Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble.Foto: Kay Nietfeld/dpa

Schäuble: „Eine immerwährende Große Koalition kann auf Dauer nur schiefgehen“

Epoch Times4. Dezember 2019 Aktualisiert: 4. Dezember 2019 11:31

Vor dem Parteitag der SPD, der auch über den Fortbestand der Regierung entscheiden könnte, hat sich Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) grundsätzlich skeptisch zur Großen Koalition geäußert.

„Das ist doch das eigentliche Problem: Die Große Koalition dürfte immer nur eine Notlösung sein“, sagte Schäuble der Wochenzeitung „Die Zeit“.

Er fügte hinzu: „2005 ging es wohl nicht anders, 2013 ist sie passiert, und 2017 war sie auch eher aus der Not geboren. Eine immerwährende Große Koalition kann auf Dauer nur schiefgehen.“

„Was wäre die Jungen ohne die Alten“

Schäuble sagte außerdem, dass Deutschland seine eigenen Versprechen und Klimaziele nicht eingehalten habe, sei „schlimm“. Die Bundesregierung hätte bei ihrem Klimapaket „ein bisschen weiter“ gehen müssen.

„Wenn man zu lange versucht, es allen recht zu machen, tendiert das kleinste gemeinsame Vielfache manchmal auch gegen null“, so Schäuble.

Der CDU-Politiker äußerte Sympathie für die Klimabewegung, wies jedoch gleichzeitig deren Vorwürfe scharf zurück, die ältere Generation habe der jüngeren die Zukunft gestohlen:

Was wären denn die Jungen ohne die Alten? Die gäb es gar nicht! Die stehen auf den Schultern der Alten. Dass eine junge Generation, die jedenfalls in Europa unter Lebensumständen lebt wie keine zuvor, nun sagt, ihr habt uns unsere Zukunft geklaut, das ist nicht apokalyptisch, sondern albern.“

Attentat hat mir die Angst vor dem Tod genommen

Schäuble zufolge hat ihn das Attentat, welches 1990 zu seiner Querschnittslähmung führte, auch immunisiert und ihm die Angst vor dem Tod genommen.

In so einer Situation begreife man: „Irgendwann musst du sterben. Und dann ist es vielleicht gar nicht so schlimm – denn man ist schon mal fast gestorben“, sagte Schäuble der Wochenzeitung „Die Zeit“.

Es gebe viele Arten zu sterben, so der Bundestagspräsident weiter: „Ich habe bei meinem Vater am Bett gesessen, der gesagt hat: Schlag mich tot. Weil er es nicht mehr aushalten konnte. Ich habe gesagt: Papa, das können wir nicht machen, du wirst bald sterben, aber ein bisschen musst du noch durchhalten. Ich habe mich auch von meinem älteren Bruder verabschiedet, der lag in Leipzig im Krankenhaus, und dann habe ich gesagt: Das nächste Mal sehen wir uns auf dem Friedhof, bei deiner Beerdigung.“

Schäuble sagte weiter, Berlin sei wegen seines Rollstuhls Hauptstadt geworden. Er schildert seinen Auftritt auf dem Landesparteitag der CDU-Baden-Württemberg 1991:

Ich saß zum ersten Mal nach der Verletzung im Rollstuhl auf dem Podium. Wenn Sie sich meine Rede ansehen würden und sich meine Verletzung wegdenken würden, hätte die Rede nicht die Wirkung gehabt.“

Er habe damals „gotterbärmlich ausgesehen“, daher seien alle „ganz gerührt“ gewesen, „dass der Wolfgang wieder da ist“. Schäuble sagte auch, dass er wegen seiner Situation im Rollstuhl selten applaudiert: „Klatschen ist anstrengend, ich brauche dazu ja die Hände und kann mich dann nicht aufstützen.“

Bei Parteitagen der CDU wird regelmäßig berichtet, dass Schäuble bei Reden hochrangiger Parteifreunde wie der Kanzlerin oder der Vorsitzenden nicht oder nur wenig geklatscht habe. (dts/nh)

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