Alte Rindermarkthalle – die Diskussion geht weiter

Epoch Times18. Mai 2010 Aktualisiert: 18. Mai 2010 6:28

Ende des Jahres läuft der Mietvertrag des Real-Warenhauses für die Alte Rindermarkthalle am Rande des Heiligengeistfeldes in St. Pauli aus. Das Dezernat Wirtschaft, Bauen und Umwelt des Bezirksamts Hamburg Mitte möchte jetzt die Möglichkeiten zukünftiger Nutzung zu diskutieren. Um ein neues Nutzungskonzept zu erarbeiten. Dazu sollen in den nächsten Wochen ganztägige Workshops mit der Öffentlichkeit und Fachleuten stattfinden.

„Hier kann ein neues Zentrum für den Stadtteil entstehen“, sagt Bezirksamtsleiter Markus Schreiber. Viele Varianten seien dabei möglich. Es sei ein großes Gelände, so dass ein vielfältiges Angebot vom Nahversorger über Ärzte bis hin zu einem neuen Musikclub sich dort etablieren könnte.  Den Gedanken sind in den nächsten Monaten keine Grenzen gesetzt. „Es muss hier etwas für die Bevölkerung entstehen und es muss in den Stadtteil passen.“

Aktuell lobt das Bezirksamt Hamburg-Mitte ein Gutachterverfahren zur Entwicklung der alten Rindermarkthalle aus, um qualifizierte Vorschläge für die zukünftige Nutzung und Gestaltung zu untersuchen.

Zielsetzung dieser Machbarkeitsstudie ist es, ein nachhaltiges und stadtteilverträgliches Gesamtkonzept mit geeigneten Nutzungsbausteinen für den Standort zu entwickeln. In diesem Zusammenhang sind insbesondere Nutzungen wie eine Musikhalle, ein Vollsortimenter zur Nahversorgung des angrenzenden Quartiers und eine St. Pauli-Markthalle mit kleinteiligen Ladenflächen zu prüfen. Straßenbegleitende Einzelhandelsflächen und gastronomische Einrichtungen sollen hier künftig auch die Fußgängerbereiche attraktiver gestalten.

Um ein möglichst breites Angebot an realisierungsfähigen Vorschlägen zu erhalten wird ein kooperatives Gutachterverfahren durchgeführt. Sechs Planungsbüros sollen einerseits aufzuzeigen, wie die geplanten Nutzungen in dem bestehenden Gebäude untergebracht und durch ergänzende Gebäude auf dem Grundstück angeordnet werden könnten. Andererseits soll untersucht werden, wie sich eine Neubebauung nach Abriss der Halle mit den genannten Zielsetzungen verträglich in den Stadtteil einfügen ließe.

Die bestehende ehemalige Rindermarkthalle ist als „Erkanntes Denkmal“ eingetragen. Das Gebäude zählt zu den bedeutendsten Beiträgen des Wiederaufbaus in den Zerstörungsgebieten des zweiten Weltkriegs. Es war 1951 als Ersatz für die alte 1889 erbaute und im zweiten Weltkrieg völlig zerstörte Viehmarkthalle auf deren Grundriss errichtet worden. Die Halle war dabei nicht nur als Viehmarkthalle sondern als Mehrzweckhalle konzipiert worden. Eine innovative herunterfahrbare Gatter-Trog-Konstruktion ermöglichte eine völlig ebene Hallenfläche ohne störende Einbauten. (red)

 

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