US-Sondergesandter John Kerry in Dubai: „Klimakrise und Gesundheitskrise ein und dasselbe“

Mehr als 120 Länder wollen Maßnahmen, um Folgen des Klimawandels für die Gesundheit zu verhindern. Der Ausstieg aus den Fossilen soll beschleunigt werden.
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John Kerry ist Sondergesandter des US-Präsidenten für Klimafragen. Hier bei einer Veranstaltung auf dem UN-Klimagipfel COP28 in Dubai.Foto: Mark Case/Getty Images
Epoch Times3. Dezember 2023

Die WHO und mehr als 40 Mediziner aus aller Welt riefen in Dubai dazu auf, den Ausstieg aus den Fossilen zu beschleunigen. Staatliche Regierungen sollten die Ankündigungen, die sie in Sachen Klimaschutz gemacht hätten, auch in die Tat umsetzen.

Die Gesundheitsexperten warnten vor „gefährlichen Ablenkungen“ wie CO2-Speicherung oder Geoengineering, auf die einige Staaten ihre Hoffnung im Kampf gegen die Klimakrise setzen.

„Tatsache ist, dass die Klimakrise und die Gesundheitskrise ein und dasselbe sind“, sagte der US-Sondergesandte John Kerry in Dubai. „Sie sind völlig miteinander verbunden.“

Gesundheitsexperten kritisierten zuvor die von etlichen Staaten verabschiedete Erklärung auf der Weltklimakonferenz als zu schwach.

„Fossile Energien werden nicht einmal erwähnt, obwohl sie die Hauptschuld am Klimawandel und damit auch an den Gesundheitsauswirkungen tragen“, sagt Jess Beagley von der Climate and Global Health Alliance, einem Zusammenschluss von Gesundheitsorganisationen aus aller Welt. Auch andere kritisierten die Verlautbarung.

Die vom Gastgeber der Klimakonferenz – den Vereinigten Arabischen Emiraten – herausgegebene Erklärung, der sich mehr als 120 Länder angeschlossen haben, will zwar Forschung und Maßnahmen stärken, die gesundheitsgefährdende Folgen des Klimawandels verhindern – die Worte „fossile Energieträger“ oder „Ausstieg aus fossilen Energien“ stehen nicht in dem Text.

Sultan bezweifelt Ausstieg aus fossilen Energien für 1,5-Grad-Ziel

Der Präsident der Weltklimakonferenz in Dubai, Sultan Al-Dschaber, hat einem Bericht zufolge den wissenschaftlichen Konsens angezweifelt, dass ein Ausstieg aus den fossilen Energien zum Erreichen des internationalen 1,5-Grad-Ziels notwendig ist.

Der „Guardian“ und das „Centre for Climate Reporting“ berichteten unter Berufung auf eigene Informationen, Al-Dschaber habe im November in einer Videoschaltung unter anderem mit UN-Vertretern gesagt, es gebe „keine Wissenschaft“, die belege, dass der Ausstieg aus fossilen Energieträgern notwendig sei, um die Erderwärmung auf 1,5 Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit zu begrenzen.

Al-Dschaber ist Gastgeber der Klimakonferenz. Gleichzeitig ist er Chef des staatlichen Ölkonzerns. In der Videokonferenz soll er dem Bericht zufolge behauptet haben, Entwicklung ohne die Nutzung fossiler Energien sei nicht möglich, „wenn man die Welt nicht in die Steinzeit katapultieren will“.

Auf Anfrage des „Guardian“ stritt die COP28-Präsidentschaft die Äußerungen nicht ab, teilte aber weiter mit, Al-Dschaber habe sich darauf bezogen, dass auch der Weltklimarat in seinen Szenarien davon ausgehe, dass fossile Energien im Energiesystem der Zukunft weiter eine Rolle spielten – wenn auch eine kleinere.

Russland, Saudi-Arabien und Irak gegen Ausstieg aus Fossilen

Die Öl- und Gasexporteure Saudi-Arabien, Russland und Irak stemmen sich dagegen, dass auf der COP28 ein kompletter Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas beschlossen wird. Die Länder hätten in ersten Verhandlungen ihre Ablehnung offen geäußert, sagte Catherine Abreu von der Umweltorganisation Destination Zero. Dies wurde dpa auch von einer weiteren Quelle einer NGO bestätigt.

Abreu sagte, auch der Chef des Öl-Konzerns Exxon Mobil, Darren Woods, habe sich kritisch über den Fokus der COP28 auf den von mehr als 100 Staaten geforderten Ausstieg aus den Fossilen geäußert. Daraus folge aus ihrer Sicht vor allem, dass Vertreter und Lobbyisten der Öl-Industrie auf den UN-Klimakonferenzen nicht länger geduldet werden sollten.

Der weltweite Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas ist eines der strittigen Themen in Dubai. Die Emirate und mehrere andere Länder wollen weiter auf fossile Energien setzen und Technologien wie CO2-Speicherung oder -Abscheidung nutzen.

Ob sich die Klimakonferenz im Ölstaat auf den weltweiten Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas einigen kann, gilt als einer der strittigen Punkte auf der Klimakonferenz. (dpa/red)



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