Zahlreiche Unternehmen in der Obst- und Gemüseproduktion sind auf Grund der steigenden Energiepreise in Gefahr.
Zahlreiche Unternehmen in der Obst- und Gemüseproduktion sind auf Grund der steigenden Energiepreise in Gefahr.Foto: Roberto Pfeil/dpa

Explodierende Energiekosten: Obst- und Gemüsebauern fordern Staatshilfen

Epoch Times22. September 2022 Aktualisiert: 22. September 2022 14:06
Die steigenden Energiekosten machen auch den Obst- und Gemüseproduzenten zu schaffen. Ohne finanzielle Hilfen könnte es schwerwiegende Folgen für die Branche mit sich bringen, warnt der Bauernverband.

Viele landwirtschaftliche Betriebe, die Obst oder Gemüse, Blumen oder Kartoffeln anbauen, stehen nach eigenen Angaben wegen der hohen Energiekosten vor der Pleite und fordern daher Staatshilfen. „Ein Zusammenbruch der Produktion ist nicht auszuschließen, denn die Betriebe fallen aufgrund ihrer klein- und mittelständischen Struktur nicht in den Geltungsbereich der Hilfsprogramme der Bundesregierung“, heißt es in einem gemeinsamen Appell mehrerer Branchenverbände vom Donnerstag.

In einem Schreiben an Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) appellieren die Bundesvereinigung der Erzeugerorganisationen Obst und Gemüse, der Deutsche Bauernverband, der Deutsche Raiffeisenverband und der Zentralverband Gartenbau, schnell finanzielle Hilfen für die Betriebe dieser Branchen auf den Weg zu bringen. Sie müssten schnell und unbürokratisch kommen, „denn was heute nicht gesät wird, kann morgen nicht geerntet werden und steht übermorgen der Bevölkerung nicht zur Verfügung“.

Einer Umfrage der staatlichen Förderbank KfW zufolge sind fast zwei Drittel (62 Prozent) der mittelständischen Betriebe von den gestiegenen Energiepreisen betroffen, sieben Prozentpunkte mehr als im Mai. Rund die Hälfte (53 Prozent) der Betriebe hält die Mehrbelastung aber für tragbar – auch langfristig, wie die KfW mitteilte. Viele Unternehmen könnten einen Teil der Kostensteigerungen an ihre Kunden weitergeben, erläuterte Chefvolkswirtin Fritzi Köhler-Geib.

Die finanzielle Überforderung fürchten laut Umfrage 13 Prozent der mittelständischen Betriebe, sollten die Energiekosten so hoch wie aktuell bleiben oder weiter zunehmen. 21 Prozent der Unternehmen gaben auch an, sie könnten derzeit nicht abschätzen, ob die gestiegenen Kosten langfristig tragbar sein werden.

Chefvolkswirtin: Die große Preiswelle kommt wohl noch

Die Preiserhöhungen auf den Energiemärkten hätten Anfang September, zum Zeitpunkt der Umfrage, noch nicht im vollen Umfang auf die Unternehmen durchgeschlagen, erläuterte Köhler-Geib. „Die große Preiswelle dürfte mit dem Auslaufen langfristiger Energieversorgungsverträge und Preisbindungen in den kommenden Monaten erst noch anrollen.“

Bis vor Beginn des Ukraine-Kriegs fielen die Energiekosten für den Großteil der Mittelständler kaum ins Gewicht – sie machten laut KfW bei mehr als drei Viertel der 3,8 Millionen Betriebe weniger als zehn Prozent der Gesamtkosten aus; bei jedem zweiten Unternehmen sogar weniger als fünf Prozent. (afp/dl)



Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion