2G-RegelFoto: STRINGER/AFP via Getty Images

Bund-Länder-Treffen zu Corona steuert auf breite Kontaktbeschränkungen zu

Epoch Times1. Dezember 2021 Aktualisiert: 1. Dezember 2021 16:54

Vor den erneuten Bund-Länder-Gesprächen zur Corona-Lage stehen weitgehende Kontaktbeschränkungen im Raum. Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) sprach sich am Mittwoch neben der Einführung der 2G-Regel im Einzelhandel auch für die Beschränkungen von Familienfeiern zu Weihnachten aus. Pläne für eine allgemeine Impfpflicht stießen unterdessen in Teilen der FDP weiter auf Skepsis.

Bund und Länder hatten am Dienstag mögliche Maßnahmen diskutiert. Angekündigt wurden danach „umfangreiche Kontaktbeschränkungen vor allem für Ungeimpfte, auch bei privaten Zusammenkünften“ sowie die „die Ausweitung der 2G-Regeln auf den Einzelhandel und Einschränkungen bei Großveranstaltungen“. Konkret beschlossen werden sollen die Maßnahmen bei einer erneuten Bund-Länder-Runde am Donnerstag.

Es würden nun „viele Maßnahmen ergriffen, die jetzt wichtig sind, um Kontakte zu reduzieren“, sagte der designierte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), der neben der scheidenden Amtsinhaberin Angela Merkel (CDU) an den Gesprächen teilgenommen hatte, am Dienstagabend in den ARD-„Tagesthemen“.

Scholz wies den Vorwurf zurück, zu spät auf die steigenden Corona-Infektionszahlen reagiert zu haben. „Die Führung ist da“, sagte der SPD-Politiker, der kommende Woche zum Kanzler gewählt werden soll.

Schwesig geht fest von 2G-Regel im Einzelhandel aus

„Große Familienfeiern mit 50 Leuten, das wird auch nicht mehr gehen“, sagte Schwesig im ZDF-„Morgenmagazin“ mit Blick auch auf die Weihnachtszeit. Sie ging „fest davon aus“, dass am Donnerstag deutschlandweit die 2G-Regel im Einzelhandel beschlossen wird. Mit Ausnahme von Supermärkten dürften Ungeimpfte „dann nicht mehr so einfach shoppen gehen.“

Die SPD-Politikerin sprach sich auch dafür aus, bei Restaurant-Besuchen 2G-plus verpflichtend zu machen – dass also auch Geimpfte und Genesene zusätzlich einen Test brauchen. Auch Clubs und Diskotheken müssten geschlossen werden.

Bei den Kontaktbeschränkungen hätten die Länder den Bund aufgefordert, die Rechtslage zu ändern, sagte Schwesig. Denn es sei zwar eine Begrenzung der Anzahl der Menschen möglich, die Ungeimpfte treffen dürften. Geimpfte könnten aber bei den Kontakten nach bisherigem Stand noch „ohne Ende dazukommen. Und dann macht es keinen Sinn mehr.“

Bis Weihnachten: 30 Millionen Impfungen

Bund und Länder hatten am Dienstag auch das Ziel ausgegeben, bis Weihnachten 30 Millionen Erst-, Zweit- und Auffrischungsimpfungen zu ermöglichen. Hausärzte übten aber erneut Kritik an der Verteilung von Impfstoffen.

Arztpraxen berichteten, dass ihnen die Lieferungen „um zwei Drittel gekürzt werden“, sagte der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Mittwochsausgabe).

Das Bundesgesundheitsministerium wies Vorwürfe von Impfstoffknappheit zurück. In dieser und der vergangenen Woche seien 18 Millionen Impfdosen ausgeliefert worden, sagte ein Sprecher. Weitere zehn Millionen Dosen würden kommende Woche zur Verfügung gestellt. Und bis Jahresende stünden weitere 25 Millionen Dosen bereit – und damit genug, um die Impfziele zu erreichen.

Auf den Weg gebracht werden soll nun auch eine allgemeine Impfpflicht. Scholz kündigte dazu „zeitnah“ ein Gesetzgebungsverfahren an. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) begrüßte dies.

In der künftigen Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP gibt es aber weiter zurückhaltende Stimmen bei den Liberalen. FDP-Gesundheitspolitikerin Christine Aschenberg-Dugnus sagte bei den Sendern RTL und ntv, sie sei „sehr skeptisch“. Es gelte genau hinzuschauen, wie diese Impfpflicht ausgestaltet sei. (afp/dl)



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