Die Europafahne vor dunklem Hinmel. Nach Geheimdiensterkenntnissen versucht Moskau den Ausgang der Europawahl zu beeinflussen.Foto: Marijan Murat/dpa

Vorwurf gegen AfD-Europakandidat Beck wegen irreführender Professorenbezeichnung

Epoch Times14. Mai 2019 Aktualisiert: 15. Mai 2019 11:49
Der auf Listenplatz zehn geführte Gunnar Beck wird bei der AfD regelmäßig als Professor vorgestellt. Nach einem Bericht des Deutschlandfunks (DLF) soll er aber zu Unrecht in Deutschland den Professorentitel tragen. AfD-Vize Georg Pazderski ist der Ansicht: „Hier wird etwas aufgebauscht“, berichtet der Tagesspiegel.

Der AfD-Kandidat für die Europawahl, Gunnar Beck, verwendet nach einem Bericht des Deutschlandfunks (DLF) zu Unrecht in Deutschland den Professorentitel. Der auf Listenplatz zehn geführte Beck wird bei der AfD regelmäßig als Professor vorgestellt, auch er selbst bezeichnet sich so.

Tatsächlich trete er bei einer Universität in London als „Reader“ in Erscheinung, berichtete der DLF am Dienstag. Daraus lasse sich in Deutschland aber kein Professorentitel ableiten. Das habe das nordrhein-westfälische Wissenschaftsministerium dem Sender bestätigt.

In seiner Bewerbungsrede auf dem AfD-Europawahlparteitag im vergangenen November sagte Beck: „Ich bin Professor und Fachanwalt für EU-Recht in London.“ Auch die Bezeichnung als Fachanwalt für Europarecht ist dem Bericht zufolge unzulässig.

Bundesrechtsanwaltskammer: „Fachanwalt für Europarecht gebe es nach deutschem Recht nicht“

Ein Sprecher der Bundesrechtsanwaltskammer sagte dem DLF-Hauptstadtstudio, die Bezeichnung als Fachanwalt sei in Deutschland berufsrechtlich geschützt. Einen „Fachanwalt für Europarecht“ gebe es nach deutschem Recht nicht.

In einer Erklärung wandte sich Beck am Dienstag gegen die Vorwürfe. „Viele britische Universitäten haben die Berufsbezeichnung des Readers mittlerweile durch die Bezeichnungen Associate Professor, Professor oder zuweilen Titular Professor ersetzt“, so der AfD-Politiker. Wenn er seine Berufstätigkeit als Professur und Fach- oder Prozessanwalt für EU-Recht in London angegeben habe, sei „diese Übersetzung zutreffend“.

Zudem heißt es in der Stellungnahme, dass die Verwaltung der Universität Oxford, die Berufsbezeichnung eines Reader als “post at an intermediate level between that of full professor and associate professor”, definiere d.h. als  Position zwischen einem Professor mit Lehrstuhl und einem associate professor, einer Position, die einem außerordentlichen oder Professor ohne Lehrstuhl entspricht.

AfD-Vize Georg Pazderski ist der Ansicht: „Hier wird etwas aufgebauscht“, berichtet der Tagesspiegel.

Beck steht auf Platz zehn der AfD-Liste für die Europawahl

Beck steht auf Platz zehn der AfD-Liste für die Europawahl am 26. Mai. Gunnar Beck ist 53 Jahre alt. Er promovierte in Philosophie und ist als Hochschuldozent (Reader in Law) in London sowie als Barrister-at-Law im Fachgebiet EU-Recht tätig. Seit 2014 ist Gunnar Beck Mitglied in der AfD.

Die EU hält der 53-Jährige für den „größten Rechtsbrecher überhaupt“ und bezieht sich dabei auf die Anleihkäufe des EZB-Präsidenten Mario Draghi in, nach eigenen Aussagen, Höhe von 3-4 Billionen Euro. In London berate er die Brexit-Befürworter. (afp/er)

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