Eingang des Militärstützpunktes in Germersheim. Foto. THOMAS LOHNES/AFP über Getty Images

Wuhan-Rückkehrer: Rostocker Studentin sitzt in Kaserne fest – „Eigentlich möchte man nicht hier sein“

Von 6. Februar 2020
„Eigentlich möchte niemand hier sein", sagte Ann-Sophie Muxfeldt, die aus Wuhan zurückgekehrt ist. Die aus Bad Oldesloe stammende Studentin nutzt die Quarantäne in der Kaserne, um ihre Bachelor-Arbeit zu schreiben. Ohne Mundschutz darf sie ihr Zimmer nicht verlassen.

Am 1. Februar sind die Wuhan-Rückkehrer auf dem Frankfurter Flughafen gelandet. Knapp vier Stunden später verließen über einhundert Menschen in mehreren Bussen den Flughafen. Sie wurden wie geplant in die Südpfalz-Kaserne nach Germersheim gebracht. Inzwischen liegen die neuen Testergebnisse vor: Bei keinem wurde das Virus nachgewiesen. In einer Woche und am Ende der Quarantäne sollen die Tests wiederholt werden.

Eine der Reisenden ist Ann-Sophie Muxfeldt. Die aus Bad Oldesloe stammende Studentin sagte gegenüber „SWR“: „Eigentlich möchte niemand hier sein.“ Aber die Stimmung sei ganz gut. Angst vor dem Coronavirus habe Muxfeldt nicht. Den Infizierten, die mir ihr geflogen seien, gehe es schließlich gut, sagte sie.

Alle Patienten verfügen in ihren Unterkünften über Internet und Fernseher. Es gebe feste Essenzeiten und man könne auch an die frische Luft – mit Mundschutz. „Irgendwie beschäftigt man sich schon“, betonte die 22-Jährige.

Über Langeweile kann sich die Studentin nicht beschweren: Sie nutzt die Zeit, um ihre Bachelorarbeit zu schreiben. Muxfeldt studierte seit September Informationstechnik in Wuhan. Ursprünglich wollte sie bis Juli dort bleiben. Wegen des Virenausbruchs ließ sie sich ausfliegen, hieß es in der „Tagesschau“.  Es sei nicht absehbar gewesen, wie lange die Quarantäne in Wuhan noch andauert und wie sich alles entwickelt.

Wuhan-Rückkehrer: Gruppenteilung hat sich nicht bewährt

Ursprünglich war es angedacht gewesen, dass die Wuhan-Rückkehrer in unterschiedliche Gruppen aufgeteilt werden. „Es hat sich herausgestellt, dass sich diese Idee bisher leider nicht hat realisieren lassen“, sagte der Germersheimer Landrat Fritz Brechtel (CDU) am Dienstag. Aus diesem Grunde würden die 122 Untergebrachten in der Kaserne wie eine große Gruppe behandelt. „Das Gebäude ist relativ eng, und die Menschen sind ein bisschen durcheinander gelaufen. Wir werden besprechen, wie es weitergeht“, sagte Brechtel.

Betreut werden die unter Beobachtung stehenden Rückkehrer von 24 Freiwilligen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Ihre Arbeitgeber haben sie für diesen Einsatz freigestellt. Der Dienstausfall wird bezahlt.

Die DRK-Helfer werden die Zeit so lange in der Kaserne verbringen, bis die Quarantäne abgeschlossen ist. Auch sie sind von Familie und Umwelt abgeschottet. Selbst für einen alten Hasen wie Roland Lipp, Abteilungsleiter der Nationalen Hilfsgesellschaft Rheinland-Pfalz, ist diese Situation neu. Er ist seit 39 Jahren beim DRK. „Wir müssen selbst erst lernen, damit umzugehen“, sagte er.

Hände desinfizieren und Mundschutz anlegen

Strenge Hygienemaßnahmen sind auf der Quarantänestation einzuhalten. Alle müssen beim Verlassen ihres Zimmers den Mundschutz tragen. Sie sollten möglichst wenig Kontakt zueinander haben und die Hände regelmäßig desinfizieren.

Für die Rückkehrer gilt eine Aufenthaltszeit in der Kaserne für die Dauer der Inkubationszeit, die vom Bundesgesundheitsministerium mit 12 bis 15 Tagen angegeben wurde. Sollte in dieser Zeit jemand positiv auf das Coronavirus getestet werden, beginnt die Inkubationszeit erneut.

14 Deutsche mit Coronavirus infiziert

Inzwischen sind insgesamt 14 Deutsche mit dem Coronavirus infiziert. Darunter befindet sich eine vierköpfige Familie aus Traunstein mit zweien ihrer drei Kinder. Die beiden Kinder und die Mutter  sind nach Angaben der Ärzte symptomfrei. Der gesundheitliche Zustand des Vaters ist stabil, teilte das Bayerische Gesundheitsministerium (Stand 6. Februar, 14 Uhr) mit. Der Mann ist Mitarbeiter der Firma Webasto aus dem Landkreis Starnberg, bei der auch die weiteren sieben betroffenen Infizierten aus Bayern beschäftigt sind.

Neben den zwei infizierten Wuhan-Rückkehrern, die in der Frankfurter Uni-Klinik isoliert wurden, sitzt ein deutscher Urlauber auf La Gomera fest. Er wurde von den spanischen Behörden aufgegriffen und mit seinen vier Begleitern isoliert, nachdem die deutschen Behörden ihn als Verdachtsfall gemeldet hatten. Die vier Freunde des Mannes wurden negativ getestet. Sie befinden sich nicht mehr im Krankenhaus.

Weitere Wuhan-Rückkehrer warten auf Evakuierung

Eine Anfrage der Epoch Times beim Auswärtigen Amt hat inzwischen ergeben, dass weitere Deutsche in China warten: „Es gibt in Wuhan einzelne Personen, die sich erst nach dem Rückholflug gemeldet haben oder es nicht rechtzeitig zum Flughafen geschafft haben. Unsere Botschaft in Peking steht mit den Betroffenen in engem Kontakt. Wir bemühen uns intensiv darum, auch diesen Personen eine Ausreise zu ermöglichen“, hieß es in einer Antwortmail von Pressesprecher Ruben Schwarz.

Inzwischen hat das Auswärtige Amt seine Reise- und Sicherheitshinweise für China noch einmal „leicht verschärft“. Christofer Burger, Pressesprecher des Auswärtigen Amtes, sagte auf der Regierungspressekonferenz am 5. Februar, das die Lage außerhalb der Provinz Hubei schwieriger geworden sei.

„Wir raten bis auf Weiteres von nicht notwendigen Reisen nach China ab und empfehlen, eine vorübergehende bzw. vorzeitige Ausreise zu erwägen. Wir sehen nämlich, dass die Lage für Deutsche auch in anderen Teilen Chinas, also außerhalb der Provinz Hubei, schwieriger geworden ist. Dabei geht es zum einen natürlich um die gesundheitliche Gefährdung durch das Virus selbst, aber auch um Reise- und Bewegungsbeschränkungen für weitere Regionen und Städte, die teilweise sehr kurzfristig verhängt werden.“

(mit afp)



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