Ziel der ungarischen Regierung sei es, ein Höchstmaß an Energieversorgungssicherheit zu gewährleisten. Sie möchten sicherstellen, dass niemand in Ungarn in eine Situation gerate, in der er nicht heizen oder kochen könne. Die Regierung müsse auch dafür sorgen, dass die ungarische Wirtschaft lebensfähig bleibe. Es sollte nicht passieren, dass der Mangel an Erdgas zu wirtschaftlichen Schwierigkeiten oder Arbeitsplatzverlust führe, betonte Szijjártó.

Die ungarische Regierung hat früher schon beschlossen, über die bereits vertraglich vereinbarte Menge hinaus zusätzliches Gas zu kaufen. Szijjártó machte deutlich, dass die Energieversorgung Ungarns aufgrund der geografischen Lage und der umliegenden Verkehrsinfrastruktur ohne russische Gasquellen physisch unmöglich ist. Deshalb führte er in der ersten Sommerhälfte schon Gespräche in Moskau über die Versorgung.

Die Vereinbarung für September und Oktober wurde gerade unterzeichnet. Ab dem 1. September wird Gazprom Ungarn über die bereits unterzeichneten Verträge hinaus erneut mit zusätzlichen Erdgasmengen beliefern. Das maximale Volumen der zusätzlichen Lieferungen wird auf maximal 5,8 Millionen Kubikmeter pro Tag erhöht. Im August lag diese Zahl noch bei 2,6 Millionen Kubikmetern am Tag. Die zusätzliche Lieferung erfolgt über die Südroute.

Szijjártó teilte in seiner Videoerklärung auch mit, dass es kein generelles EU-Visumverbot gegen Russland geben werde.

Das „schwarze Schaf“ der EU

Der Außenminister erinnerte auch daran, dass es richtig war, dem früheren internationalen Druck nicht nachzugeben, sondern auf der Notwendigkeit des Baus der südlichen Transportroute zu bestehen. Ungarn stecke sonst in großen Schwierigkeiten. Die Gasversorgung aus Russland wird über die Leitung durch die Türkei, Bulgarien und Serbien sichergestellt.

Die EU-Energieminister hatten zuvor beschlossen, ihren Gasverbrauch in den kommenden Monaten freiwillig zu senken. Der Plan sieht vor, dass in Notsituationen eine 15-prozentige Reduzierung des Gasverbrauchs obligatorisch wird. Ungarn war das einzige Land, das gegen das Abkommen stimmte. Die rechte Regierung von Regierungschef Viktor Orbán schloss eine Umsetzung des Ziels kategorisch aus.

 



Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion