Die DITIB-Zentralmoschee in Köln-Ehrenfelde.Foto: MAJA HITIJ/AFP/Getty Images

Kölner Bürgermeister kritisiert Teilnahme von Muslimbrüdern an DITIB-Islamkonferenz

Epoch Times8. Januar 2019 Aktualisiert: 8. Januar 2019 17:53
In Köln fand eine Islamkonferenz mit rund 100 islamischen Vertretern aus 17 Ländern in der DITIB-Zentralmoschee statt. Der Bürgermeister sieht das kritisch.

Der Bezirksbürgermeister von Köln-Ehrenfelde Josef Wirges (SPD) hat eine Islamkonferenz mit rund 100 islamischen Vertretern aus 17 Ländern in der DITIB-Zentralmoschee scharf kritisiert, berichtet die „Welt“.

Grund sei zum einen die Teilnahme zweier Vertreter der radikalislamistischen Organisation „Muslimbrüder“ an der Konferenz. Zum anderen fühle er sich „schon etwas hinter die Fichte geführt“. Denn obwohl es Ende letzten Jahres ein Treffen zwischen ihm und DITIB-Vertretern gab und er über bevorstehende Vorstandswahlen des DITIB-Verbands informiert wurde, wurde nichts von einer Islamkonferenz gesagt.

Das ist nicht korrekt gewesen, und das verärgert mich auch“, so der Bezirksbürgermeister.

Wenn von 100 Teilnehmern zwei einer „konservativ-reaktionären Richtung“ des Islams angehörten, seien das „schon zwei zu viel“, sagte der Bürgermeister von Köln-Ehrenfelde im ARD-„Morgenmagazin“.

Bezirksbürgermeister sieht Teilnahme von Muslimbrüdern nicht als hilfreich an

Für ihn sei dies nicht förderlich für das Zusammenleben der Menschen in seinem Stadtviertel, so Wirges. In Köln-Ehrenfelde befindet sich seit Jahren der Hauptsitz des DITIB-Verbandes. Im September 2018 wurde vom türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan dann die DITIB-Zentralmoschee in Köln-Ehrenfelde eröffnet, die jetzt der neue Hauptsitz von DITIB in Deutschland ist.

„In einem demokratischen Rechtsstaat hat DITIB die Möglichkeit, sich einzuladen, wen sie will“, räumte Wirges ein. Er sieht die Teilnahme zweier Vertreter der Muslimbrüder nicht als „politisch zielführend im Sinne der Mittlerrolle, die DITIB propagiere.

Er ist der Meinung, dass dies eher dazu führe, „dass sich die Situation verhärtet und dass die Ressentiments größer werden, nicht kleiner“, so der SPD-Mann.

SPD-Mann: Strategie der türkischen Religionsbehörde Diyanet

Wirges sieht darin eine Strategie der türkischen Religionsbehörde Diyanet, ihren Einfluss über DITIB hinaus auf andere Organisationen in Deutschland und Europa auszudehnen. So wären vier von fünf Podien bei der Islamkonferenz von Diyanet-Vertretern geleitet worden, schreibt die „Welt“.

Als hypothetischen Vergleich sagt er: Mal angenommen Deutschland würde in Ankara von einem deutschen Ministerium eine solche Veranstaltung durchführen. „Da möchte ich mal die Regierung und den Herrn Erdogan hören, was der dazu sagt“, so der Politiker. Und er ergänzt, dass ihm eine solche Strategie Sorge mache. (er)


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