Necla Kelek: Politik und Jugendämter müssen gegen das „Patriarchat“ unter Einwanderern mobilisiert werden

Von 8. Januar 2020 Aktualisiert: 8. Januar 2020 17:30
In einem Beitrag für die „Allgemeine Zeitung“ deutet Soziologin Necla Kelek an, muslimisch-orientalische Familien würden eine Ankerkind-Strategie verfolgen, um sich ein Bleiberecht in Deutschland zu verschaffen. Dies geschehe vor allem auf Kosten von Frauen.

Die bekannte Soziologin Necla Kelek argwöhnt in einem Beitrag für die „Allgemeine Zeitung“, dass der jüngste Vorstoß der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer für ein deutlich höheres Kindergeld dem „Patriarchat“ und dem „Familiengefängnis“ Vorschub leiste. Die Verhältnisse im Land, so Kelek, ließen sich nicht mehr nur aus einem „Arm-Reich-Schema“ heraus erklären, das einen solchen Schritt noch als nachvollziehbar erscheinen ließe.

Vielmehr vollziehe sich ein „Strukturwandel“, man habe es „in Folge der Zuwanderung besonders aus kollektiv strukturierten Ländern mit einer sich ändernden Familie zu tun“. Das „Patriarchat“ kehre „zum Beispiel in seiner muslimisch-orientalischen Form zurück“ und entmündige „mitten unter uns Frauen und Kinder“. Kinder- und Zwangsehen, Ferienhochzeiten, selbst Polygamie und Frühmutterschaft erschienen, so Kelek, in Teilen der Gesellschaft wie selbstverständlich. Während der Sozialstaat in Deutschland die Emanzipation der Frau abgesichert habe, so der Schluss, stabilisiere dieser in seiner derzeitigen Form unter muslimischen Einwandererfamilien das Gegenteil.

Kelek meint, Jugendämter griffen zu selten ein

Die Soziologin vermisst mehr an hoheitlichen Maßnahmen gegen die von ihr behauptete Entwicklung:

Jedenfalls ist nicht bekannt, dass Familienministerin oder Jugendämter besondere Anstrengungen unternehmen, um Frauendiskriminierung und Rechtlosigkeit besonders in diesen Gruppen zu problematisieren.“

Elternrechtsaktivisten vermögen Keleks Darstellung nicht zu verifizieren. Auch offiziellen Statistiken zufolge hat sich die Zahl der Inobhutnahmen Minderjähriger durch Jugendämter seit 2005 verdoppelt – und das nach Abzug der Fälle allein reisender minderjähriger Asylsuchender. Von mehr als 25 000 Fällen vor 15 Jahren sei die Zahl bis 2014, also dem Jahr vor dem Beginn der Einwanderungswelle aus dem Nahen Osten und Nordafrika, auf 48 000 angestiegen. Elternverbände meinen, die Eingriffsschwelle würde immer geringer und die Interventionen gingen weit über die tatsächliche Anzahl der Fälle von Gefahr oder Vernachlässigung hinaus. Zudem seien Einwandererfamilien weit überdurchschnittlich von Maßnahmen dieser Art betroffen.

Kelek sieht das „Patriarchat“ auch hinter dem Phänomen allein reisender Minderjähriger, die sich in Europa um Asyl bemühen. „Kinder werden leider auch oft aus diesem Grund bewusst auf die Fluchtroute geschickt, damit sie über den Familiennachzug faktisch zu Quartiermachern werden“, meint die Soziologin. „Wenn wir diese Motive nicht ernst nehmen, verraten wir diese Kinder.“

Habeck operiere mit falschen Zahlen

In diesem Zusammenhang kritisierte sie auch den vorweihnachtlichen Appell des Grünen-Sprechers Robert Habeck, „4000 Kinder“ und „zerbrechliche Mädchen“ aus den Flüchtlingslagern von den griechischen Inseln zu retten. Laut EU-Kommission seien mit Stand vom 20. Dezember 2019 dort 1922 unbegleitete Minderjährige registriert und in ganz Griechenland 5276. Davon seien neun Prozent jünger als 14 Jahre und damit im Sinne des Jugendschutzgesetzes Kinder. Von diesen wiederum seien 92 Prozent männlich.

Dass allein 2019 nicht weniger als 30 000 Asylanträge für in Deutschland geborene Kinder gestellt wurden, lasse den Schluss zu, dass deren Mütter, „meist sehr junge Frauen ohne Schul- oder Berufsabschluss“, zur Schwangerschaft genötigt worden sein könnten – um die Geburt eines Kindes in Deutschland abzusichern, das in weiterer Folge über seinen Schutzstatus der gesamten Familie ein Bleiberecht vermitteln könne.

Kelek will diese Frauen nun aus dem vermeintlichen „Familiengefängnis“ durch eine Politik „befreien“, welche „die Unabhängigkeit und Unverletzlichkeit der Frauen und Kinder in den Blick“ nehme, „anstatt sie allein durch Wohltaten letztlich in der Abhängigkeit der Männer und des Staates zu halten“.

Die Fürsorge, Chancengleichheit und Nächstenliebe sollten „nicht das Patriarchat und Parallelgesellschaften befördern“. Sich ändernde Verhältnisse erfordern neue Antworten, zum Wohl der Mädchen, Frauen und Kinder. Wie diese Antworten konkret aussehen sollten, lässt Kelek in ihrem Beitrag offen.

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