Polizei empfiehlt Anzeigen: „Ende Gelände“ hinterließ einige Flurschäden bei Bauer Willi und seinen Nachbarn

Von 25. Juni 2019 Aktualisiert: 7. Oktober 2019 8:58
"Deine Möhren sind nicht wichtiger als unser Klima" und „ihr bekommt doch Subventionen, wird entschädigt, reg dich nicht auf“. Wo bleibt der Respekt vor den Lebensmitteln? "Klimaaktivisten" und Grüne twittern gegen die Bauern, durch deren Felder sie zum Tagebau Garzweiler liefen.

Die Polizei Aachen empfiehlt Landwirten, die von Demonstranten verursachten Flurschäden im rheinischen Braunkohlerevier anzuzeigen.

Um den Tagebau Garzweiler zu blockieren und die Absperrungen der Polizei zu durchbrechen, bewegten sich die „Umweltaktivisten“ am Wochenende nicht nur über Feldwege, sondern auch über bestellte Felder. Landwirt und Agrarwissenschaftler Willi Kremer-Schillings muss sich nun neben dem wirtschaftlichen Schaden, der er dadurch hat, auch noch von den Grünen beschimpfen lassen.

Hunderte der „Umweltaktivisten“ liefen erst über sein abgeerntetes Petersilie-Feld, dann quer durch im Frühjahr angebaute Möhren. Der benachbarte Landwirt meldet Schäden an den Weizenfeldern – die „Umweltaktivisten“ hinterließen einen hunderte Meter langen und fünf Meter breiten toten „Feldweg“ mitten auf dem Möhrenfeld. Auch die Polizei kam über die Felder, zu Pferde. Teilweise konnten die Einsatzkräfte die Menschen daran hindern, die Felder zu betreten, doch Hunderte der „Aktivisten“ brachen durch die Polizeiketten durch.

Landwirt „Bauer Willi“ nutzt 40 Hektar für seinen Anbau von Getreide und Feldfrüchten. Er fordert „Respekt vor Lebensmitteln und der Arbeit der Bauern“ – doch der bleibt ihm von den Grünen versagt. Er schreibt auf Twitter:

Grünen-Politiker aus Berlin: „Deine Möhren sind nicht wichtiger als unser Klima. Sorry“

Die Debatte entzündet sich vor allem an einem Spruch des Sprechers der Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus für Klima- und Umweltschutz, Georg P. Rössler. Er twitterte:

– Antwort an

Deine Möhren sind nicht wichtiger als unser Klima. Sorry.

Uwe Kamann, ein unabhängiger Abgeordneter (partei- und fraktionslos) im Bundestag, antwortet dem Berliner Abgeordneten so:

Heute sind es Möhren und morgen? Ihr verqueres Verhältnis zum Eigentum anderer, ist Zeugnis das irgendwas in Ihrer Erziehung falsch gelaufen sein muss. Mit Ihrer Einstellung konterkarieren Sie die, die sich friedlich und nachhaltig für Lösungen zum Klimaschutz engagieren. – Antwort an

Feilschen um Entschädigungen

Der Landwirt hat kein Verständnis dafür, dass er sich einen Teil seiner Ernte für den Klimaschutz zertrampeln lassen muss. „Ende Gelände“ reagierte und bietet „Entschädigungen für Bauern und Bäuerinnen“ an. Zitat: Ihr Protest „richte sich gegen die klimaschädliche Braunkohle, nicht aber gegen Anwohner*innen, Bauern und Bäuerinnen oder Beschäftigte von RWE! Daher werden wir uns bemühen, alle Schäden an Ackerflächen, die durch Aktivist*innen von Ende Gelände entstehen, angemessen zu entschädigen.“

So wurden bei den Aktionen „einzelne Ackerflächen von Aktivist*innen betreten und damit könnten Schäden oder Ernteausfälle verursacht“ wurden sein. Betroffene sollten sich unter [email protected]ände.org melden.

Jedoch:

Im vergangenen Oktober protestierte „Umweltaktivisten“ von „Ende Gelände“ am Tagebaurand Inden gegen die Kohleverstromung. Auch hier zertrampelten sie ein Feld und sagten anschließend eine Entschädigung zu.

„Topagrar“ schreibt: „Presseberichten zufolge ist nun aber Streit darüber ausgebrochen, welche Summe realistisch ist: Der Landwirt hatte den Schaden auf 5.600 Euro bemessen. Die Summe ergebe sich aus Kosten für die Bestellung des Feldes, den vollständigen Ernteausfall und die Neubestellung, heißt es. Die Gegenseite will allerdings nur 1.875 Euro zahlen, ist zu lesen. Ihrer Ansicht nach entziehe sich die Berechnung des Bauern jeglicher sachgerechten Bewertung. Man habe auf Grundlage der Entschädigungsrichtsätze der Landwirtschaftskammer NRW die genannte Entschädigung ausgerechnet. Der Landwirt dagegen soll 3.000 Euro als unterste Grenze ansehen und droht mit einem Gutachten.“

Ein Blick in die Twitterdiskussion: Schaden als Mittel zum Zweck ist also legitim?

Es ist scheiße, ja. Aber der Klimawandel hat allein letztes Jahr schon zu Ernteausfällen geführt… da ist dieser Schaden als Mittel zum Zweck sehr viel legitimer

Der Zweck heiligt nicht die Mittel. Diese Aktion wird den Klimawandel nicht stoppen. Ihr wollt Aufmerksamkeit für das Anliegen. Legitim. Auf Kosten der Bauern Öffentlichkeit erlangen. Nicht Legitim. Unrecht mit Unrecht bekämpfen? Falscher Weg.

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Warum sind Aktivist*innen leider manchmal gezwungen die Feldwege zu verlassen? Weil ihre Sicherheit oberste Priorität hat. Sie müssen Polizeipferden & Polizist*innen ausweichen. Für Schäden auf den Feldern möchten wir uns lieb entschuldigen & werden entschädigen 

„Lieb entschuldigen“ für Landfriedensbruch und Zerstörung von Eigentum? Umwege wegen „Sicherheit“ vor der Polizei? Geht’s noch? Demonstrieren ist ok, aber Landfriedensbruch, Gewalt und Zerstörung nicht!

– Antwort an

Es ist genau diese Hybris, die eine mögliche Regierung der zu einem Alptraumgebilde werden lässt. Wohlstandsverwöhnte Stadtkinder mit absoluter Nullpeilung für gewisse Realitäten.

„Es ist nicht akzeptabel unter dem Deckmantel des Klimaschutzes vorsätzlich Rechtsbrüche zu verüben.“

Der Energiekonzern RWE kritisierte ebenfalls das Aktionswochenende „Ende Gelände“ im Rheinischen Revier. „Kein Verständnis hat der Konzern für das unverantwortliche und widerrechtliche Eindringen von 1.300 `Aktivisten` in den Tagebau Garzweiler und die Gleisbesetzungen auf den Kohlezulieferstrecken“, teilte RWE am Sonntag mit.

Es habe auch mehrere Brandanschläge auf eine Pumpstation, Schaltschränke und Fahrzeuge gegeben.

„Wir respektieren selbstverständlich das Recht auf freie Meinungsäußerung und friedliche Proteste wie die von `Fridays for Future`“, sagte Frank Weigand, Vorstandsvorsitzender der RWE Power. „Aber es ist nicht akzeptabel unter dem Deckmantel des Klimaschutzes vorsätzlich Rechtsbrüche zu verüben.“