Handwerkspräsident warnt vor einseitiger Fokussierung auf Wärmepumpen

Handwerkspräsident Jörg Dittrich kritisiert die Fixierung auf Wärmepumpen bei der „klimafreundlichen“ Heizungssanierung. Zudem beklagt er zu viel Bürokratie bei der Förderung.
«Und ohne energetische Sanierung bringen die Wärmepumpen in Bestandsgebäuden sowieso nichts»: Jörg Dittrich.
„Und ohne energetische Sanierung bringen die Wärmepumpen in Bestandsgebäuden sowieso nichts“: Jörg Dittrich.Foto: Michael Kappeler/dpa
Epoch Times6. April 2023

Handwerkspräsident Jörg Dittrich hat davor gewarnt, bei der Wende zum „klimafreundlicheren“ Heizen in Deutschland einzig auf die Zahl der eingebauten Wärmepumpen zu achten.

„Wärmepumpen sind keineswegs in jedem Gebäude der ökologisch effizienteste Weg, da müssen auch Dinge wie der energetische Gesamtzustand, die Dämmung und vieles mehr mit in den Blick genommen werden“, sagte Dittrich der „Wirtschaftswoche“.

Es sei zielführender, zuerst nach den CO₂-Zielen zu schauen und dann zu überlegen, welche Wege dahin führen. „Wärmepumpen allein werden uns sicher nicht retten“, meinte Dittrich. „Und ohne energetische Sanierung bringen die Wärmepumpen in Bestandsgebäuden sowieso nichts.“

Die Ampel-Koalition hatte vergangene Woche einen Kompromiss beim umstrittenen Gebäudeenergiegesetz mit dem Verbot des Einbaus neuer Gas- und Ölheizungen erzielt. Laut dem Gesetzentwurf müssen ab dem 1. Januar 2024 neu eingebaute Heizungen zu 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden.

Bürokratieabbau gefordert

Neben Wärmepumpen soll es möglich sein, zum Beispiel Solarthermie zu nutzen. Es sei auch möglich, ein Hybridsystem aus Wärmepumpe und Gasheizung einzubauen, bei der die Wärmepumpe die Grundversorgung deckt und die Gasheizung an kalten Tagen einspringt.

Dittrich betonte zudem, dass für die Wärmewende Bürokratie abgebaut werden müsse. „Gerade bei den Wärmepumpen sind die Vorgaben so komplex, dass sich mancher Handwerker dann schon fragt: Geht es hier eigentlich darum, jetzt möglichst rasch viele Pumpen zu montieren, oder darum, Formulare auszufüllen, damit der Auftraggeber seine Förderung bekommt?“, sagte Dittrich. „Ehrlich gesagt überrascht es mich nicht, dass viele Betriebe lieber Badezimmer bauen, denn da müssen sie sich nicht durch Papierberge kämpfen.“ (dpa/red)



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