Politikerin auf Hongkong-Demo in Berlin: „Wenn wir jetzt nicht unterstützen, was sollen wir denn dann machen!“

Von 1. Oktober 2019 Aktualisiert: 2. Oktober 2019 17:09
Während seit Wochen auf den Straßen Hongkongs ein Kampf, um demokratische Grundrechte tobt, formieren sich im Ausland Unterstützer, die die Demokratiebewegung durch Kundgebungen und Märsche unterstützen. Eine dieser Unterstützerinnen ist Edith Müller, ehemalige EU-Parlamentsabgeordnete und Amnesty-Mitglied.

Am Samstag gingen weltweit zahlreiche Menschen auf die Straße, um ihre Solidarität mit der Hongkonger-Demokratiebewegung zu zeigen. Auch in Berlin, wo Hongkonger – die in der Hauptstadt leben – eine Kundgebung und einen Marsch zur chinesischen Botschaft organisierten. Ihnen schlossen sich Berliner Aktivisten an, sowie andere Gruppen, die durch die Kommunistische Partei Chinas unterdrückt und verfolgt werden.

Mit dabei auch Edith Müller, ehemalige EU-Parlamentsabgeordnete und Amnesty-Mitglied. Gegenüber Epoch Times erklärte die Grünen-Politikerin: „Was in Hongkong passiert, ist die Verteidigung von Freiheit, von Demokratie und Menschenrechten. Es ist exakt das, was wir in der Europäischen Union, in Europa wollen – ein Leben in Freiheit, ein Leben in Demokratie“.

Sie stellte klar:

Wenn wir jetzt nicht die Hongkonger unterstützen, was sollen wir denn dann machen!“

Müller zeigte sich berührt von den Demokratie-Aktivisten, wie sie „andauernd und ausdauernd“ mit den Regenschirmen auf Hongkongs Straßen ausharren. „Daher bin auch ich heute mit Schirm hier“, erklärte sie mit einem Lächeln.

Die Ausdauer mit der die Hongkonger diesen Kampf kämpfen bewegte Müller. „Denn sie wissen, wenn sie aufgeben, dann haben sie keine Chance mehr. Dann wird China mit Sicherheit sein Vorrecht gegenüber Hongkong ausüben und das muss verhindert werden. Das ist quasi ein Kampf David gegen Goliath. Aber David ist doch wirklich recht stark“, so die Berlinerin. Die Hongkonger Polizei verhält sich ihrer Ansicht nach „total brutal“ gegenüber den Demokratie-Aktivisten.

China hat kein Recht in Hongkong oder sonst wo auf der Welt seine Gesetze durchzusetzen. Wir leben in Demokratien und das muss auch China respektieren“, führte sie weiter aus.

Für sie könnten die aktuellen Geschehnisse in Hongkong in den Medien gar nicht genug berücksichtigt werden. Müller hat Politiker in Berlin und in Brüssel angeschrieben und gefordert, dass „wir mal eine Demonstration machen zur Unterstützung der Hongkonger“.

Daraus sei noch nichts geworden, erklärte sie. „Aber ich denke jetzt, wo die Hongkonger in Berlin anfangen [auf die Straße zu gehen], werden sich von Mal zu Mal auch andere Menschen aus Berlin anschließen – darauf setze ich“. Die Politikerin hofft, dass sich seitens der Parteien der Gewerkschaften und auch Amnesty mehr Unterstützung findet.

An erster Stelle sollte in Deutschland für den Kampf der Demokratiebewegung in Hongkong mobilisiert werden. „Wir sollten in allen Städten demonstrieren“, appellierte die ehemalige EU-Abgeordnete und nannte eine weitere Möglichkeit der Unterstützung. So sollte Deutschland bereit sein denjenigen Asyl zu geben, die wirklich das Land verlassen müssten. „Und das ohne große bürokratische Hürden“, betonte Müller.

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