Nooke kritisiert Schröders Umgang mit Menschenrechtsfragen

Epoch Times25. März 2006 Aktualisiert: 25. März 2006 19:09

Berlin – Der neue Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Günter Nooke, hat den Umgang mit Menschenrechtsfragen von Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder kritisiert.

Im Verhältnis zu China und Russland habe der Altkanzler „viel Porzellan zerschlagen und Reputation Deutschlands auf dem Feld der Menschenrechte kaputtgemacht“. Sein unsensibles Verhalten gehe auch nach dem Ausscheiden aus dem Amt weiter, sagte Nooke dem „Tagesspiegel am Sonntag“ mit Blick auf Schröders künftige Funktion im Konsortium zum Bau der Ostseepipeline. Der Wechsel Schröders an die Spitze des Aufsichtsrats war auf heftige Kritik gestoßen, weil Schröder als Kanzler das Pipeline-Projekt gefördert hatte. Die Gasleitung durch die Ostsee wird von einem Konsortium um den russischen Staatsmonopolisten Gazprom sowie den deutschen Konzernen E.ON und BASF gebaut.

Nooke kritisierte weiter, man könne „nicht jedes Jahr nach Peking fahren und sich freuen, wie schnell in Diktaturen Entscheidungen fallen“. Das mache den Eindruck, als ob man den eigenen Rechtsstaat nicht verstanden habe, und sei „ein Freibrief für die chinesische KP“. Der CDU-Politiker rechnet nach eigenen Worten damit, dass Kanzlerin Angela Merkel in Sachen Menschenrechte im Mai vor oder während ihres Besuchs in Peking „einen Akzent setzen wird“. Es werde derjenige in China ernst genommen, der deutliche Worte wähle. Deshalb müssten auch auf der „höchsten Ebene diese Akzente gesetzt“ werden.

Schröders Tätigkeiten hatten mehrfach für Aufsehen gesorgt. So soll er auch Berater bei der international agierenden Investmentbank Rothschild werden. Schröder ist auch Berater des Schweizer Ringier-Verlags und wie zahlreiche andere Ex-Politiker bei der amerikanischen Agentur Harry Walker unter Vertrag, die ihn gegen Honorar als Redner vermittelt.

(c) Reuters 2006. All rights reserved.



Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion