Wochenrückblick: Boykott von Milka-Schokolade? Elon Musk baut eine Stadt in Texas (Teil 1)

Maserati gegen Wildschwein, Drohnen gegen Waldbrände und der „Eiermann von Orkney“. Ein unvollständiger Rückblick auf Meldungen der Woche als Kurznachrichten, Teil 1.
Titelbild
Wache stehen im Sandsturm: Am 27. März 2024 gab es einen Sandsturm in Erenhot im nordchinesischen Autonomen Gebiet Innere Mongolei (China).Foto: STR/AFP über Getty Images
Von 30. März 2024

Maserati gegen Wildschwein

Das Wildschwein hat wohl gewonnen: Auf der Straße von Spandau nach Hennigsdorf früh um 6:10 Uhr kam ein 27-jähriger Fahrer aus Berlin mit einem Schrecken und einem großen Schaden davon. Das Schwein demolierte seinen Luxuswagen, dessen Wert auf eine sechsstellige Summe geschätzt wurde. Das Auto aus Berlin verlor mit einem Schaden von 34.000 Euro. Wie es dem Wildschwein jetzt geht, ist unbekannt. Es verschwand in den Büschen neben der Straße.

Die Strandkorbsaison hat begonnen

Im ostfriesischen Norddeich wurden vor Ostern die ersten 300 von insgesamt rund 700 Strandkörben aus dem Winterlager an den Strand gebracht. Bereits zwei Minuten nach dem Aufstellen waren sie von den ersten Gästen belegt. Auch an anderen ostfriesischen Küstenorten wie in Carolinensiel kommen in diesen Tagen die ersten Strandkörbe ans Wasser. Es wird die erste Urlauberflut erwartet. Per Transporter und Radlader gelangen die schweren Strandmöbel vom Lager an die Wasserkante. Spielgeräte, Sitzbänke, Mülleimer und weitere Körbe werden nach und nach im April aufgebaut.

Milka, Oreo, Toblerone und Philadelphia

Die deutsch-ukrainische NGO Vitsche fordert von Edeka und Rewe, Milka-Schokolade aus den Läden zu verbannen. Einschließlich der beliebten Schokohasen zu Ostern. Denn der Mutterkonzern von Milka, der US-Konzern Mondelez, sei weiterhin auf dem russischen Markt tätig und betreibe dort drei Fabriken. Die Vorwürfe der Aktivisten sind nicht neu. Der Milka-Mutterkonzern, der auch Marken wie Oreo, Toblerone, Ritz, Daim und Philadelphia führt, steht seit Mai 2023 auf der offiziellen ukrainischen Liste der „internationalen Förderer des Krieges“. Anfang 2022 haben Edeka und Rewe bereits alle in Russland hergestellten Milka-Produkte aus dem Sortiment genommen. Zwei Werke, die Mondolez in der Ukraine betreibt, wurden durch den Krieg schwer beschädigt. Das Unternehmen hat in die Reparatur sowie Wiedereröffnung investiert und unterstützt das Land mit humanitärer Hilfe in Millionenhöhe, primär an Orten, an denen sie Produktionsstätten haben, wie in Trostjanez und Wyschhorod.

Gesellschaft hat es bislang nicht verstanden

Die Stromnetze sollten verstaatlicht werden, fordert BASF-Chef Martin Brudermüller. Steigende Netzgebühren und die Tatsache, dass der Bund die Flächen für Windparks mittlerweile für Milliardensummen versteigere, ließen die Stromkosten immer mehr steigen, auf fast 20 Cent je Kilowattstunde. „Bei 20 Cent braucht sich die deutsche Industrie zur Dekarbonisierung gar nicht mehr aufzumachen. Da ist sie mausetot, bevor sie damit begonnen hat“, warnt Brudermüller. Der Anteil der Industrie werde in Deutschland zurückgehen. Die Gesellschaft habe nach seinen Worten „noch gar nicht verstanden, was alles am Rutschen ist.“ BASF habe am Stammsitz in Ludwigshafen „dramatisch Verlust“ gemacht und ein echtes Ertragsproblem. Vermutlich werde der Konzern weitere Anlagen schließen sowie das Geschäft mit Basischemikalien verkleinern.

Ein Tulpenfeld in La Brillanne im Südosten Frankreichs am 27. März 2024. Foto: CHRISTOPHE SIMON/AFP über Getty Images

Aufträge im Bau

Im Bau gingen im Januar die Aufträge um 7,4 Prozent zurück, verglichen mit dem Dezember. Im Tiefbau nahm der Auftragseingang um 3,1 Prozent ab, im Hochbau um 12,0 Prozent, teilte das Statistische Bundesamt mit. Der reale Umsatz im Bauhauptgewerbe, also ohne Inflation, war im Januar 2024 um 5,3 Prozent niedriger als im Vorjahr. Der nominale Umsatz (gemessen in aktuellen Preisen ohne Berücksichtigung von Preisveränderungen oder Inflation) sank im gleichen Zeitraum um 3,6 Prozent auf 5,0 Milliarden Euro. Die Anzahl der Beschäftigten im Bauhauptgewerbe ging im Januar 2024 im Vergleich zum Vorjahresmonat um 0,2 Prozent zurück.

Höchste Alarmstufe in Frankreich

Paris hat die höchste von drei Alarmstufen ausgerufen. Nach dem Attentat bei Moskau erklärte Präsident Emmanuel Macron, dass der afghanische Zweig der Dschihadistenmiliz IS, die den Anschlag in Russland für sich reklamiert hatte, in den vergangenen Monaten auch in Frankreich Anschläge geplant habe. Der afghanische Ableger Islamischer Staat Provinz Khorasan (ISPK, auch ISIS-K) gilt auch in Deutschland als derzeit „größte islamistische Bedrohung“. Die Einstufung mit dem Titel „Attentatswarnung“ bedeutet unter anderem, dass vor Schulen und religiösen Stätten zusätzliche Patrouillen stattfinden. Sie erweitert die Befugnisse der Behörden, um beispielsweise Straßen zu sperren oder die Bevölkerung über Warndienste zu informieren.

Der „Eiermann von Orkney“

Ladeninhaber Dan ap Dafydd (39) wollte vor Ostern eigentlich 80 Packungen Schokoladeneier bestellen, mit 720 Ostereiern darin. Seinen Laden hat er auf den schottischen Orkney-Inseln, seine Insel hat rund 500 Einwohner. Geliefert wurden ihm jedoch 720 Packungen. Reklamieren konnte er sie nicht: „Ich war etwas arrogant und dachte, dass sie [die Lieferfirma] es wirklich vermasselt haben. Ich dachte, sie hätten uns zu viele Eier geschickt. Als ich dann eine Beschwerde einreichte, wurde mir klar, dass es mein Fehler war und nicht der von ihnen.“ Die Nachricht von der skurrilen Überbestellung verbreitete sich zügig – und er kam schließlich auf die Idee, 100 Eier zugunsten der britischen Seenotrettung (Royal National Lifeboat Institution, RNLI) zu verlosen. Innerhalb einer Woche waren die 100 Lose und auch noch weitere 200 ausverkauft. Die Anfragen kamen aus der ganzen Welt. „Es machte einfach Sinn, das Geld an die RNLI zu spenden. Es ist gut, dass aus einem kleinen Fehler etwas Positives entstehen kann und wir etwas Geld für wohltätige Zwecke einnehmen können.“ Er selbst hat noch keines der Schokoladeneier angerührt.

In den vergangenen Wochen haben Bauern in mehreren europäischen Ländern gegen zu hohe Umweltauflagen protestiert - wie hier in Spanien.

In den vergangenen Wochen haben Bauern in mehreren europäischen Ländern gegen zu hohe Umweltauflagen protestiert – wie hier in Spanien mit Tomaten und Gurken. Foto: Álex Cámara/EUROPA PRESS/dpa

Elon Musk plant eine Stadt

Laut dem „Wall Street Journal“ hat Elon Musik mehrere Tausend Hektar Land über Tarnfirmen gekauft. Hier befinden sich neue Firmenanlagen von Boring und SpaceX. Die Grundstücke am Colorado River im Bastrop County (Texas) laufen unter dem Namen „Snailbrook“. Snail (die Schnecke) im Stadtnamen spielt auf das Maskottchen von Musks Tunnelbohrunternehmen Boring an – er appellierte an die Mitarbeiter, Bohrmaschinen zu bauen, die sich „schneller als eine Schnecke“ bewegen. Musk möchte die Drei- und Vier-Zimmerwohnungen seiner Stadt für rund 800 Dollar im Monat anbieten, auch ein Bürgermeister soll gewählt werden. Er selbst will ebenfalls dort wohnen – nachdem er seit über zwei Jahren bei Freunden übernachtet und kein Eigenheim hat. Aus Kalifornien hätten ihn hohe Steuern, Überregulierungen sowie übertriebene Rechtsstreitigkeiten vertrieben. Nach texanischen Gesetzen benötigt eine Stadt mindestens 201 Einwohner, um einen Gründungsantrag zu stellen. Ein offizieller Antrag läge bisher nicht vor, sagen die lokalen Behörden.

Vogelschutzradar

Auf dem Gotthard-Pass zwischen der Schweiz und Italien soll wohl auch längerfristig ein innovatives Vogelschutzradar eingesetzt werden. Es erkennt Vogelschwärme und schaltet automatisch die dortigen Windräder vorübergehend ab. Patrouillen ergänzen die Wirksamkeit, indem sie durch die Gegend streifen und mithilfe von Hunden nach toten Vögeln suchen. Bisher sei das Vogelschutzradar sehr wirksam. Laut Azienda Elettrica Ticinese, der Betreiber des Windparks und Federico Tettamanti, der das Umweltmonitoring durchführt, betrug 2023 die Ausfallzeit durch die automatische Abschaltung 654 Stunden (rund 27 Tage). In den Niederlanden wurde diese Methode bereits erfolgreich angewendet.

Neuseeland in Rezession

Die neuseeländische Wirtschaft ist in eine Rezession gerutscht, die Konjunktur schrumpfte im vierten Quartal 2023 um 0,1 Prozent. Nachdem die Wirtschaftsleistung bereits im dritten Quartal um 0,3 Prozent zurückgegangen war, ist nach zwei negativen Quartalen nun die Definition einer Rezession gegeben. Grund ist einerseits der schwächelnde Agrarsektor, der bedeutsam für die neuseeländische Wirtschaft ist. Einen Rückgang gab es hauptsächlich im Großhandel bei Lebensmitteln und Alkohol, auch der Einzelhandel ging zurück, primär in den Bereichen Möbel und Elektronik. Andererseits trägt die Geldpolitik der Zentralbank des Landes dazu bei, die im Kampf gegen die hohe Inflation in der jüngsten Vergangenheit die Zinssätze drastisch angehoben hatte.

Ein Taubenei bekommt ein Landschaftsmotiv verpasst. Foto: Jens Büttner/dpa

Waldbrände und Drohnen

Mit riesigen Drohnenschwärmen wollen Forscher des Indian Institute of Science (Indien) Waldbrände im Frühstadium erkennen und gleich zum Löschen einsetzen. Der Luft- und Raumfahrttechniker Suresh Sundaram entwickelte mit seinem Team einen KI-Algorithmus, der es den Drohnen ermöglicht, auch selbstständige Entscheidungen zu treffen. Die Drohnen sind mit Kameras, Wärme- und Infrarotsensoren ausgestattet, sodass sie Brände erkennen können. Diejenige, die als erste ein Feuer entdeckt, wird zum Kommandeur des ganzen Schwarms. Sie ermittelt die Größe der brennenden Fläche und rechnet aus, wie viele Drohnen nötig sind, um das Feuer zu löschen. Das geschieht im Bruchteil einer Sekunde. Dann beordert sie alle erreichbaren Drohnen zum Brandherd. Im letzten Schritt rücken die Drohnen an, die Brandbekämpfungsmittel abwerfen – in hoffentlich genügend großer Anzahl. Da sie keine hohe Beförderungskapazität haben, werden Fahrzeuge als Tankstellen in die Nähe des Brandherdes geschickt.

Saarbrücken: Kirche darf abgerissen werden

In Saarbrücken hat eine Kirchengemeinde den Abriss ihrer denkmalgeschützten Kirche erstritten. Das Oberverwaltungsgericht des Saarlands in Saarlouis erlaubte der katholischen Gemeinde Sankt Jakob, ihre 1956 gebaute und 2003 entweihte Pfarrkirche Sankt Mauritius im Stadtteil Alt-Saarbrücken abzureißen. Die Kirche verfügt über Betonglasfenster des Künstlers Boris Kleint, das Gebäude steht in der Denkmalliste des Saarlands. Gegen die Entscheidung ist keine Revision zugelassen.

Bodycams im Regionalverkehr

Das Bahnpersonal in Regionalzügen der Deutschen Bahn wird künftig aus Sicherheitsgründen mit Körperkameras ausgestattet. Tests hätten ergeben, dass Bodycams helfen, körperliche Übergriffe auf die rund 5.000 Schaffner und Kundenbetreuer in Regionalzügen zu vermeiden. Im Frühjahr 2023 startete die DB Regio daraufhin ein Pilotprojekt mit Bodycams für Mitarbeiter.

Eine schwimmende Photovoltaik-Anlage auf einem Baggersee. Bis 2045 soll Deutschland klimaneutral werden. Der Umbau der deutschen Energieversorgung soll höchste Priorität haben.

Eine schwimmende Photovoltaik-Anlage auf einem Baggersee. Bis 2045 soll Deutschland klimaneutral werden. Der Umbau der deutschen Energieversorgung soll höchste Priorität haben. Foto: Benedikt Spether/dpa

Ostereier suchen

Zu Ostern kann grundsätzlich in den vielen Parks in Potsdam, Berlin und Umgebung auf Eiersuche gegangen werden. Die Suche sei nur an den Wegen und auf den Liegewiesen gestattet. Eine Suche in den Bäumen und Büschen der Parks sei nicht gestattet, so die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten. Anders gesagt: In den Springbrunnen von Sanssouci in Potsdam dürfte nichts zu finden sein. Zur Stiftung gehören auch das Schloss Charlottenburg in Berlin und die Schlösser Rheinsberg, Caputh, Königs Wusterhausen, Oranienburg und Paretz in Brandenburg.

Freie Wisente in Deutschland

Es droht das Aus: In der Nähe der Stadt Bad Berleburg gibt es die einzig frei lebende Wisentherde Deutschlands. Mittlerweile sind es 40 Tiere. Die Herde wanderte über das vorgesehene Gebiet im Wittgensteiner Land im Rothaargebirge hinaus und verursachte laut Waldbauern große Schäden an Bäumen. Streitigkeiten wurden teilweise auch vor Gericht ausgefochten. Im Herbst 2022 erklärte der Trägerverein die Tiere für „herrenlos“ – und sich selbst für nicht mehr zuständig. Am Runden Tisch empfohlen die früheren Umweltminister Ursula Heinen Esser (CDU) und Johannes Remmel (Grüne), die Herde schnellstmöglich einzufangen und auf 20 bis 25 Tiere zu verkleinern – also mehrere Wisente zu Herden an anderen Orten in Europa zu transportieren. Hinzu kommt, dass der Eigentümer der Grundstücke, über die sich das Wisentgebiet im Kreis Siegen-Wittgenstein erstrecken sollte, seine Flächen nicht mehr zur Verfügung stellt.



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