„Den Schwarzwald retten“ – 1.000 neue „Großindustrieanlagen“ in Planung

Auf einer Kundgebung in Baden-Württemberg macht dieBasis zusammen mit einer Bürgerinitiative auf den geplanten Ausbau der Windkraft im Schwarzwald aufmerksam. Redner Eduard Meßmer erklärte die Lage vor Ort.
Schwarzwald
Eduard Meßmer (dieBasis) spricht auf einer Kundgebung in Baden-Baden.Foto: Maurice Forgeng/Epoch Times
Von 15. Oktober 2023

„Der Wald ist kein Großindustriegebiet.“ Damit fordert Eduard Meßmer (dieBasis), dass die Regierung „echten, ehrlichen Umwelt- und Klimaschutz betreibt und keine Verspargelung der Landschaft“. Mit einer Kundgebung in der baden-württembergischen Stadt Baden-Baden unter dem Motto „Den Schwarzwald retten“ machten dieBasis und die Bürgerinitiative „aufRECHT:FREIdenken Mittelbaden“ auf die Situation vor Ort aufmerksam.

1.000 neue Windräder für den Schwarzwald

Der von der Ampelregierung geplante rasche Ausbau der Windkraft in Deutschland fordert verbindliche Flächenziele für alle Bundesländer ein. Bis Ende 2032 sollen demnach mindestens zwei Prozent der Bundesfläche für die Windenergie ausgewiesen sein.

Im Norden Deutschlands stehen bereits viele Windkraftanlagen, in den südlichen Bundesländern drehen sich allerdings nur 13 Prozent der deutschen Windräder. Das liegt daran, dass es im Norden mehr flaches Land und somit mehr Wind gibt, was diese Form der Energiegewinnung dort rentabler macht. Die Flächenziele gelten jedoch für alle Bundesländer gleichermaßen – auch für den bergigen Süden Deutschlands.

In Baden-Württemberg gibt es laut dem Staatsministerium 762 Windkraftanlagen (Stand: 1. Dezember 2022) mit einer Gesamtnennleistung von 1.713 Megawatt. Das sind erst 0,2 Prozent der Landesfläche. Doch nun will das Bundesland nachlegen. So sollen etwa alleine im Schwarzwald demnächst 1.000 große Windkraftanlagen errichtet werden.

Gesetzliche Lage geändert

Meßmer, ausgebildeter Politologe, Jurist und pensionierter Kriminalbeamter, erklärte, dass die Gemeinderäte im Schwarzwald in den vergangenen Jahren noch den Bau von Windkraftanlagen in der Region überwiegend abgelehnt hätten. Ab Januar 2023 habe sich jedoch die gesetzliche Lage mit einem Beschluss der Bundesregierung geändert. Aufgrund dessen sollen die Bergkuppen des Schwarzwaldes jetzt doch mit „riesigen Großindustrieanlagen“ bestückt werden.

Das sieht der Basis-Politiker als zu voreilig: „Die Bundes- und Landesregierung glaubt, dass sie mit Windkraft einen Beitrag zum Klimaschutz leistet. Diese Diskussion ist allerdings noch gar nicht abgeschlossen, besonders in der Wissenschaft ist das hoch kontrovers diskutiert“, sagte Meßmer der Epoch Times im Gespräch vor Ort. „Ich sehe harte Fakten, die völlig gegen die Thesen der Regierung sprechen.“

Dabei verwies er darauf, dass die Windräder etwa den bestehenden Landschafts- und Artenschutzgesetzen widersprechen. „Allen voran widersprechen sie auch den EU-Diversitätsvorgaben, wonach 30 Prozent der Landesflächen unberührt bleiben sollen. Das ist nie und nimmer zu erreichen“, schilderte Meßmer.

Weiter gab er zu bedenken, ob es wirklich nötig sei, dass Windräder auf den Gipfeln des Schwarzwaldes gebaut werden. Denn für jedes Windrad müssten 20 Meter breite Zuwege in den Wald geschlagen werden. „Die werden mit Felssand aufgefüllt und verdichtet. Ein Material, das überhaupt nicht in den Wald gehört.“ Der Politologe schlussfolgerte:

Das ist eine Katastrophe für Flora und Fauna. Das führt zur Austrocknung der Wälder.“

Deutschland sei völlig isoliert mit seiner Klimaschutzstrategie, indem es primär auf Windenergie setzt. „Jedes Kind müsste wissen, dass Klimaschutz nur politisch global funktioniert“, merkte er an. Auch China und Indien müssten dann mitmachen, ansonsten habe es keine Wirkung.

Desinteresse in der Bevölkerung

Meßmer erwähnte in seinem Redebeitrag auf der Kundgebung ein Beispiel aus dem Tourismus in der Region. Auf manchen Bergen im Schwarzwald stünden bereits Windkraftanlagen. Teilweise verzeichne die Branche schon einen Rückgang der Besucher. Ein Tourist habe in einem Gasthaus eine Unterkunft für eine Woche gebucht und sei vor Ort nach zwei Tagen aufgrund eines riesigen Windrads in unmittelbarer Nähe wieder abgereist. „Da kann ich auch in der Stadt Urlaub machen, wenn hier nun auch schon diese Windräder stehen“, so die Aussage des Gastes.

Dabei spiele auch die Höhe der Anlagen eine Rolle. „In den letzten Jahren erreichten die Windkraftanlagen eine Höhe von 140 Metern. Die neuen Anlagen sind deutlich größer: Aktuell erreichen sie 230 Meter“, erklärte der Politiker.

Ein allgemeines Problem sieht Meßmer darin, dass der Großteil der Bevölkerung nicht informiert sei. „Es gibt zu wenig Interesse an dem Thema. So erscheinen die Betroffenen als wenige Einzelfälle, auf die man – gemäß der Demokratie – keine Rücksicht nehmen bräuchte. Wenn sich dann die Auswirkungen zeigen, ist es auch für die Allgemeinheit zu spät.“

Meßmer: Klimapolitik zerstört, was sie schützen will

Im Weiteren sagte Meßmer, dass Windkraftanlagen eine negative CO₂-Bilanz hätten. Dies begründete er mit dem Einsatz der Materialien, die bei der Produktion CO₂ freisetzen, und den Kunststoffen, die sich in Form von Mikroplastik in der Umwelt verbreiten würden.

Vor allem spielten Waldrodungen eine Rolle – nicht nur am Bauort und den Zufahrtswegen, sondern auch im Tropenwald, wo etwa das Balsaholz geerntet wird. Balsaholz ist eine Komponente, die in den Rotorblättern verbaut ist. Somit fördere Deutschland mit seiner Energiewende die globale Waldzerstörung.

Man macht damit genau das kaputt, was man eigentlich schützen möchte. Der Wald ist einer der wichtigsten CO₂-Speicher.“

Überdies betonte Meßmer, dass noch gar nicht geklärt sei, ob CO₂ wirklich alleine verantwortlich ist für einen Klimawandel. Natürliche Ursachen sollten seiner Ansicht nach nicht ignoriert werden. „Kann der Mensch den Klimawandel überhaupt beeinflussen? Ist es nicht besser, sich an die Klimaänderungen anzupassen?“, gab er zu bedenken.



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