Aus dem deutsch-polnischen Grenzfluss Oder wird ein bereits stark verwester Fisch eingesammelt. Eine Ursache für das Fischsterben ist noch nicht gefunden worden.
Aus dem deutsch-polnischen Grenzfluss Oder wird ein bereits stark verwester Fisch eingesammelt.Foto: Patrick Pleul/dpa

Lemke: „Giftcocktail in der Oder kann nicht mehr herausgefiltert werden“

Epoch Times15. August 2022 Aktualisiert: 15. August 2022 10:01

Die Suche nach der Ursache des massiven Fischsterbens in der Oder dauert an. Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne) sprach am Montag im ARD-„Morgenmagazin“ von einem „Vertrauensverlust“. Bei einem Krisentreffen am Sonntag in Stettin habe sie die polnische Seite dringend aufgefordert, „aufzuklären, wer der Verursacher ist und ihn zu identifizieren“. Alle Entscheidungsträger stünden in der Verantwortung, sagte Lemke.

Die Tatsache, dass die Informationen die deutschen Behörden zu spät erreicht hätten, erschwere nun das „Identifizieren der Schadensursache“, sagte Lemke. Ihre polnische Kollegin Anna Moskwa hatte Hitze und Trockenheit als mögliche Ursachen nicht ausgeschlossen. Es könne sein, dass „verschiedene Faktoren zusammenkommen“, sagte Lemke. Aber dazu müssten jetzt die Labore „diese chemischen Substanzen analysieren“. Die Ministerin hofft, Anfang dieser Woche „belastbarere Ergebnisse“ zu bekommen.

Es könne nun zwar versucht werden, die Fischkadaver herauszuholen, sodass sie nicht von anderen Tieren gefressen würden. Doch der „Giftcocktail“ sei im Fluss unterwegs und könne „nicht mehr herausgefiltert“ werden.

Bild vor Ort gemacht

Nachdem sie sich ein Bild vor Ort verschafft habe, sagte Lemke: „Das lässt einen nicht kalt, das packt einen an.“ Was sie jedoch von dort mitnehme, sei das „ungeheure Engagement der Menschen für unsere Natur, für unsere Umwelt, für ihren Fluss“. Die Oder sei „nicht einfach eine Wasserstraße“, sondern ein schützenswertes Ökosystem.

Es gebe vereinzelte Informationen darüber, dass auch andere Tiere betroffen seien. Belegt sei Lemke zufolge etwa der Fall eines Bibers.

Auch gehe es jetzt darum, die Bevölkerung zu schützen. Die Bundesländer Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern seien laut Lemke darauf vorbereitet.

Am Sonntag war die Bundesumweltministerin zu einem Krisentreffen nach Stettin gereist und hatte sich dort mit ihrer polnischen Kollegin Anna Moskwa ausgetauscht. (afp/mf)



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