Erika Steinbach mit AfD-Spitzenkandidaten Alexander Gauland und Alice Weidel.Foto: Thomas Lohnes/Getty Images

Steinbach: Die Kanzlerin ist „freundlich“ – bei der Wahl geht es aber nicht um Merkel, sondern um „die Zukunft unseres Vaterlandes“

Epoch Times8. September 2017
Erika Steinbach sagt, die Kanzlerin sei „freundlich und umgänglich“. Bei der Bundestagswahl gehe es aber nicht um den Menschen Angela Merkel, sondern um „die Zukunft unseres Vaterlandes“.

Pforzheim hatte der AfD-Pressesprecher Christian Lüth als „Höhepunkt des Wahlkampfes“ seiner Partei angekündigt.

Die AfD hat in Pforzheim bei der baden-württembergischen Landtagswahl ein Direktmandat geholt. Und die AfD hat an diesem Spätsommerabend auch die perfekte Wahlkampfhelferin dabei. Die ehemalige CDU-Politikerin Erika Steinbach sitzt vorne auf dem Podium neben den AfD-Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl, Alice Weidel und Alexander Gauland.

Die Frankfurter Bundestagsabgeordnete und ehemalige Vertriebenen-Präsidentin war Anfang 2017 mit heftiger Kritik gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel aus der CDU ausgetreten, für die sie rund 26 Jahre im Bundestag saß. Konkret kritisierte sie die Euro-Rettungspolitik, den beschleunigten Atomausstieg und die Flüchtlingspolitik der Kanzlerin. Das tut sie heute immer noch.

„Die meisten Positionen der AfD waren früher Teil der DNA der CDU“

Steinbach und der frühere CDU-Staatssekretär Gauland kennen sich seit 40 Jahren. Dass sich Steinbach jetzt aktiv in den AfD-Wahlkampf einschaltet, ist aber nicht nur ein Freundschaftsdienst. Sie sagt, die meisten Positionen der AfD seien früher Teil der DNA der CDU gewesen. Mit anderen Worten: Die Partei ist linker und liberaler geworden, sie selbst ist da stehen geblieben, wo sie immer stand.

Das trifft auch auf viele AfD-Anhänger in Pforzheim zu, die früher ihr Kreuz bei der CDU gemacht hatten. Er sei „christlich und konservativ“, betont AfD-Kandidat Waldemar Birkle. Der Spätaussiedler bewirbt sich in Pforzheim um das Direktmandat. Er sagt: „Wenn wir unsere Regierung nicht austauschen, dann tauscht die Regierung uns aus.“

Es waren viel mehr als 1000 Menschen, die an diesem Abend in das Pforzheimer CongressCentrum gekommen sind, um die AfD-Spitzenkandidaten und Steinbach zu bejubeln. Einige tragen hölzerne Kreuze um den Hals. Auf einem T-Shirt steht: „Allein Jesus rettet“. Gauland erntet Applaus, als er Russland als „christliches Bollwerk gegen eine islamische Landnahme“ preist.

Steinbach: Es geht um die „Zukunft unseres Vaterlandes“

Das Publikum hier ist anders als bei AfD-Veranstaltungen im Osten Deutschlands. Etwas älter, etwas bürgerlicher. Die „Merkel muss weg“-Rufe sind hier nicht ganz so laut wie bei AfD-Kundgebungen in Erfurt. Steinbach mag nicht gegen Merkel hetzen. Sie sagt, die Kanzlerin sei „freundlich und umgänglich“. Bei der Bundestagswahl gehe es aber nicht um den Menschen Angela Merkel, sondern um „die Zukunft unseres Vaterlandes“.

Draußen vor der Halle demonstrieren knapp 300 Gegner. Sie haben Trillerpfeifen mitgebracht. Drinnen verteilen AfD-Mitglieder eine Broschüre, auf der „Fit4Return“ steht. Zurückkehren sollen nach dem Willen der AfD die Asylbewerber, und zwar in ihre Herkunftsländer. Die CDU-Mitglieder, die in Baden-Württemberg Haustür-Wahlkampf machen, heißen bei den AfD-lern hier „Die Zeugen Angelas“. (dpa/so)

https://www.youtube.com/watch?v=qXI-EUWsoM4



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