Neue Zürcher Zeitung: „Die deutsche Lust am Niedergang“

Epoch Times9. Februar 2018 Aktualisiert: 10. Februar 2018 10:59
In der deutschen Politik betreibe man lieber "Fernsolidarität statt Eigeninteresse", heißt es in einem Gastbeitrag der "Neuen Zürcher Zeitung". Die Politiker scheinen kein Interesse mehr am eigenen Land zu haben.

Und wieder schütteln unsere Schweizer Medienkollegen den Kopf über Deutschland und seine abstruse, nicht nachvollziehbare und an den wahren Problemen völlig vorbei agierende Politik.

Laut einem Gast-Kommentar in der „Neuen Zürcher Zeitung“ scheint Deutschland vor einem kompletten finanziellen Ausverkauf zu stehen und die Bürger vor einem kompletten Verlust ihrer nationalen Identität. Die Politiker scheinen kein Interesse am eigenen Land mehr zu haben.

Die Deutsche Bank sei das letzte deutsche Geldhaus, das noch in der internationalen Finanzliga mitspielen dürfe, trotzdem empöre man sich am liebsten über Bonuszahlungen für Banker, schreibt das Blatt.

Hilfe von den Politikern sei für die Bank nicht zu erwarten. Und in der deutschen Automobilindustrie werde jede Ungeschicklichkeit zum großen Skandal aufgeblasen, während man für ausländische Elektroautobauer den roten Teppich ausrolle. Kein Politiker würde die für Deutschland so wichtige Wirtschafts-Branche in Schutz nehmen. 

Man betreibe lieber „Fernsolidarität statt Eigeninteresse“, heißt es in der NZZ. Über Donald Trumps „Amerika-first-Politik“ empörten deutsche Politiker sich und würden dabei vergessen, dass auch Emmanuel Macron „in der französischen Tradition steht“ und ihm „keine Last zu groß ist, solange Berlin dafür bezahlt“, kritisiert das Blatt eine unglaubliche Arroganz der deutschen Politiker.

Was ist los mit Deutschland, einem Land das sich sehenden Auges „in eine europäische Haftungs-, Schulden- und Sozialunion“ hineinziehen lasse, während Angela Merkel und Martin Schulz den drohenden Bruch als „europäisches Zukunftsprojekt“ feierten?

Umerziehung hat funktioniert

Wie es so weit kommen konnte, erklärt der Beitrag in der NZZ damit, dass Deutschland „ein gutes Beispiel dafür“ sei, „dass Umerziehung funktioniert“. Man habe den Menschen so lange eingetrichtert, „dass nationales Denken in die (braune) Katastrophe führt, dass es heute kaum mehr jemand wagt, für ’nationale Interessen‘ einzutreten.“

Nicht mehr auf ‚deutsche Interessen‘ sollen Politiker schwören, sondern nur noch allgemein auf die der ‚Bürgerinnen und Bürger‘.“

Dabei sei der Selbsthass in weiten Teilen der Gesellschaft offenbar so groß, „dass bereits als „Rassist“ gilt, wer mit Blick auf die massenhafte Zuwanderung aus arabischen und afrikanischen Ländern um die eigene nationale Identität fürchtet.“

Dass dieses Thema auf der Sorgenliste der Deutschen nach wie vor ganz oben steht, werde vom Establishment in Politik und Medien hartnäckig ignoriert, stellt der NZZ-Autor fest.

Politik als gebe es kein Morgen mehr

Und was die Kanzlerin der Deutschen betreffe, Angela Merkel, so sei ihr kein Wunsch der SPD „zu teuer oder zu dirigistisch, um ihn abzulehnen, und keine konservative Position heilig“. Während diese nur die Machtabsicherung im Blick habe, herrsche bei der einstigen Volkspartei SPD die Angst vor der Macht.

Die gute wirtschaftliche Lage des Landes sei einzig dem starken Mittelstand und einem schwachen Euro zu verdanken. Das verdecke allerdings, „dass in Deutschland nicht mehr solider regiert wird als in Ländern, auf die man gerne etwas herabschaut“.

Alles erinnere an die Volksweisheit von dem Esel, der auf dem Eis Pirouetten dreht, wenn es ihm zu gut geht. „Dass das deutsche Wohlstands-Eis bereits bedenklich knirscht“, nehme zwischen Ost- und Bodensee aber kaum jemand zur Kenntnis, so der Autor.

(mcd)

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