Grünen-Politikerin unterbricht Spahns Rede in Bundestagsdebatte: „Es reicht mir langsam“

Epoch Times25. März 2020 Aktualisiert: 26. März 2020 1:31
"Wir sind hier kein Stehparlament." Mit diesen Worten unterbricht die parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen, Britta Haßelmann, die Rede von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn in der heutigen Bundestagssitzung. Dabei plädierte er gerade für das 156 Milliarden-Euro-Hilfspaket im Rahmen der Corona-Krise.

Die Regierung will heute ein Mammut-Hilfspaket auf die Reise bringen: 156 Milliarden Euro für Gesundheit, Wirtschaft und Bevölkerung, um die einschneidenden Folgen des Coronavirus abzufedern. Einer nach dem anderen von den Abgeordneten trat am heutigen Tag vor das Rednerpult. Doch als Bundesgesundheitsminister Jens Spahn das Wort ergreift, kommt es zu einem kleinen Eklat.

Die Covid-19-Epidemie verändert den Alltag aller. Aus guten Gründen wären die Bürger bereit dazu, eine Zeit lang auf die Freiheit zu verzichten, sagte Spahn. Diese Disziplin und das Verantwortungsbewusstsein würden derzeit Leben retten.

„Es wird eine Zeit nach Corona geben“, aber zunächst sei es wichtig, dass Bund und Länder gemeinsam handeln. Derzeit würde die Zeit auch genutzt und Konzepte entwickelt, wie die Beschränkungen wieder aufgehoben werden können. Plötzlich wird Spahns Rede unterbrochen.

„Wir sind hier kein Stehparlament“, ruft die parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen, Britta Haßelmann, in die Runde und fügte hinzu. „Wir haben hier klare Regeln, und zwar gerade heute!“

Spahn ist kurz irritiert, während Haßelmann aufgebracht sagt: „Es reicht mir langsam.“ Dabei ist die Bundestagsdebatte fast am Ende. Haßelmann fährt fort: „Wir haben das alles vereinbart!“

Vorwurf gegen die AfD

Grund für die Empörung waren nicht die Worte des Gesundheitsministers, erklärten die Grünen.

Vielmehr kritisierte sie, dass die AfD-Fraktion sich nicht an die Regeln zur Vermeidung von Corona-Infektionen gehalten habe. Ursprünglich war nur eine begrenzte Anzahl von Abgeordneten im Plenum angedacht. Die Abstände zwischen den Stühlen waren vorschriftsgemäß, während andere auf den Tribünen Platz nahmen.

Die AfD-Fraktion wies den Vorwurf als völlig deplatziert zurück. Man habe sich selbstverständlich an die vereinbarten Regeln gehalten. „Haßelmann sollte sich auf die aktuell wichtige Sacharbeit konzentrieren und nicht Bundestagspolizei spielen“, teilt ein Sprecher auf Anfrage von „t-online“ mit.

Nach den Zwischenrufen setzte Spahn seine Rede fort. (sua)

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