Lüneburg: Gymnasium verschiebt Weihnachtsfeier – Muslimin störten die Lieder

Von 19. Dezember 2017 Aktualisiert: 20. Dezember 2017 19:36
Eine muslimische Schülerin des christlichen Johanneum-Gymnasiums in Lüneburg beklagte sich, dass die christlichen Lieder auf der Weihnachtsfeier nicht mit ihrem Glauben vereinbar waren. Die Schulleitung reagierte und verschob die Feier ...

Weil einer muslimischen Schülerin die christlichen Lieder nicht mit ihrem Glauben vereinbar waren, wurde in diesem Jahr am christlichen Johanneum-Gymnasium in Lüneburg, einer der ältesten Schulen Norddeutschlands, die Weihnachtsfeier aus der Unterrichtszeit verbannt.

Bereits im vergangenen Jahr hatte sich die Schülerin der im Jahr 1406 als Schule der St. Johanniskirche gegründete Schule deswegen beschwert. Daraufhin entschloss sich die Schulleitung für dieses Jahr, die Weihnachtsfeier auf den morgigen Mittwochnachmittag, 20. Dezember, 15.30 Uhr, zu verschieben. Die Teilnahme soll dann freiwillig sein.

Mehr Glück hatten die 5. und 6. Klassen des Gymnasiums. Deren kleine Weihnachtsfeier findet am Folgetag in der 3. und 4. Unterrichtsstunde in der Sporthalle statt. Offenbar hatte hier niemand interveniert.

Schulgesetz lässt Spielraum

Laut dem niedersächsischen Schulgesetz sei im Unterricht auf religiöse Überzeugungen zu achten und auf Empfindungen Andersdenkender Rücksicht zu nehmen. Der Leiter des Gymnasiums erklärte auch, dass auch im Musikunterricht keine religiösen Lieder gesungen würden, berichtet der „NDR“.

Die Landesschulbehörde hält sich weitgehend zurück: Jede Schule könne selbst entscheiden, wie die Regelung umgesetzt werde, so eine Behördensprecherin. Der Paragraf im Schulgesetz sei kein Verbot, christliche Lieder zu singen.

Kritik von Katholischer Kirche und … Muslim-Landesverband

Der Prälat des Katholischen Büros Niedersachsen sagte der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“:

Das Singen von Adventsliedern ist noch kein religiöses Bekenntnis, es geht dabei nicht um einen Gottesdienst.“

(Prälat Felix Bernard)

Auch Weihbischof Nikolaus Schwerdtfeger findet die Entscheidung des christlichen Gymnasiums befremdlich. Es sei in einem christlich geprägten Land selbstverständlich, bei Weihnachtsfeiern christliche Weihnachtslieder zu singen, schreibt die „Rheinische Post“.

Dass eine schulische Weihnachtsfeier nicht während der Unterrichtszeit stattfinden kann, finde ich schade und auch etwas absurd.“

(Weihbischof Nikolaus Schwerdtfeger)

Selbst der Landesverband der Muslime in Niedersachsen äußerte in einer schriftlichen Stellungnahme sein Unverständnis und zeigte sich besorgt, dass die Schule damit eine Diskussion angestoßen habe, die schnell zu einem Vorurteil gegen alle Muslime werden könne, so die „Hamburger Morgenpost“.

Andere Schulen, andere Wege

Andere Schulen haben in solchen Situationen anders entschieden. Der „NDR“ berichtet diesbezüglich von der katholischen St.-Ursula-Grundschule in Lüneburg. Hier nehmen auch muslimische Schüler an der Weihnachtsfeier teil, wie der dortige Schulleiter, Patrick Schnüttgen, dem Sender bestätigte.

Zum Teil hätten muslimische Eltern ihre Kinder bewusst an der Schule angemeldet, damit die Kinder auch andere Kulturen und Religionen kennenlernen.

Siehe auch:

„Der Nikolaus ist tot“: Linzer Kindergartenpädagogen schocken 4-Jährigen



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