„Konservative Mitte“ gewinnt OB-Wahl in Freital – Achtungserfolge für AfD

Paukenschlag in Freital: Der von der CDU zur „Konservativen Mitte“ gewechselte Amtsinhaber Uwe Rumberg wurde mit knapp 61 Prozent der Stimmen als OB bestätigt. Die AfD konnte in einigen Landkreisen zweite Plätze erreichen.
In 185 sächsischen Städten und Gemeinden wurden neue Bürger- und Oberbürgermeister gewählt.
In 185 sächsischen Städten und Gemeinden wurden neue Bürger- und Oberbürgermeister gewählt.Foto: Robert Michael/dpa
Von 13. Juni 2022

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Bei den Kommunalwahlen am Sonntagabend (12.6.) in Sachsen konnte die CDU in den meisten Landkreisen ihre führende Position behaupten und in Leipzig, Nordsachsen und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge (SOE) ihre Landratskandidaten schon im ersten Wahlgang über die 50-Prozent-Marke bringen.

In Görlitz, Bautzen und im Vogtlandkreis gehen Kandidaten der Union als klare Favoriten gegen AfD-Bewerber in die Stichwahl. Dennoch musste die CDU am Wahlabend auch einige Rückschläge wegstecken, den empfindlichsten davon in der Großen Kreisstadt Freital.

CDU unterstützte gleichen Kandidaten wie Grüne und Linke

Dort war nicht nur ein großer Teil des Stadtvorstandes der CDU im Vorjahr aus Protest unter anderem gegen die Corona-Politik aus der Partei ausgetreten und hatten die „Konservative Mitte e.V.“ gegründet. Auch OB Uwe Rumberg verließ die Union und bewarb sich als Kandidat der Konservativen Mitte um die Wiederwahl.

Mit Erfolg: Nach Auszählung aller Stimmen entfielen 60,8 Prozent auf den Amtsinhaber – 2015 als Kandidat der CDU hatte Rumberg noch 51,3 Prozent erhalten. Der von der CDU zusammen mit den Grünen und der Linkspartei unterstützte parteilose Bewerber Steffen Lehmann kam mit nur 11,9 Prozent auf Platz 3 hinter Lars Tschirner (Bürger für Freital). FDP-Kandidat Peter Weinholtz kam nur auf knapp über zwei Prozent.

Die „Konservative Mitte“ hatte insbesondere den Umgang der Union mit Betroffenen der Corona-Maßnahmen kritisiert und der CDU im Freistaat fehlende Bodenhaftung und Dialogfähigkeit vorgeworfen.

Drei CDU-Landräte im ersten Durchgang gewählt

Trostpflaster für die CDU bleibt im Landkreis SOE die sich abzeichnende direkte Wiederwahl von Landrat Michael Geisler, der auf 54,4 Prozent kam. Ebenfalls im ersten Wahlgang gewählt oder bestätigt wurden die CDU-Landräte Kai Emanuel (Nordsachsen; 62,9 Prozent) und Henry Graichen (Leipzig; 70,3 Prozent).

In Bautzen geht Udo Witschas (CDU) mit einem Zehn-Punkte-Vorsprung in den zweiten Wahlgang. Frank Peschel (AfD) landete mit 28,1 Prozent auf Platz 2. Auch Stephan Meyer dürfte in Görlitz mit knapp 45 Prozent einen ausreichenden Vorsprung gegenüber Sebastian Wippel (AfD) mit knapp 37 Prozent haben.

In Mittelsachsen geht der Einzelbewerber mit 41,3 Prozent in den zweiten Wahlgang. Sven Liebhauser (CDU) liegt mit 30 Prozent auf Platz 2 vor dem AfD-Kandidaten Rolf Weigand mit 28,7.

Alle Kandidaten dürfen auch im zweiten Wahlgang kandidieren 

Im Erzgebirgskreis verfehlte Rico Anton (CDU) mit 26,4 Prozent die absolute Mehrheit in den Run-off gegen Volker Weber, Freie Wähler (19,8 Prozent). Der AfD-Bewerber Torsten Gahler kam auf 17,8 – die Freien Sachsen mit ihrem Kandidaten Stefan Hartung auf zehn Prozent. Ihr bestes Ergebnis sind 20 Prozent für Uta Hesse in Nordsachsen.

In SOE konnte AfD-Kandidat Ivo Teichmann mit 23,9 Prozent den Freie-Sachsen-Bewerber Andreas Hoffmann aka DJ Happy Vibes (10,5 Prozent) deutlich auf Distanz halten. Im Vogtlandkreis liegt Thomas Hennig (CDU) mit 42 Prozent deutlich vor Roberto Rink (AfD) mit 23,4. In Zwickau führt Carsten Michaelis (CDU) mit 30,7 Prozent vor Dorothee Obst (Freie Wähler) mit 24,4.

In der Landeshauptstadt Dresden kam AfD-Kandidat Maximilian Krah auf 14,2 Prozent und damit auf Platz 4 unter allen Bewerbern. Amtsinhaber Dirk Hilbert (32,5 Prozent) muss sich einem zweiten Wahlgang stellen, bei dem alle bisherigen Kandidaten abermals kandidieren können.

Für den Sieg reicht eine einfache Mehrheit. Maximilian Krah hat bereits angekündigt, nicht zugunsten Hilberts auf ein weiteres Antreten zu verzichten. Ob es zwischen den Kandidaten von Grünen (Eva Jähnigen – 18,9 Prozent) und SPD (Albrecht Pallas – 15,2 Prozent) zu einer Absprache kommen wird, ist ungewiss.



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