Das Ende des Atomzeitalters

Von 29. Mai 2011 Aktualisiert: 29. Mai 2011 12:09
Wenn jemand den Titel „Das ökologische Gewissen Deutschlands“ tragen darf, dann der Journalist, Buchautor, Fernsehmoderator und Zauberer Franz Alt. Mit herzhaften Worten und klarem Menschenverstand bringt er Themen auf den Punkt. Wir danken Franz Alt für die Überlassung dieses Kommentars.

Im letzten Jahrhundert war der Tod ein Meister aus Deutschland. In Berlin wurde durch Lise Meitner die Kernspaltung entdeckt, die durch Atombomben und Atomkraftwerke viel Leid über die Menschheit brachte und noch bringen wird. Jetzt wird in wenigen Wochen – ebenfalls in Berlin – eine Regierung beschließen, in etwa 10 Jahren komplett aus der Kernenergie auszusteigen. Der bevorstehende Beschluss darf schon jetzt als historisch bezeichnet werden.

Angela Merkels Ethik-Kommission hat soeben festgestellt, dass AKW für den Klimaschutz nicht benötigt werden, dass ohne AKW mehr Arbeitsplätze entstehen, dass es keine Stromlücke geben wird, dass der Strom nicht nennenswert teurer wird (langfristig sogar billiger) und dass auch kein Import von Atomstrom benötigt wird.

Die Energiewende wird von der Gesellschaft getragen und nicht mehr von den großen vier Energieversorgern. Also von Vielen statt von Vieren.

Auch wenn das Bundesumweltamt meint, das Land könne schon 2017 sein letztes AKW schließen und einige Umweltverbände sogar das Jahr 2015 ins Spiel bringen: Mit 2021 als wahrscheinliches Ausstiegsdatum nimmt das viertgrößte Industrieland der Welt eine globale Vorreiterrolle ein.

Wahrscheinlich ist, dass Andere folgen werden

Soeben wurde ein Umfrage-Ergebnis aus Frankreich bekannt: 57 Prozent unserer Nachbarn wollen aus der Atomenergie aussteigen. Die erste große französische Partei, die Sozialisten, hat das Jahr 2030 als Ausstiegdatum in ihr Parteiprogramm geschrieben.

Von Indien über China bis in die USA werden jetzt die alten Atomausbau-Pläne überprüft. Italien wird ebenfalls wie Deutschland rasch komplett aussteigen.

Und Japans Regierung hat beschlossen, sein gefährlichstes AKW zu schließen und keine weiteren AKW mehr zu bauen. Seit bekannt wurde, dass die Steuerzahler in Japan in einer ersten Rate für Fukushima 43 Milliarden Euro bezahlen müssen, formiert sich Widerstand gegen die „billige Atomenergie“ auch dort. Schon Tschernobyl hat die sowjetische Volkswirtschaft 500 Milliarden Dollar gekostet – ohne das menschliche Leid. Weltweit gibt es jetzt ein Erwachen.

Die Bundesregierung wird hinter das Jahr 2021 nicht mehr zurück können nachdem ihre eigene Kommission dieses Datum vorgeschlagen hat. Klar ist inzwischen: Selbst wenn die Atomenergie nichts kosten würde, müsste sie rasch beendet werden. Ihre Folgekosten für hunderte Generationen sind unbezahlbar. Die Atomenergie ist ein Trauma und kein Traum.

Es ist doch eine schöne Fügung des Weltgeistes, dass der Anfang vom Ende des Atomzeitalters dort eingeläutet wird, wo er begann: In Berlin! Und jeweils von einer Physikerin! (Franz Alt 2011 – sonnenseite.com)

 

Weitere Informationen: Sonnenseite von Franz Alt

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