Diakonie: In Berlin hat die Hälfte der Einwohner Angst, sich bald ihre Wohnung nicht mehr leisten zu können

Epoch Times6. März 2019 Aktualisiert: 6. März 2019 15:59
Das Problem Wohnraummangel sollte nicht unterschätzt werden, erklärt der Präsident der Diakonie. Die Angst, aufgrund steigender Mieten die Wohnung aufgeben zu müssen, greife um sich.

Diakonie-Präsident Ulrich Lilie warnt davor, das Problem Wohnraummangel zu unterschätzen. „Soziale Mischung ist die beste Medizin gegen Segregation und Eigenwelten. Wenn wir dagegen nicht etwas tun, werden sich die Integrationsprobleme noch weiter verschärfen“, sagte Lilie der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

Daher müsse das Thema Wohnraum „ganz oben auf die Agenda“. Die Angst, aufgrund steigender Mieten die Wohnung aufgeben zu müssen, greife um sich. „Wohnen ist ein Menschenrecht. In Berlin hat die Hälfte der Einwohner Angst, sich bald ihre Wohnung nicht mehr leisten zu können. Eine Caritas-Studie besagt, dass deutschlandweit drei Viertel der Bevölkerung davor Angst haben“, so der Diakonie-Präsident weiter.

Dies habe massive Folgen. „Aktuell herrscht eine existenzielle Verunsicherung für ganz viele Menschen“, sagte Lilie. Die „Kehrseite des Problems“ sehe man im ländlichen Raum: „Die Entwicklung in den Boomtown-Regionen hat eine enorme Entwertung von Wohnimmobilien in anderen Regionen zur Folge“, warnte der Diakonie-Präsident.

Auch Sozialverbände wie die Diakonie seien vor dem Problem nicht gefeit: „Auch für soziale Projekte und Nutzungen wird es immer schwieriger, Räume zu finden“, so Lilie. Um das Problem einzudämmen, müsse man „über Bodenpolitik reden“. Eigentum verpflichte. „Das gilt für Unternehmen, für Privatleute, aber auch für den öffentlichen Sektor“, so der Diakonie-Präsident weiter.

Beispielsweise gebe es „große Flächen, die durch Aufgabe der Güterbahnhöfe bei der Deutschen Bahn nun anders genutzt werden könnten“. Diese „Filetflächen“ würden zurzeit „meistbietend an Investoren verkauft“. Da müsse es „eine Verpflichtung geben, dass solcher Boden auch weiterhin öffentliche und soziale Nutzung erfährt“, sagte Lilie der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. (dts)



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